Mehr als eine Immobilie

© Richard Tanzer

Die TOP LEADER-Stimme der Immobilienwelt: Walter Senk

25.03.2022 | 3 min

Mehr als eine Immobilie

Quer durch alle Assetklassen werden von den heimischen Projektentwicklern in Europa neue nachhaltige Immobilien errichtet.

Dabei geht es aber nicht nur um das Gebäude selbst, sondern auch um andere Konzepte, wie die Einbettung in sein Umfeld.

Österreichs Immobilienunternehmen expandieren in ganz Europa. Dabei geht es aber längst nicht mehr darum, ein Gebäude in die Gegend zu stellen. Innovation und Nachhaltigkeit stehen de facto bei allen Projekten im Zentrum. „Wir legen bei allen Immobilienentwicklungen und Bestandsobjekten besonderen Wert auf Nachhaltigkeit“, sagt CEO Franz Jurkowitsch über die Immobilien von Warimpex. Auch beim Mogilska 35 Office im Geschäftsviertel Grzegórzki in Krakau ist das Ziel eine BREEAM-Excellent-Zertifizierung, wie sie bereits für andere Bürogebäude von Warimpex vorliegt. Das Bürogebäude wird aus sechs Büroetagen bestehen, im Erdgeschoß sind Einzelhandels- und Dienstleistungseinheiten untergebracht. Zahlreiche Firmen suchen abseits der „Hauptstadt-Preise“ nach günstigeren Büros in Städten mit guter Infrastruktur – in Polen beispielsweise in Krakau, Lodz oder Bialystok. Franz Jurkowitsch ist überzeugt, dass hochwertige Büroflächen auch in Zukunft gefragt sein werden, wiewohl sich die Art und Weise, wie Büros gestaltet werden, verändert – „weg vom Großraumbüro hin zu flexiblen Büroflächen, die den Anforderungen moderner Arbeitsumgebungen gerecht werden“. Grundsätzlich werden „alle Neubauten bereits bei der Errichtung begleitend zertifiziert, Bestandsgebäude schrittweise nachjustiert“. Nachhaltigkeit ist die oberste Maxime, und das nicht nur bei Warimpex.

An einem der wichtigsten Bürostandorte Budapests, der Váci út, plant die S IMMO AG den „Essence Garden“. Es handelt sich um ein Ensemble aus drei Büroimmobilien mit einer Nutzfläche von rund 29.000 Quadratmetern, „das nicht nur den Zeitgeist trifft, sondern auch einen weiteren Meilenstein in unserem Nachhaltigkeitsbestreben darstellen soll“, umreißt Vorstand Friedrich Wachernig dieses Engagement in Budapest. Der Büromarkt zeigt eine stabile Entwicklung, und die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen und insbesondere nachhaltigen Büroimmobilien ist weiterhin gegeben. „Dementsprechend war ein Büroprojekt wie ‚Essence Garden‘ der logische Schritt für uns“, so Wachernig. Ein weiteres zukunftsweisendes Projekt der S IMMO AG entsteht im Stadtteil Petržalka in Bratislava. An der Panónska cesta, einer wichtigen Verbindungsstraße zwischen der Innenstadt und dem südlichen Teil von Bratislava, ist eine „grüne“ und moderne Büroimmobilie geplant, die nahe bei den Wohnungen der Menschen liegt – im Sinne einer „Stadt der kurzen Wege“. Bewusst steht sie im Gegensatz zu innerstädtischen Bürohäusern, wie Friedrich Wachernig erklärt: „Wir möchten einen Ort schaffen, der sich durch seine hohe Aufenthaltsqualität innen wie außen hervorhebt und für seine Nutzer weit mehr als nur ein Büro darstellt.“

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Die Immofinanz –bereits jetzt größter Retail-Park-Anbieter Europas – plant 2022 ein Portfoliowachstum auf Basis der Marken STOP SHOP und myhive mit innovativen und flexiblen Office-Lösungen von aktuell fünf auf rund sechs Milliarden Euro. Die Expansion soll mit Ankäufen und Developments unter anderem in der Adriatic Region, Polen und Rumänien weitergeführt werden. Dietmar Reindl, COO der IMMOFINANZ: „Der italienische Markt ist eine perfekte Ergänzung und ein weiterer künftiger Wachstumstreiber für unsere erfolgreiche europäische STOP-SHOP-Retail-Plattform.“ In Kroatien soll die Anzahl der STOP SHOPs mittelfristig von aktuell vier auf mehr als 20 Standorte erhöht werden. Zudem soll der Einstieg in den Markt für nachhaltiges und leistbares Wohnen mit TOP on STOP zusätzliches Ertragspotenzial und Diversifikation schaffen. Generell geht man bei der Immofinanz davon aus, rund 50 Prozent der bestehenden und künftigen europaweiten STOP-SHOP-Standorte mit leistbaren und nachhaltigen Wohnflächen überbauen zu können.

Das zuletzt um rund 36 Millionen Euro erworbene Bucharest Financial Plaza in Bukarest wird bis 2024 ein myhive. Geplant ist die Modernisierung der Immobilie hin zu einem hochwertigen und „grünen“ Gebäude mit zumindest Gold-Nachhaltigkeitszertifizierung. Dietmar Reindl: „Im Zuge des geplanten Refurbishments werden wir auch dem öffentlichen Raum mehr Platz und mit einer begrünten Stadtterrasse einen hochattraktiven Anziehungspunkt für die Bewohner Bukarests bieten.“

Großes plant der JPI Hospitality Investors Club, die eigentümergesteuerte Investorengruppe mit Sitz in Wien rund um die beiden Gründer und geschäftsführenden Gesellschafter der JP Immobiliengruppe, Daniel Jelitzka und Reza Akhavan. In den nächsten 24 Monaten sollen rund 300 Millionen Euro in den Ankauf und die Renovierung von Freizeit- und Stadthotels in europäischen Großstädten und Premium-Freizeitregionen investiert werden. In der Umsetzung befinden sich bereits ein Leisure Lifestyle Beach Resort auf Mallorca, ein Lifestyle Cityhotel in Rotterdam und ein Leisure Lifestyle Hotel am Gardasee.

In Polen hat die S+B Gruppe mit den Widok Towers kürzlich das neue Landmark von Warschau fertiggestellt. Vis-à-vis vom Kulturpalast ragt das Immobilienjuwel 28 Stockwerke in die Höhe. Das neue Wahrzeichen erhebt sich am Fuße der Rotunde, an der Kreuzung der Straßen Al. Jerozolimskie und ul. Marszałkowska, oder anders gesagt direkt über der U-Bahnstation Centrum. Ein lebendiger Ort voller Geschäfte, Restaurants und Cafés. Für den Hochhauskomplex Widok Towers konnte die höchste Auszeichnung für nachhaltiges Bauen, nämlich die LEED Platin-Zertifizierung, erreicht werden. „Widok“ heißt auf Polnisch „Aussicht“ – und das ist nicht nur Programm der 95 Meter hohen Widok Towers, sondern auch der österreichischen Projektentwickler in Europa, nämlich gute Aussichten in der Zukunft.

Autor: Walter Senk