Offboarding – unterschätzter Erfolgsfaktor im Employer Branding

Wie ein professionell gestalteter Abschied die Arbeitgebermarke stärkt und neue Fachkräfte anzieht.
© kununu
Offboarding – unterschätzter Erfolgsfaktor im Employer Branding
Dario Wilding, Head of External Communications bei kununu.

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„Ehemalige Mitarbeitende sind zentrale Stimmen der Arbeitgebermarke – ihre Exit-Erfahrung entscheidet, ob sie zu Fürsprecherinnen oder Kritikern werden“, erklärt Dario Wilding, Head of External Communications bei kununu.

Eine Analyse der Bewertungen, die Arbeitnehmer:innen anonym auf kununu abgeben, zeigt nun, dass sich das Offboarding-Prozedere massiv auf die Weiterempfehlungsrate und die generelle Attraktivität von Arbeitgebern auswirkt.

Unternehmen, die auf schnelle Abfertigung und unpersönlichen Abschied setzen, riskieren folglich neben Imageschäden auch größere Herausforderungen bei der Ansprache neuer Fachkräfte.

Offboarding ernst nehmen

Insgesamt wurden 196.102 kununu-Bewertungen untersucht, die im Zeitraum vom 1. Jänner 2023 bis zum 31. Dezember 2025 in Österreich abgegeben wurden. In 1.857 dieser Bewertungen, äußerten sich Nutzer:innen zu ihren Offboarding-Erfahrungen. Analysiert wurden Begriffe, die thematisch mit dem Ende eines Beschäftigungsverhältnisses zusammenhängen, darunter: Austritt, Offboarding, Kündigung, letzter Arbeitstag und Abschied.

Offboarding – unterschätzter Erfolgsfaktor im Employer Branding
© smarterpix / Elnur_

Obwohl nur knapp ein Prozent (konkret 0,95 Prozent) der untersuchten Bewertungen entsprechende Nennungen enthielten, zeichnen diese Daten ein klares Bild:

In der Regel fällt eine Bewertung deutlich schlechter aus, sobald Offboarding in ihr Erwähnung findet. So sinkt beispielsweise die durchschnittliche Weiterempfehlungsrate von 71,4 Prozent auf nur noch 20,1 Prozent. Auch die Auswirkungen auf den „kununu Score“ sind massiv – das heißt auf die Gesamtbewertung eines Arbeitgebers, die sich aus Kategorien wie beispielsweise Gehalt, Work-Life-Balance und Arbeitsbedingungen zusammensetzt.

Solche Gesamt-Reviews mit Offboarding-Bezug erreichen im Schnitt nur 2,47 von 5 Sternen – gegenüber 3,78 Sternen ohne Offboarding-Nennung.

„Die Zahlen legen nahe, dass man Offboarding nicht rein als administrativen Abschluss und lästige Pflicht sehen sollte, sondern als strategischen Bestandteil des Employer Brandings. Der letzte Eindruck, den ein Unternehmen hinterlässt, wirkt oft nachhaltiger als der erste – und zahlt auf die Strahlkraft eines Unternehmens auf dem Arbeitsmarkt ein“, unterstreicht Dario Wilding.

Eine Frage der Unternehmenskultur

Arbeitnehmer:innen, die eine schlechte Exit-Erfahrung machen, bewerten ihren Arbeitgeber vor allem in den Kategorien Arbeitsatmosphäre, Kommunikation und Vorgesetztenverhalten negativ, die allesamt in den Bereich der Unternehmenskultur fallen.

Gerade dieser Bereich gewinnt jedoch für junge Fachkräfte, um die heftig auf dem Arbeitsmarkt gebuhlt wird, zunehmend an Bedeutung, denn ehemalige Mitarbeiter:innen bleiben wichtige Markenbotschafter:innen oder potenzielle Rückkehrer:innen. Ihr Austritt prägt nachhaltig, wie über das Unternehmen gesprochen wird.

„Wird Kritik am Offboarding geäußert, geht es in den meisten Fällen nicht um formale Prozesse, sondern um die Erfahrung rund um die Kündigung. Angekreidet werden in dieser Hinsicht meist mangelnde Kommunikation, fehlende Transparenz und geringe Wertschätzung beim Abschied – allesamt Red Flags für junge Fachkräfte, denen bei der Jobauswahl aktuell viele Möglichkeiten offenstehen“, informiert Dario Wilding.

Entsprechend abschreckend wirken Erfahrungsberichte wie die folgenden:

  • „Die Kündigung kam völlig überraschend und wurde sehr unpersönlich abgewickelt.“

  • „Beim Austritt herrschte Chaos – keine klare Übergabe, keine Information, einfach nur schnell weg.“

  • „Nach der Kündigung wurde man komplett ignoriert, keinerlei Wertschätzung oder Feedback.“

Generell wird über Offboarding immer noch zu wenig gesprochen und entsprechend zu wenig investiert.

„Unternehmen, die nach dem Prinzip „Aus den Augen, aus dem Sinn“ agieren, laufen hier Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten. Viele Jobsuchende informieren sich heutzutage sehr genau über potenzielle künftige Arbeitgeber und ihren Umgang mit der Belegschaft“, ergänzt Dario Wilding abschließend.

https://www.kununu.com

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