Laut Winterpotenzialstudie 2026/27 der Österreich Werbung und des NIT zeigt erneut eine gute Ausgangslage. Die Studie wurde in Österreich, Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Großbritannien, Polen, Tschechien und der Slowakei durchgeführt.
In allen zehn untersuchten Märkten zählt Österreich beim Skiurlaub zu den Top 2.
Hohe Reiselust
Nach einem starken Sommer mit mehr als 63 Millionen Nächtigungen (+2,3 Prozent, Mai bis August 2026, Statistik Austria, vorläufig) zeigt die Winterpotenzialstudie der ÖW auch für den Winter eine hohe Reiselust. In acht von zehn Märkten hat mindestens die Hälfte der Menschen Urlaubspläne.

Rund 15,7 Mio. Personen haben bereits fixe Österreich-Pläne, das Kernpotenzial liegt bei 26,1 Mio. Unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus früheren Studien ergibt sich ein Potenzial von 17,1 Mio. Personen – gegenüber 16,9 Mio. tatsächlichen Ankünften aus diesen Märkten im vergangenen Winter.
Damit zeichnet sich eine stabile bis leicht positive Entwicklung auf hohem Niveau ab.
„Die Studie zeigt: Kaufkräftige Nachfrage ist da, und Österreich kann mit Wintersport, Kultur, Kulinarik und Erholung überzeugen. Jetzt müssen wir daraus zusätzliche Buchungen und eine längere Wintersaison machen. Jede zusätzliche gut gebuchte Woche stärkt unsere Familienbetriebe und kann Beschäftigung länger sichern. Unser politischer Auftrag ist, Investitionen zu erleichtern und bürokratische Hürden abzubauen. Erfolg muss sich daran messen, was den Betrieben und Menschen in den Regionen bleibt. Genau dafür steht die Vision T: mehr Wertschöpfung über mehr Monate im Jahr“, erklärt Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus.
Reiseverhalten, Budget und Interesse
Im Reiseverhalten zeigt sich weiterhin eine deutliche Tendenz zur kurzfristigen Planung und Buchung.

Anfang September hatten je nach Markt erst 18 % bis 31 % ihre Winterreisen vollständig gebucht. Beim Österreich-Kernpotenzial (Österreich als Reiseziel fest oder ziemlich sicher eingeplant – Anm. d. Red.) beginnt fast die Hälfte erst in den letzten vier Wochen vor der Abreise mit der Reiseplanung. Damit bleibt ein großer Teil der Nachfrage noch erreichbar.
Wenn man das Urlaubsbudget sparsamer einsetzt, dann in erster Linie bei Restaurant- und Cafébesuchen und je nach persönlicher Situation bei der Unterkunft. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis im Skiurlaub ist Österreich die Nummer 1: 38 Prozent der Wintersportler:innen nennen Österreich, 25 Prozent Italien. Wer diesen Winter sehr wahrscheinlich nach Österreich reist, sieht das noch deutlicher: Hier sind es 52 Prozent.

„Die Gäste wissen, dass sie in Österreich eine wirklich sehr hohe Qualität für ihr Geld bekommen. Viele Betriebe blicken trotz herausfordernder Rahmenbedingungen auf stabile Buchungen in wichtigen Schulferienzeiten. Entscheidend bleibt, die Qualität und das Erlebnis im Angebot für die Gäste sichtbar zu machen und die gestiegenen Kosten bestmöglich über die Preise abzudecken“, sagt Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKÖ.
Auch das grundsätzliche Interesse an Winterurlaub in Österreich wächst: In Großbritannien kommt Österreich für 56 Prozent der Winter-Reiseplanenden infrage (Vorjahr: 47 Prozent), in Polen für 55 Prozent (Vorjahr: 49 Prozent). Für den Winter 2026/27 prognostiziert die Österreich Werbung insgesamt 21,7 Millionen Ankünfte (+1,5 Prozent), davon 17,1 Millionen aus den zehn befragten Märkten.

„Der Winter ist und bleibt eine österreichische Stärke. Aber von unserem guten Ruf allein kommt noch kein Gast. Jetzt entscheidet sich, wer die Unentschlossenen abholt, und das gelingt nur gemeinsam als Branche“, unterstreicht Astrid Steharnig-Staudinger, Geschäftsführerin der Österreich Werbung.
Ski- und Snowboardurlaub
Ski- und Snowboardurlaub ist weiterhin ein zentraler Treiber für den österreichischen Wintertourismus.

Österreich liegt bei den geplanten Ski-/Snowboardreisezielen in allen zehn Märkten unter den Top 2.
Zusätzliche Potenziale zeigen sich beim Ski-/Snowboardurlaub im März und April sowie bei nicht skifahrenden Begleitpersonen, die einen relevanten Teil der Gäste ausmachen. Rund elf Millionen Menschen aus den zehn befragten Märkten fahren im März und April Ski, sechs Millionen sogar ausschließlich dann. Von jenen, die im Jänner oder Februar Ski fahren, nutzen bisher nur gut zehn Prozent auch den Spätwinter für einen Skiurlaub.
„Warum sollten wir den Winter gedanklich schon im Februar verabschieden? Im März und April gibt es noch viel zu erleben. Wir sollten aufhören, den Spätwinter wie einen Nachsatz zu behandeln“, ergänzt Astrid Steharnig-Staudinger.
Auch über den Wintersport hinaus ist das Interesse an Österreich vielfältig: Natur, Erholung, Wellness sowie Stadt- und Kulturerlebnisse zählen zu den gefragten Urlaubsthemen.
Fazit
Insgesamt sind die Aussichten für den Winter 2026/27 gut. Chancen liegen vor allem darin, noch unentschlossene Gäste für Österreich zu gewinnen und die Vielfalt des Winterurlaubs stärker auszuspielen.
Auch die in Österreichs Skiregionen ambitionierten Nachhaltigkeitsmaßnahmen sind wichtig. In Österreichs Skiregionen werden bereits zahlreiche Maßnahmen wahrgenommen – insbesondere energieeffiziente Beschneiungsanlagen, die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen, Photovoltaikanlagen bei Liftstationen, E-Ladestationen, ein schonender Umgang mit Wasserressourcen sowie Informationskampagnen für Gäste.
