Nachhaltigkeit als Kriterium bei Fusionen und Geschäftsübernahmen

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Katharina Schönauer ist Senior Managerin beim Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG im Bereich Sustainability.

22.11.2022 | 2 min

Nachhaltigkeit als Kriterium bei Fusionen und Geschäftsübernahmen

Die Studie von KPMG verdeutlicht, dass Nachhaltigkeit zu einem Leitbegriff unserer Zeit geworden ist.

Unternehmen auf der ganzen Welt sind davon beeinflusst. Fusionen und Geschäftsübernahmen bilden hier keine Ausnahme, denn auch Transaktionen werden immer häufiger von Nachhaltigkeitsmotiven angetrieben und schließen Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) mit ein. Zu diesem Ergebnis kommt die neu veröffentlichte ESG Due Diligence-Studie von KPMG, an der 150 Unternehmen aus dem EMA-Raum teilgenommen haben.

„Immer noch verstehen viele Unternehmen ESG und Nachhaltigkeit als Risiken, dabei sind genau das die wesentlichen Werttreiber von morgen: In Zukunft wird erfolgreich sein, wer durch umfassende ESG-Strategien frühzeitig das Marktpotenzial von ESG adressiert“, prognostiziert KPMG Senior Managerin Katharina Schönauer. Der Trend lässt sich auch hierzulande beobachten: 77 Prozent der befragten österreichischen Unternehmen beziehen Nachhaltigkeitsfragen in ihre Merger & Acquisition-Überlegungen ein. Im EMA-Vergleich sind es bereits 82 Prozent.

Nachhaltigkeit als starker Antreiber

Philip Ginthör, Partner bei KPMG.

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Der Fokus auf Nachhaltigkeitsthemen kann für alle beteiligten Seiten ein starker Antreiber sein. So legt mit 54 Prozent mehr als die Hälfte der befragten österreichischen Investoren eine größere Zahlungsbereitschaft an den Tag, wenn das Zielunternehmen einen entsprechend höheren ESG-Reifegrad aufweist. „Das Versprechen einer höheren Wertschöpfung bedeutet wiederum, sich frühzeitig strategisch zu überlegen, wie das Zielunternehmen einen Mehrwert generiert – inklusive ESG“, so KPMG Partner Philip Ginthör. Unternehmen integrieren aktiv ESG-Überlegungen in ihre Strategie und sind bereit, einen Aufschlag zu bezahlen für ein Zielunternehmen, das den eigenen ESG-Prioritäten entspricht.

Potenziale bei gezielten ESG Due Diligences

Bei der Durchführung von konkret auf ESG-Themen bezogenen Due Diligences im Zuge von Fusionen und Übernahmen gibt es in Österreich noch Aufholpotenzial. Im Vergleich zum EMA-Raum mit 72 Prozent führen österreichische Unternehmen seltener gezielte ESG Due Diligences durch – und zwar 54 Prozent. „Fakt ist aber, Nachhaltigkeitsaspekte nehmen bei Merger & Acquisition-Prozessen eine immer wichtigere Rolle ein. Es ist also sinnvoll, eine Due Diligence mit fokussiertem Blick auf Nachhaltigkeit durchzuführen“, rät Armin Havlik, Partner bei KPMG.

Armin Havlik, Partner bei KPMG.

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Herausforderungen in der Zukunft

Fehlende Standards für die Durchführung speziell von ESG Due Diligences stellen Unternehmen jedoch nach wie vor vor große Herausforderungen. Besonders die Tatsache, dass die Offenlegung von ESG-Aspekten zumeist noch überwiegend erzählerisch geprägt ist, anstatt quantitative oder finanzielle Daten zu liefern, erschwert die tatsächliche Umsetzung von ESG Due Diligence-Prozessen erheblich. „Umso wichtiger ist es, weiterhin Awareness für die Wichtigkeit von ESG-Themen zu schaffen und für eine bessere Mess- und Vergleichbarkeit von Nachhaltigkeitsaspekten auf automatisierte Datenerfassung zu setzen. Denn dieser Trend ist gekommen, um zu bleiben“, so KPMG Director Jochen Trommer.

Jochen Trommer, Director/Advisory bei KPMG.

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Mehr Infos zur kompletten Studie finden Sie hier

http://www.kpmg.at