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Welche IPOs könnten das neue Jahr zum Finanzspektakel machen?

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Shanna Strauss-Frank, Network Development Managerin bei Freedom Finance Europe.

12.01.2024 | 3 min

Welche IPOs könnten das neue Jahr zum Finanzspektakel machen?

Shanna Strauss-Frank liefert einen Rück- und Ausblick auf das alte beziehungsweise neue Finanzjahr.

2023 hat sich als ein Jahr der Herausforderungen und Veränderungen erwiesen. Aufgrund von Inflation und der hohen Zinsen verschoben in den letzten beiden Jahren einige Big Player ihre geplanten Börsengänge. Nun, pausiert die Zinserhöhung und neigt sich das Jahr dem Ende zu, blicken viele Anleger optimistischer in die Zukunft.

Nach einem schwachen 2022 liegt laut EY die Initial Public Offering (IPO) Aktivität mit weltweit 350 Unternehmen im dritten Quartal 2023 nur leicht unter dem Vorjahresniveau (minus sechs Prozent). Auffallend dabei ist: Global entfielen im dritten Quartal 40 Prozent aller Börsengänge auf den Technologiesektor. Zwar waren Unternehmen und Anleger auch in diesem Jahr noch eher zögerlich, doch nun gibt es Anzeichen für eine Trendwende. Denn die Finanzmärkte konnten den diversen Krisenfronten größtenteils trotzen und die Erwartungen sind nun dementsprechend hoch. Dass es 2024 also zu mehr IPO-Aktivitäten kommen wird, halten   Experten durchaus für realistisch.

USA und China

In der ersten Jahreshälfte blieben die Aktivitäten der IPO-Märkte in China und Hongkong eher schwach.

„Die Börsen in Schanghai und Shenzhen übertrafen aber in der Volumenhöhe und Anzahl der Transaktionen ihre Konkurrenz. Auf sie entfielen mehr als 50 Prozent aller weltweit beschafften IPO-Mittel“, blickt Shanna Strauss-Frank, Network Development Managerin bei Freedom Finance Europe, auf 2023 zurück.

Welche IPOs könnten das neue Jahr zum Finanzspektakel machen?

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Doch dann die Wende: Die Wirtschaft in China schwächelte und Unternehmen, die an die Börse wollten, unterlagen strengen Auflagen. Auch am europäischen IPO-Markt kam es zu einem Rückgang, besonders getrieben durch die hohe Inflation im Euroraum. 2024 erwartet man, dass sich die Aktivität in Europa stabilisieren, jedoch nicht sonderlich erhöhen werden.

„Eher werden sich Emittenten in den nächsten Monaten auf Aspekte wie die Umsetzung einer ESG-Strategie konzentrieren“, erklärt Shanna Strauss-Frank.

Die Aktivität von SPAC-IPOs (Special Purpose Acquisition Company) in den Vereinigten Staaten erreichte in diesem Jahr ihren Tiefstand seit 2016 in Bezug auf die Erlöse.

Indien und Indonesien mit Zuwachs

Die Asien-Pazifik-Region kämpfte mit Problemen, darunter weiterhin die Auswirkungen von COVID-19. „In den ersten acht Monaten dieses Jahres verzeichnete dieser Markt einen Rückgang von 55,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, so Shanna Strauss-Frank.

Kontrovers dazu stand jedoch der indische IPO-Markt im Rampenlicht, gestützt durch ein kräftiges Comeback im Sekundärmarkt, was das allgemeine Vertrauen der Anleger stärkte. Im APAC-Raum führt Indien mit 152 Deals im Wert von 3,8 Milliarden US-Dollar, gefolgt von Indonesien mit 52 IPOs und 3,8 Milliarden Dollar. In Indonesien gab es eine Wachstumssteigerung von stolzen 30 Prozent im Vorjahresvergleich. Auch hier dominiert die Technologie- und Kommunikationsbranche mit 102 Börsengängen.

Tech-Boom hält an

„Besonders viele IPOs finden im Technologiesektor statt, weil die Produkte oft innovativ, die Geschäftsmodelle skalierbar und das Wachstumspotenzial groß ist. Auch bringt die Branche viele Unicorns hervor sowie geistiges Eigentum, das durch Patente und Urheberrechte geschützt werden kann. Das spricht Anleger an“, erörtert die Expertin.

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Neben der Tech-Branche seien auch Finanzdienstleister häufige Börsengänger. Der IPO des Zahlungsanbieter Klarna lässt zwar immer noch auf sich warten, doch mit der Gründung einer britischen Holding-Gesellschaft wurde kürzlich ein weiterer Schritt in Richtung Börse getätigt. Auch Gerüchte über einen Börsengang im Jahr 2024 des Stablecoin-Anbieter Circle häufen sich. Bereits 2022 hatte das Krypto-Unternehmen Anlaufversuche unternommen, diese aufgrund der damals schwierigen Marktlage aber wieder abgebrochen.

Bewegung im Gesundheitsbereich

Weitere Börsenkandidaten sind häufig Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich.

„Die Bevölkerung wird immer älter und es braucht innovative Lösungen. Auch weil Investoren in unsicheren Zeiten defensive Aktien wie jene aus der Konsumgüterbranche oder eben der Pharmaindustrie bevorzugen, sind Healthcare-Unternehmen bei Anlegern beliebt. So ging das biopharmazeutische Unternehmen Neumora Therapeutics, das als besonders innovativ in der Entwicklung von Medikamenten bei depressiven Symptomen gilt, im September an die Börse“, sagt Shanna Strauss-Frank.

Douglas und der Schritt an die Börse

Zuletzt sorgte der gefloppte Börsengang von Birkenstock für schlechte Stimmung unter den Anlegern. Ein weiterer deutscher IPO könnte bereits im kommenden Finanzjahr anstehen, wie Shanna Strauss-Frank weiß:

„Die Parfüm- und Kosmetikhandelskette Douglas will an die Börse. Angeblich hat CVC Capital Partners, der Eigentümer von Douglas, ein Banken-Konsortium ausgewählt.“

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Laut der Expertin plant das Unternehmen die Schließung einiger Geschäfte und will sich stattdessen auf den Online-Handel fokussieren. Durch den IPO könnte Douglas mit neun Milliarden Euro bewertet werden. Um seine Schulden zu reduzieren, könnten neue Aktien in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro ausgegeben werden. Auch die Gerüchte über einen Börsengang von Flixbus halten sich hartnäckig, laut Aussagen des Unternehmens ist dieser aber nicht geplant.

Fast Fashion Riese Shein

Medienberichten zufolge beantragte der Onlinehändler Shein vor wenigen Tagen einen Börsengang in den USA. Der chinesische Billigmodeanbieter konnte sich in den letzten Jahren zu einem Big Player in der Modewelt etablieren, wenn auch das Unternehmen aufgrund von Spottpreisen und fragwürdiger Arbeitsbedingungen enorm in der Kritik steht. „Mit einer aktuellen Bewertung von 66 Milliarden US-Dollar bereitet sich Shein möglicherweise auf ein Börsendebüt im Jahr 2024 vor. Eine IPO-Bewertung von bis zu 90 Milliarden US-Dollar soll angestrebt werden und staatliche Investitionen könnten dabei helfen in der hart umkämpften Modeindustrie weiter zu wachsen“, ergänzt die Finanzexpertin abschließend.

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Geschrieben von:

Freedom Finance Europe