Doris Kleilein setzte sich gegen über 44 Bewerber:innen aus dem In- und Ausland durch und tritt damit die Nachfolge von Angelika Fitz an, die ihre Position als Direktorin nach 10 Jahren mit Ende 2026 aus gesundheitlichen Gründen zurücklegt.
Doris Kleilein übernimmt ein – national wie international – ausgezeichnet etabliertes Haus. Das Architekturzentrum Wien gehört zu den einflussreichsten Architekturmuseen weltweit. Im Mittelpunkt stand stets die gesellschaftliche Dimension von Architektur und zuletzt verstärkt ökologische und feministische Perspektiven. Mit internationalen Themenausstellungen und Vermittlungsformaten von Exkursionen bis zu Film-, Workshop- und Veranstaltungsprogrammen für alle Generationen versteht sich das Az W als Brücke zwischen Fachwelt und Alltagsexpert:innen sowie zwischen lokalen und globalen Fragen. Es verfügt über die bedeutendste und umfassendste Sammlung zur österreichischen Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts.
Mit seiner Schausammlung, der öffentlichen Bibliothek, dem Research Center im Sammlungsdepot sowie Onlineangeboten bietet das Az W ein umfangreiches Service für Forscher:innen und alle Architektur- und Baukulturinteressierten.
Doris Kleilein ist eine deutsche Architektin, Architekturkritikerin und Buchverlegerin. Nach dem Architekturstudium an der Technischen Universität Berlin und der University of Manitoba (Winnipeg, Kanada) war sie Co-Gründerin des Architekturbüros bromsky (Berlin/Hamburg), das sich auf Bauen im Bestand spezialisiert hat. Als langjährige Redakteurin der Bauwelt und Stadtbauwelt (2005–2018) hat sie einen breiten Überblick über die Architekturszene und aktuelle Diskurse. Von 2019–2026 leitete sie den Architekturbuchverlag JOVIS in Berlin, der mit preisgekrönten Publikationen zu einer internationalen Plattform für Transformationsthemen der Architektur avancierte.
Sie ist als Vortragende, Moderatorin, Beirätin und Jurymitglied tätig und schreibt seit 1996 als freie Journalistin über Architektur und Urbanismus, u. a. für Baunetz, Bauwelt, Archithese, Arch+, Hochparterre, taz, Deutschlandradio und rbb. 2020 und 2022 forschte sie am Thomas Mann House in Los Angeles zu Orten der Teilhabe.
Doris Kleilein wird das Haus gemeinsam mit dem Team programmatisch weiterentwickeln und positionieren:
„Ich freue mich sehr, das Az W ab 2027 leiten zu dürfen und 25 Jahre Erfahrung als Architektin, Architekturkritikerin und Verlegerin in einem neuen Umfeld einbringen zu können. Das Az W sehe ich als ideale Plattform, um Architekturvermittlung noch stärker mit gesellschaftlichen Debatten zu verbinden – von der Wohnungsfrage über klimagerechtes Bauen bis zur Migration. Dabei möchte ich an die Stärken des Hauses anknüpfen: die Verbindung von Ausstellung, Archiv und Diskurs, die internationale Sichtbarkeit und die Verankerung in Wien sowie die wertvollen Kooperationen im Bereich der Forschung und Lehre. Gleichzeitig sehe ich Potenzial in der Entwicklung neuer Formate – digital wie analog – um eine noch breitere Öffentlichkeit zu erreichen. In einer Zeit, in der das Vertrauen in die Demokratie schwindet, werden Orte der analogen Zusammenkunft wieder wichtiger – und parallel dazu ist der digitale Zugang der Schlüssel zur Sichtbarkeit.
Aus meiner Wahlheimat Berlin bringe ich den Blick von außen mit: auf die Wiener Vorreiterrolle im sozialen Wohnbau, in der Stadterneuerung, im Bau von Nachbarschaften; aber auch auf das hohe Niveau der österreichischen Baukultur, die lebendige Architekturszene und das architektonische Erbe.“
Andreas Babler, Bundesminister für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport:
„Ich freue mich, dass mit Doris Kleilein eine internationale Expertin mit einem besonderen Fokus auf Fragen des Wohnens und des gesellschaftlichen Zusammenhalts als zukünftige Direktorin für das Architekturzentrum Wien gewonnen werden konnte. Mit ihrer facettenreichen, fachlichen Expertise bringt sie beste Voraussetzungen mit, um das Architekturzentrum zusammen mit dem Team, als lebendigen Ort des Austauschs zur Vermittlung aktueller baukultureller Themen und des architekturhistorischen Erbes weiterzuentwickeln. Mein besonderer Dank gilt der bisherigen Direktorin des Az W Angelika Fitz, für ihre langjährige, engagierte Arbeit, mit der sie das Architekturzentrum Wien maßgeblich geprägt und international sichtbar gemacht hat.“
