Globale Konzernchefs blicken weniger optimistisch in die Zukunft

Weltweit blicken nur noch 60 Prozent der CEOs mit Zuversicht auf die kommenden Jahre.
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Globale Konzernchefs blicken weniger optimistisch in die Zukunft
Sandra Krusch, Managing Partner EY-Parthenon in Deutschland.

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Konzernchefs weltweit blicken immer weniger optimistisch in die Zukunft: Im Vergleich zum Januar dieses Jahres sank der Anteil der Optimisten von 24 auf 18 Prozent, nachdem er im September vergangenen Jahres noch bei 35 Prozent gelegen hatte.

Pessimistisch äußern sich derzeit weltweit neun Prozent der Unternehmenschefs, in Deutschland sind es 14 Prozent. Gemeinsam mit China hat Deutschland damit den höchsten Anteil an pessimistischen CEOs.

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Besonders große Sorgen bereiten den CEOs weltweit aktuell geopolitische Krisen: Mehr als jeder zweite Unternehmenschef weltweit (56 Prozent) zählt politische Instabilität und Kriege zu den zwei größten Risiken für das eigene Unternehmen. Makroökonomische Schwankungen spielen für 31 Prozent eine zentrale Rolle (Deutschland: 22 Prozent). Deutsche CEOs sorgen sich zudem überdurchschnittlich häufig über Störungen im Handel und in den Lieferketten (27 Prozent gegenüber 22 Prozent weltweit).

Trotz der zunehmenden Sorge in Bezug auf Konjunktur und Weltpolitik: Mehr denn je setzen CEOs weltweit und in Deutschland auf Zukäufe oder Fusionen, um ihre Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen: 68 Prozent der deutschen Vorstandschefs erwarten, dass ihr Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten aktiv mindestens eine Fusion oder Übernahme verfolgen wird – das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2011.

Weltweit liegt der Anteil mit 62 Prozent ebenfalls auf Rekordniveau.

Globale Konzernchefs blicken weniger optimistisch in die Zukunft
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„Der Druck auf die Unternehmen nimmt weiter zu. Geopolitische Konflikte, Handelsbarrieren, fragile Lieferketten, hohe Energiepreise und tiefgreifende technologische Umbrüche treffen gleichzeitig aufeinander. Viele Unternehmen agieren im Dauerkrisenmodus und müssen dennoch langfristige, richtungsweisende Entscheidungen treffen. Ganze Geschäftsmodelle geraten heute schneller unter Druck und müssen häufig grundlegend überarbeitet werden. Das erfordert hohe Flexibilität, gelingt aber nicht immer“, erörtert Sandra Krusch, Managing Partner EY-Parthenon in Deutschland.

Besorgniserregend sei auch, laut Sandra Krusch, dass Anteil der optimistischen CEOs immer geringer werde:

„Es geht – gerade in Deutschland – immer mehr die Zuversicht verloren, dass auf die Zeiten extremer Volatilität auch wieder Phasen mit einer ruhigeren Entwicklung folgen. Das permanente Krisenmanagement, das Bekämpfen immer neuer Brandherde ist die neue Normalität.“

Fusionen und Übernahmen auf Rekordniveau

Auch immer mehr deutsche Unternehmen reagieren auf die Unsicherheit mit strukturellen Einschnitten: Der Anteil der Unternehmen, die den Verkauf eines Unternehmensteils (Divestment) planen, hat sich von 18 Prozent im Januar auf aktuell 35 Prozent fast verdoppelt.

„Angesichts hoher Volatilität, geopolitischer Risiken und langsamer Entscheidungswege in komplexen Strukturen möchten sich immer mehr Unternehmen von Geschäftsbereichen trennen, um ihre Agilität zu steigern und Bewertungsabschläge am Kapitalmarkt zu vermeiden“, so Sandra Krusch.

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Weltweit planen 62 Prozent der CEOs, mindestens einen Unternehmenszukauf oder eine Fusion durchzuführen. Damit ist der globale M&A-Appetit seit Januar 2026 um 9 Prozent gestiegen.

Sandra Krusch sieht im aktuell sehr hohen Interesse an M&A-Transaktionen ein Zeichen für eine Unternehmenslandschaft, die sich in einem schnellen Wandel befinde. Sie betont allerdings auch:

„Längst nicht alle geplanten Transaktionen schaffen es im aktuellen Umfeld über die Ziellinie. Der Teufel steckt im Detail, zudem scheitern viele Transaktionen an Bewertungsfragen. Dennoch: Unterm Strich ist die Bereitschaft, auch radikale Einschnitte vorzunehmen, derzeit so hoch wie schon sehr lange nicht.“

Ansteigende KI-Investitionen

Ein wichtiger Treiber des Transaktionsmarktes ist der Siegeszug von KI-Technologien. Er hat erhebliche Auswirkungen auf viele Geschäftsmodelle, führt aber auch auf der Kostenseite zu massiven Einsparungen und kann zugleich die Geschwindigkeit etwa bei der Produktentwicklung deutlich steigern.

Globale Konzernchefs blicken weniger optimistisch in die Zukunft
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Die große Mehrheit der Unternehmen – in Deutschland 87 Prozent, weltweit 80 Prozent – plant, die KI-Investitionen im Jahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr zu erhöhen.

Die größten Effekte erwarten globale CEOs bei Kundenservice und -erlebnis (42%) sowie in der Strategie und Entscheidungsfindung (41%). Weitere positive Impulse sehen Führungskräfte im Kernbetrieb oder Produktion (41%) sowie bei Produkt- oder Serviceinnovationen.

„Viele Firmen investieren massiv in KI-Technologien – und dazu gehört auch die Suche nach zusätzlichen Mitarbeitenden mit KI-Fähigkeiten. Gleichzeitig wird aber auch das Ziel verfolgt, die Beschäftigten zum aktiven Lernen zu animieren – der Umgang mit KI soll zur Selbstverständlichkeit werden“, beobachtet Sandra Krusch.

Als Zukunftsbild sieht sie im Berufsleben eine „Symbiose von Menschen und KI“ und eine Verschiebung von Aufgabenprofilen hin zu Bereichen, die stark technologisch geprägt sind und wo der Einsatz von KI dominiert:

„Rollen, Anforderungsprofile und Aufgaben werden sich massiv verändern. Diesen Prozess zu ermöglichen und durch Weiterbildungsangebote noch zu beschleunigen – das ist die Aufgabe der Unternehmenslenker.“

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Allerdings stößt der Vormarsch von KI-Technologien bei der Belegschaft nicht immer auf Begeisterung: Weltweit berichten 16 Prozent der befragten CEOs von kulturellem Widerstand innerhalb des eigenen Unternehmens gegen KI-bezogene Veränderungen.

Die größten Sorgen machen sich demnach die Beschäftigten in Frankreich (26 Prozent der CEOs sehen kulturellen Widerstand gegen Veränderung) und China (24 Prozent).

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