Die globale Studie „People Readiness Report“ von Kyndryl, einem weltweit führenden Anbieter von unternehmenskritischen Technologiediensten, weist auf einen deutlichen Rückgang der KI-Bereitschaft der Belegschaft sowie eine wachsende Kluft zwischen den Erwartungen an KI und ihrer tatsächlichen Umsetzung hin.
Der Bericht verdeutlicht, was Führungskräfte richtig machen, um den KI-Aufschwung zu nutzen. Dabei zeigt sich: KI-Erfolg wird nicht allein durch unterschiedliche Strategien, Anwendungsfälle oder Technologien erzielt, sondern davon, ob Unternehmen ihre Arbeitsweise neugestalten und den damit verbundenen Wandel in ihrer gesamten Organisation konsequent steuern. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass Vertrauen in KI durch gezielte Änderungen am Betriebsmodell und an der Governance aufgebaut werden kann.
Die Erkenntnisse kommen zu einer Zeit, in der Unternehmen erheblich in KI investieren und die KI-Einführung beschleunigen, um im großen Maßstab Mehrwert zu erzielen.
Laut Gartner® Inc., einem Unternehmen für Unternehmens- und Technologieeinblicke, werden die weltweiten Ausgaben für KI im Jahr 2026 insgesamt 2,52 Billionen US-Dollar erreichen – ein Anstieg von 44 % gegenüber dem Vorjahr.
„KI wird für Führungskräfte weltweit zunehmend zu einer strategischen Priorität, und denselben Trend beobachten wir auch in Österreich und in der gesamten ALPS-Region. Während viele Unternehmen bestrebt sind, die Einführung von KI voranzutreiben, zeigen unsere Untersuchungen, dass sie dabei häufig auf Hindernisse stoßen, die mit der technologischen Reife, Qualifikationslücken, der Komplexität der Daten und der Notwendigkeit der Modernisierung bestehender IT-Umgebungen zusammenhängen. Die Modernisierung dieser technologischen Grundlage ist eine entscheidende Voraussetzung für den Ausbau der KI und ihre effektive Integration in Geschäftsprozesse. Gleichzeitig müssen Unternehmen ihre Mitarbeiter:innen auf neue, KI-gestützte Arbeitsweisen vorbereiten, Kompetenzen stärken und durch klare Governance und verantwortungsvolle Umsetzung Vertrauen aufbauen. Unternehmen, die einen ganzheitlichen Ansatz in Bezug auf Technologie, Mitarbeiter:innen und Prozesse verfolgen, sind am besten positioniert, um nachhaltigen Mehrwert aus KI zu schöpfen und bedeutende Geschäftsergebnisse zu erzielen“, erklärt Jacqueline Wild, Vice President und Managing Director ALPS bei Kyndryl.
KI-Einsatz im Kerngeschäft
Obwohl künstliche Intelligenz zunehmend in Unternehmensprozesse integriert wird, gelingt es bislang nur einem kleinen Teil der Unternehmen, die damit verbundenen Ziele zu erreichen.
Laut der Studie geben 57 Prozent der Befragten an, dass KI bereits in ihre Kerngeschäftsprozesse eingebettet ist oder breit im Unternehmen eingesetzt wird. Im Vorjahr hatten noch 35 Prozent erklärt, KI vollständig in ihre Organisation integriert zu haben.


Die zunehmende Verbreitung schlägt sich allerdings nicht automatisch in den angestrebten Ergebnissen nieder. Nur 32 Prozent der Befragten haben zumindest eines ihrer beiden wichtigsten KI-Ziele erreicht, lediglich elf Prozent konnten beide Ziele verwirklichen.
„Pacesetters“
Der Bericht identifiziert eine Gruppe besonders erfolgreicher Unternehmen, die als „Pacesetters“ bezeichnet werden. Sie machen neun Prozent der untersuchten Unternehmen aus und unterscheiden sich durch drei zentrale Maßnahmen von anderen:

Sie gestalten Rollen im Zusammenhang mit KI neu, setzen Change-Management ein, um ihre Belegschaft auf das neue Betriebsmodell vorzubereiten, und stärken gezielt die Bereitschaft ihrer Mitarbeiter. Diese drei Verhaltensweisen bilden laut Studie die operativen Grundlagen, die Unternehmen mit besonders starken KI-Ergebnissen auszeichnen.
Ein weiterer Unterschied zeigt sich bei der Governance. Pacesetters haben mit etwa doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit sämtliche untersuchten Governance-Dimensionen vollständig umgesetzt.

Auch bei den Geschäftsergebnissen schneiden sie besser ab: Sie erzielen 1,5-mal häufiger KI-bezogenes Umsatzwachstum und berichten 1,6-mal häufiger von verbesserten Innovationen bei Produkten und Dienstleistungen.
Belegschaft als zentrale Herausforderung
Die Vorbereitung der Mitarbeiter auf den Einsatz künstlicher Intelligenz bleibt eine der anspruchsvollsten Aufgaben bei der Einführung von KI. Nur 23 Prozent der befragten Führungskräfte sind der Ansicht, dass ihre Belegschaft vollständig auf KI vorbereitet ist.

Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang um sechs Prozentpunkte.
Gleichzeitig stimmen 79 Prozent der Befragten der Einschätzung zu, dass das Tempo der KI-Entwicklung die Belegschaft, die Governance und die Betriebsmodelle ihrer Unternehmen überholen wird.
Zusätzliche Herausforderungen entstehen durch den zunehmenden Einsatz autonomer KI-Agenten. 81 Prozent der Unternehmen erwarten, dass solche Agenten innerhalb des nächsten Jahres wichtige Entscheidungen für ihre Organisation treffen werden. Das Vertrauen in Systeme, die ohne menschliche Aufsicht arbeiten, ist allerdings deutlich geringer: Nur 25 Prozent der Befragten vertrauen ihnen vollständig.
Neue Rollen und Kompetenzen für die KI-Arbeitswelt
Um ihre Mitarbeiter auf KI-gestützte Arbeitsumgebungen vorzubereiten, setzen Unternehmen laut Bericht an mehreren Stellen an. 61 Prozent geben an, dass ihre Organisation bereits Rollen neugestaltet hat. Weitere 24 Prozent schaffen neue Stellen mit Schwerpunkt auf dem Management von KI.
Gleichzeitig bleibt der Aufbau der erforderlichen Kompetenzen eine Herausforderung.
52 Prozent der befragten Führungskräfte berichten, dass es zunehmend schwieriger wird, Mitarbeiter mit den passenden Fähigkeiten zur Weiterentwicklung ihrer KI-Strategie zu finden. Bislang hat erst ein Drittel der Unternehmen Schulungsprogramme vollständig eingeführt, die Beschäftigte dabei unterstützen sollen, effektiv mit KI-Tools zusammenzuarbeiten.
Governance als Grundlage für Vertrauen
Neben neuen Rollen und Qualifizierungsmaßnahmen kommt klaren Regeln für den KI-Einsatz eine wesentliche Bedeutung zu.
Allerdings verfügen bislang nur 33 Prozent der Unternehmen über klare Richtlinien, die festlegen, welche Entscheidungen KI treffen darf und welche nicht. Lediglich 27 Prozent nutzen ein Register und Überwachungskapazitäten für sämtliche ihrer KI-Systeme.
Die Studienergebnisse zeigen zugleich einen Zusammenhang zwischen Governance und Vertrauen: Unternehmen mit stärker ausgeprägten Governance-Strukturen berichten, dass ihre Belegschaft der KI-Strategie und deren Umsetzung stärker vertraut. Unternehmen mit einem hohen Vertrauensniveau geben zudem deutlich häufiger an, transformative Ergebnisse aus ihren KI-Investitionen zu erzielen.
Damit verdeutlicht der Bericht, dass der Erfolg künstlicher Intelligenz nicht allein von ihrer Verbreitung abhängt. Entscheidend ist auch, wie Unternehmen ihre Rollen und Arbeitsweisen gestalten, ihre Mitarbeiter auf den Wandel vorbereiten und durch Governance Vertrauen in den Einsatz der Technologie schaffen.
