C-Suite Mid-Year Insights 2026: Diversifizierung als zentrale Strategie für Unternehmen

Wirtschaftliche Faktoren wie Inflation und Energiepreise lösen, laut Forvis Mazars C-Suite Barometer, Künstliche Intelligenz als wichtigsten Einflussfaktor ab.
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C-Suite Mid-Year Insights 2026: Diversifizierung als zentrale Strategie für Unternehmen
Peter Wundsam, Managing Partner bei Forvis Mazars in Austria.

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Die internationale Prüfungs-, Steuer- und Beratungspartnerschaft Forvis Mazars veröffentlicht neue Erkenntnisse aus ihrem jährlichen C-Suite Barometer und nimmt damit sechs Monate nach dem initialen Ausblick für 2026 erneut die Einschätzung von Führungskräften und ihren Unternehmen auf.

Basierend auf der globalen Umfrage zeigen die Mid-Year Insights, dass Diversifizierung über alle Branchen und Regionen hinweg zur entscheidenden Strategie für Führungskräfte geworden ist – von operativen Abläufen über Geschäftsmodelle und Expansionspläne bis hin zu Finanzierung und Produkt- beziehungsweise Serviceangeboten.

Zudem zeigen die Ergebnisse, dass Unternehmen ihre Ressourcen zunehmend diversifizieren, um auf weltpolitische Entwicklungen zu reagieren, Investitionen neu ausrichten und ihre Zielmärkte anpassen.

Die Befragung von mehr als 1.000 Führungskräften in 18 Ländern und Regionen zeigt folgende zentrale Entwicklungen:

  • Verschärfung des globalen Paradoxons
  • Veränderung der wichtigsten Einflussfaktoren
  • Neuausrichtung von Kapital und Investitionen
  • Operative Ausrichtung und Handelsbeziehungen verändern Expansionspläne
  • KI erreicht Phase messbarer Ergebnisse

Globales Paradoxon und Einflussfaktoren

Ein zentraler Widerspruch verschärft sich weiter: Trotz eines volatileren Umfelds erwarten weiterhin 92 % der Führungskräfte Wachstum – unverändert seit Jahresbeginn 2026 und Ausdruck unveränderter Ambitionen. Das Vertrauensniveau hat sich jedoch rapide verschlechtert.

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Unser Confidence Index ist um acht Punkte auf 35 % gefallen – der niedrigste Stand seit dem Höhepunkt der Pandemie im Jahr 2021. Dieser Einbruch spiegelt den starken Anstieg zentraler Einflussfaktoren wider, die Unternehmen prägen – insbesondere Energiepreise, Versorgungssicherheit und geopolitische Instabilität – sowie die wachsende Erkenntnis, dass sich diese Kräfte zunehmend schwer steuern lassen.

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Innerhalb von sechs Monaten sind wirtschaftliche Faktoren wie Inflation wieder zum wichtigsten Einflussfaktor geworden (40 %) und überholen damit die Künstliche Intelligenz (37 %), während Energiepreise und -knappheit wieder zu den drei wichtigsten Themen zählen (37 %). Erstmals zählen auch Lieferkettenprobleme zu den Top fünf (27 %).

„Diversifizierung rückt zunehmend ins Zentrum unternehmerischer Strategien. Die entscheidende Frage ist heute nicht mehr, ob Unternehmen diversifizieren sollten, sondern wie sie unterschiedliche Märkte, Lieferketten, Kapitalstrukturen und Technologien gezielt miteinander verbinden. Ziel ist es, Resilienz aufzubauen, ohne die Komplexität unnötig zu erhöhen. Dabei kommt es darauf an, strategische Klarheit mit Flexibilität zu verbinden und gleichzeitig Tempo und Kontrolle im Gleichgewicht zu halten – insbesondere angesichts der wachsenden Bedeutung von Künstlicher Intelligenz als Wettbewerbsfaktor“, erörtert Peter Wundsam, Managing Partner bei Forvis Mazars in Austria.

Neuausrichtung von Kapital und Investitionen

Die Zahl der Unternehmen, die ihre Investitionen in allen Bereichen erhöhen, ist nach wie vor hoch, jedoch mit einem leichten Rückgang (um sieben Prozentpunkte von 69 % auf 62 %) – ein Hinweis auf eine vorsichtigere Herangehensweise.

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Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass Investitionen zunehmend von langfristig ausgerichteten Bereichen wie Personal, Nachhaltigkeit und Markenaufbau hin zu unmittelbar wirksamen Stabilisierungsmaßnahmen und wesentlichen Faktoren wie dem Supply Chain-Management verschoben werden, um auf die aktuellen Umbrüche zu reagieren.

Diese pragmatische Haltung zeigt sich auch in den Wachstumsstrategien: Strategische Allianzen und Joint Ventures haben Private Equity knapp als bevorzugten Weg zu Skalierung und Finanzierung überholt. Die weiterhin hohe Bedeutung beider Optionen verdeutlicht jedoch den Bedarf nach Flexibilität, Risikoteilung und Zugang zu Kompetenzen – im Vergleich zu einem rein bilanzgetriebenen Wachstum.

Bemerkenswert ist zudem, dass mehr als die Hälfte der Führungskräfte (über alle Regionen hinweg) in den vergangenen sechs Monaten ihre Ressourcen infolge geopolitischer Entwicklungen diversifiziert hat. Demgegenüber hat nur rund ein Viertel Maßnahmen wie Friendshoring, Offshoring oder Nearshoring eingeführt oder vorangetrieben. Gleichzeitig werden steigende Kosten zunehmend an Kund:innen weitergegeben, während weniger Unternehmen diese selbst tragen – ein Test für Preissetzungsspielräume und Markenloyalität.

Operative Ausrichtung und Handelsbeziehungen verändern Expansionspläne

Führungskräfte auf C-Level gestalten ihre Geschäftspläne und Handelsbeziehungen neu. Die vermehrten Aktivitäten in diesem Bereich untermauern die zu Jahresbeginn definierten Expansionspläne, wobei der Schwerpunkt nun stärker auf der Diversifizierung der Zielmärkte liegt.

Unternehmen setzen verstärkt auf Expansion in ihrer näheren Umgebung – sowohl im eigenen Land als auch in benachbarten Märkten. Gleichzeitig zählen der Großraum China, Lateinamerika und Australien/Asien-Pazifik zu den wichtigsten Zielregionen für den Ausbau von Handelsaktivitäten. Als einziger Markt, der das Interesse aller benachbarten und weiter entfernten Regionen auf sich zieht, sticht zudem Mittel- und Osteuropa hervor.

KI erreicht Phase messbarer Ergebnisse

Unternehmen können jetzt den konkreten Nutzen ihrer KI-Investitionen sowie deren spezifisches Ausmaß nachweisen. Insgesamt ist das vor dem aktuellen Hintergrund ein positives Signal: Führungskräfte beginnen damit, ihre Methoden zur Messung des Transformationserfolgs und der Bewertung konkreter Anwendungsfälle zu verfeinern – vom ursprünglichen Anspruch bis zu messbaren Ergebnissen.

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Dabei rücken externe Effekte wie Produktivitätsgewinne und Kundenzufriedenheit stärker in den Fokus, während interne Initiativen zur Nutzung und Einführung, die vor sechs Monaten noch im Mittelpunkt standen, an Bedeutung verlieren. Das C-Level strebt nach wie vor bessere Entscheidungsprozesse und Wettbewerbsvorteile durch Transformation an, verlässt sich dabei jedoch nicht mehr auf eine einzige Strategie.

https://www.forvismazars.com

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