Zu groß, zu viel Plastik, zu unklar bei der Entsorgung: Verpackungen sind für die meisten Menschen in Österreich längst mehr als ein Alltagsärgernis und sie fordern aktiv strengere Regeln.
Das zeigt eine aktuelle Studie von PwC Österreich, für die 1.000 Österreicher:innen zu ihrem Verpackungsverhalten und ihren Erwartungen an Politik und Unternehmen befragt wurden.
„Verpackung ist für viele Konsument:innen längst ein sichtbares Nachhaltigkeitsthema. Unternehmen müssen deshalb nicht nur neue Vorgaben erfüllen, sondern auch den Erwartungen ihrer Kund:innen gerecht werden, vom Einkauf im Geschäft bis zur Lieferung nach Hause“, erklärt Stefan Merl, Director Sustainability Services bei PwC Österreich.
Verpackungsmüll als Belastung
Fast jede:r Zweite (46 %) fühlt sich durch die Menge an Verpackungsabfall im eigenen Haushalt gestört. Gleichzeitig ist die Eigeninitiative hoch, so trennen 88 % zuverlässig oder verwenden Verpackungen wieder und neun von zehn Österreicher:innen bringen ihre eigene Tasche zum Einkaufen mit.
Trotzdem gibt es Hürden im Alltag: 37 % ist oft unklar, wie bestimmte Verpackungen korrekt zu entsorgen sind, dabei empfinden Männer die Mülltrennung deutlich öfter als mühsam als Frauen (45 % vs. 29 %).
Der Ruf nach klaren Vorgaben ist entsprechend laut. 82 % wollen Handel und Hersteller gesetzlich zur Reduktion von Verpackungsmaterial verpflichten, ebenso viele befürworten ein weitgehendes Verbot nicht recycelbarer Verpackungen.
Online-Handel
Der E-Commerce steht besonders im Fokus, denn 82 % nehmen wahr, dass Verpackungsmüll durch Online-Bestellungen zugenommen hat. 83 % erwarten wiederverwendbare Versandverpackungen, 85 % würden sie tatsächlich nutzen – vorausgesetzt, die Rückgabe ist einfach.
Die Kompromissbereitschaft ist ebenso hoch: Knapp drei Viertel (72 %) nehmen sogar längere Lieferzeiten in Kauf, wenn dadurch Verpackungsmaterial eingespart wird.
Akzeptanz des Pfandsystems
Neun von zehn Österreicher:innen (89 %) sagen, dass sie das heimische Pfandsystem insgesamt gut verstehen, 78 % empfinden die Rückgabe im Alltag als unkompliziert. Knapp zwei Drittel wünschen sich sogar eine Ausweitung auf weitere Verpackungsarten.
Gleichzeitig zeigt die Studie Verbesserungsbedarf bei der Umsetzung, denn 63 % wünschen sich mehr Rückgabestellen, 58 % stört der Zustand der Rückgabestellen, etwa Geruch, klebrige Böden oder fehlende Desinfektionsmöglichkeiten. 44 % empfinden den zusätzlichen Aufwand als Nachteil.
Chance für Unternehmen
Für Unternehmen wird Verpackung damit zunehmend zur strategischen Aufgabe an der Schnittstelle von Regulierung, Kreislaufwirtschaft und Kundenerlebnis. Wer hier frühzeitig ansetzt, erfüllt nicht nur künftige Vorgaben, sondern differenziert sich auch im Wettbewerb.

„Nachhaltige Verpackung ist für viele Menschen längst eine konkrete Erwartung im Alltag. Wer Verpackung reduziert, Mehrweg ermöglicht und Entsorgung einfacher macht, gewinnt nicht nur regulatorische Sicherheit, sondern echtes Kundenvertrauen“, ergänzt Stefan Merl abschließend.
