Neues Quanten-Testlabor bei Infineon beschleunigt Forschung

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V.l.n.r.: Philipp Schindler (Quantenforscher Universität Innsbruck), Sabine Herlitschka (Vorstandsvorsitzende Infineon Austria), Heinz Mayer (Geschäftsführer Joanneum Research), Henrietta Egerth (Geschäftsfüherin FFG)

04.06.2022 | 2 min

Neues Quanten-Testlabor bei Infineon beschleunigt Forschung

Bei Infineon werden industriell gefertigte Quantenchips in kurzen Zyklen getestet, was die gemeinsame Forschung für Quantencomputer mit der Uni Innsbruck und JOANNEUM RESEARCH weiter vorantreibt.

Aufgrund seines revolutionären Potenzials gilt das Forschungsfeld der Quantencomputer als entscheidende Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. In der Entwicklung zu produktiv einsetzbaren Computern gibt es jedoch noch einige technische Herausforderungen zu bewältigen. Der globale Forschungswettlauf um die beste Technologie läuft daher auf Hochtouren. Mitten unter den Innovationstreibern ist ein Team aus Tirol, Kärnten und der Steiermark. Sie forschen im Projekt „OptoQuant“ gemeinsam an ionenbasierten Quantenprozessoren mit integrierter Optik, um damit marktfähige Quantencomputer zu realisieren.

Exzellente Forschungsallianz 

Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende Infineon Technologies Austria: „Mit den gemeinsamen Quantenaktivitäten nutzen wir die große Chance aus Österreich und Europa heraus in diesem globalen Zukunftsfeld an wegweisenden Entwicklungen möglichst eine Vorreiterrolle zu erarbeiten. Das neue Quanten-Testlabor bei Infineon in Villach verknüpft die wissenschaftlichen Erkenntnisse mit industriellen Technologien, in die wir unsere Spitzen-Kompetenz einbringen. Wir schaffen damit eine exzellente Forschungsallianz, um ganz vorne dabei zu sein und können die Quantentechnologie als Chance für Europa im globalen Wettbewerb nutzen. Dafür setzen wir uns bei Infineon aktiv ein.“

Das neue Quanten-Testlabor bei Infineon Austria bietet eine einzigartige Infrastruktur

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Einzigartige Infrastruktur 

Das neue Quanten-Testlabor bietet eine einzigartige Infrastruktur, die auf schnelle Testzyklen und einen zuverlässigen Betrieb ausgerichtet ist. In den Systemen mit spezieller Kühlung werden die Quantenteilchen gefangen und durch Laserwellen manipuliert. Die Messzeit eines industriell gefertigten Ionenfallenmoduls kann von mehreren Wochen auf einen Tag reduziert werden. Zudem können die einzelnen Quantenchips, die mit unterschiedlichen Fertigungsmethoden und Oberflächenmaterialien hergestellt werden, auch schneller überprüft, verifiziert und in ihrem Chipdesign verbessert werden.

Die Partnerschaft mit der Universität Innsbruck und JOANNEUM RESEARCH ist auch eine wichtige Drehscheibe für die nächste Generation von Quantenforscher:innen. Allein bei Infineon in Villach finden derzeit zehn Studierende perfekte Bedingungen für ihre wissenschaftlichen Arbeiten. Sie werden dabei von vier Quantenexpert:innen betreut. Zwei Quantenjobs bei Infineon sind aktuell zu besetzen.

Bedeutend für den heimischen Standort 

Zukunftsweisende Quanten-Leuchtturmprojekte brauchen auch entsprechende Rahmenbedingungen. Henrietta Egerth, FFG-Geschäftsführerin: „Wenn Unternehmen frühzeitig in Zukunftstechnologien investieren und mit innovativen Produkten ‚Made in Austria‘ punkten, dann ist das für den Wirtschaftsstandort Österreich von enormer Bedeutung. Daher freut es uns ganz besonders, wenn wir als FFG das neue Quanten-Testlabor von Infineon über das F&E-Projekt ‚OptoQuant‘ unterstützen können. Die FFG ermöglicht darüber hinaus mit ihrem europäischen Netzwerk die Stärkung von transnationalen Kooperationen für diese wichtige Zukunfts- und Schlüsseltechnologie.“

Vielversprechende Anwendungsmöglichkeiten

Quantencomputer haben das Potenzial, bestimmte komplexe und rechenintensive Aufgaben um ein Vielfaches schneller zu lösen als klassische Computer. Während heutige Computer mit Bits arbeiten und Rechenkombinationen nacheinander ausführen, kann ein Quantencomputer mit Qubits alle Rechenfragen gleichzeitig berücksichtigen. Es ist eine Gamechanger-Technologie, um bisher ungelöste Aufgaben zu lösen.

So könnten beispielsweise hochkomplexe Prozesse in der Logistik oder Energieversorgung rasch optimiert werden und zu robusten Lieferketten beitragen. Hohes Potenzial liegt auch in der Entwicklung neuer Medikamente, Impfstoffe oder der personalisierten Medizin, um Wirkungen und Nebenwirkungen schneller simulieren zu können. Auch in der Entwicklung völlig neuer, umweltfreundlicherer, leichterer Materialien ist einiges möglich.

Die Zukunft der Quantencomputer ist vielversprechend und wird vor allem dann disruptives Potenzial entfalten, wenn die Industrialisierung gelingt und die Technologie zum Nutzen der Gesellschaft eingesetzt wird.

Forschungsprojekt „OptoQuant“

Das Quanten-Testlabor wird im Rahmen des auf drei Jahre anberaumten Projekts „OptoQuant“ umgesetzt. Dieses startete im Juni 2021 und läuft bis 2024. Das Forschungsvolumen beträgt insgesamt 2,7 Millionen Euro und wird von der „Quantenforschung und Technologie“ Initiative der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung und der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG co-finanziert.

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