Kreativquartier Graz: Vom Industrieraum zum Möglichkeitsraum

Am ehemaligen Hornig-Areal soll ein moderner Standort für Kreativ- und Innovationswirtschaft entstehen.
© Kuro.Simon
Kreativquartier Graz: Vom Industrieraum zum Möglichkeitsraum
Das Team des KQ Graz – v.l.n.r.: Gernot Ritter (Architekt Hofrichter-Ritter Architekten ZT GmbH), Hans Schaffer (Vorstand ÖWG Wohnbau sowie Projektinitiator und Bauherr), Christian Leban (Designer RAWTY – Design Studio), Thomas Hotko (strategische Prozesssteuerung – Brainds), Carina Prasser (Projektleiterin KQ – ÖWG Wohnbau sowie Eberhard Schrempf (Kurator KQ).

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ÖWG Wohnbau hat für den zukunftsweisenden Standort einen offenen und dialogorientierten Entwicklungsprozess gewählt, der sich durch die Einbeziehung von Fokusgruppen, kontinuierliche Gespräche und eine schrittweise konzeptionelle Weiterentwicklung auszeichnet.

Im April 2026 startete dieser einzigartige Prozess einer kollaborativen Standortentwicklung, im September ging er in die nächste Phase. Mit KQ Graz wurde nun eine Kampagne ins Leben gerufen, die diesen Entwicklungsprozess sichtbar macht und in die Öffentlichkeit trägt.

Hier entsteht, …

Mit dem Start der Kampagne KQ Graz erhält der Entwicklungsprozess eine eigene Identität und eine öffentliche Plattform. Die von der Grazer Designagentur RAWTY entwickelte Kampagne begleitet die nächsten Schritte der Standortentwicklung und lädt dazu ein, die Entstehung des Kreativquartiers mitzuverfolgen. Dafür wurden eine neue Website und eigene Social-Media-Kanäle (z.B.: Instagram) geschaffen.

Dem Claim „Hier entsteht, …“ werden dabei verschiedene Endungen zugeschrieben. Diese reichen von „woran du arbeitest“, „was dich inspiriert“, „was du genießt“, „wofür du brennst“, „worauf du baust“ über „worüber man spricht, „was euch verbindet“, „wonach ihr strebt“ bis hin zu „ein Ort voller Möglichkeiten“.

Kreativquartier Graz: Vom Industrieraum zum Möglichkeitsraum
Das Logo in der Halle – Kreativquartier Graz
© Stefan Leitner

Das beschreibt, worum es geht. Denn im Zentrum dieses Zugangs steht kein vorab fixiertes Endergebnis, sondern ein gemeinsamer Entwicklungsprozess mit Stakeholdern aus Kreativwirtschaft, Bildung, Wirtschaft, Industrie, Start-up-Szene und Stadtentwicklung. Die Inhalte entstehen aus dem Austausch heraus und werden in mehreren Schleifen gemeinsam geschärft, geprüft und weiterentwickelt. Ziel ist es, die bestmögliche Grundlage für ein langfristig tragfähiges Kreativquartier zu schaffen.

„Wir haben uns bewusst für diesen aufwendigeren Weg entschieden, um zur bestmöglichen Lösung für diesen Standort zu gelangen. Das tun wir auch aus Verantwortung gegenüber der Geschichte dieses besonderen Ortes. Gerade bei einem Areal mit diesem Potenzial ist es entscheidend, nicht über die Menschen hinweg zu planen, sondern gemeinsam mit ihnen“, erklärt Hans Schaffer, Vorstandsdirektor von ÖWG Wohnbau.

Industriegeschichte trifft auf kreative Zukunft

Als Standort für das Kreativzentrum ist die aufgelassene Eberhardt-Halle im nördlichen Teil des Hornig-Areals vorgesehen. Die aus den späten 1950er-Jahren stammende Halle war der Standort der F. Eberhardt Stahlgroßhandel GmbH & Co KG. Bis 2020 wurden hier Stahl Bleche, Rohre und Profile gelagert, bewegt und für ihre weitere Verwendung vorbereitet.

Kreativquartier Graz: Vom Industrieraum zum Möglichkeitsraum
Die Eberhardt Stahlhalle heute
© Kuro.Simon

„Diese Halle ist dafür prädestiniert. Dabei wollen wir die bestehende Substanz erhalten und das Innere modular und flexibel auf die Bedürfnisse von Kreativen ausrichten. Für die konkrete Umsetzung werden wir die Köpfe noch rauchen lassen und gemeinsam mit Stakeholder:innen am finalen Konzept eines Orts für Produktion, Gestaltung und Unternehmertum arbeiten“, unterstreicht Hans Schaffer.

Parallel zum offenen Entwicklungsprozess wird auch die bestehende Substanz des Areals in die Überlegungen einbezogen, um eine möglichst nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung sicherzustellen. Die rund 3.000 Quadratmeter große Eberhardt-Halle soll in ihrer einzigartigen, charakteristischen Form erhalten bleiben. Eine im Frühjahr 2026 abgeschlossene statische Prüfung bestätigt die grundsätzliche Machbarkeit dieses Ansatzes. Konkrete Nutzungsszenarien und räumliche Konzepte befinden sich derzeit in Ausarbeitung und werden in den laufenden Beteiligungsformaten vertieft, evaluiert und geschärft.

Etablierter Kreativstandort

Hinter dem Grazer Hauptbahnhof, beim alten Wasserturm, befindet sich das ehemalige Hornig-Firmengelände. 2022 zog der Kaffeehersteller nach Kalsdorf, ÖWG Wohnbau übernahm das Areal. Dieses liegt in der Grazer Smart City, einem Vorzeigeprojekt in Sachen urbanes Design und nachhaltiges Wohnen.

Seit 2024 öffnet ÖWG Wohnbau das Areal für Zwischennutzungen, um kreativen Initiativen Raum zu geben und ihnen diesen kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Damit war und ist das Areal bereits vor seiner baulichen Entwicklung ein lebendiger Raum für Kunst, Kultur und Experimente. Im Mai 2024 und 2025 befand sich hier die Festivalzentrale des Designmonats Graz. Zahlreiche Künstler:innen und Initiativen haben diesen Ort bereits genutzt und bespielt.

Prozess mit offenem Ausgang

Die Entwicklung des Kreativquartiers geht weiter und wird in den kommenden Monaten konsequent im Rahmen weiterer Fokusgruppen, Gesprächen und Evaluierungsrunden weitergeführt. Die daraus entstehenden Ergebnisse werden in die weitere Ausarbeitung einfließen. Über die nächsten konkreten Schritte wird informiert, sobald diese feststehen.

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Rendering und mögliches Konzept des KQ Graz – Stand September 2026
© Hofrichter-Ritter Architekten ZT GmbH

Mit diesem schrittweisen, partizipativen und ergebnisoffenen Zugang verfolgt ÖWG Wohnbau das Ziel, ein tragfähiges und identitätsstiftendes Kreativquartier für Graz zu entwickeln – bei gleichzeitig bewusst zurückhaltender Vorfestlegung einzelner Details.

„Die robuste Architektur und der offene Grundriss bieten ideale Voraussetzungen für die Transformation. Was früher ein Umschlagplatz für Stahl war, wird künftig zum Umschlagplatz für Ideen, Wissen und Innovation“, ergänzt Hans Schaffer abschließend.

https://oewg.at

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