Globale CEOs rechnen weiterhin mit Umsatzplus und verbesserter Profitabilität

Aktuell sind 68 % der Führungskräfte vorwiegend optimistisch – vor vier Monaten waren es noch 84%.
© EY / Point of View
Globale CEOs rechnen weiterhin mit Umsatzplus und verbesserter Profitabilität
Eva-Maria Berchtold, Partnerin und Leiterin der Strategie- und Transaktionsberatung (Strategy and Transactions) bei EY Österreich.

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Die Vielzahl an politischen und wirtschaftlichen Krisen und Risiken sowie die gestiegene Unsicherheit bremsen zunehmend die Zuversicht von Konzernchef:innen weltweit. Gingen im September vergangenen Jahres noch 35 Prozent der CEOs von einer positiven Entwicklung der Konjunktur aus, schrumpfte der Anteil im Jänner dieses Jahres auf 24 Prozent weltweit. Auch der Anteil jener, die nur eingeschränkt zuversichtlich sind, geht zurück.

Somit sinkt der Anteil der Konjunkturoptimist:innen insgesamt weltweit von 84 auf 68 Prozent.

Globale CEOs rechnen weiterhin mit Umsatzplus und verbesserter Profitabilität
© EY-Parthenon CEO Outlook Survey | Januar 2026
Globale CEOs rechnen weiterhin mit Umsatzplus und verbesserter Profitabilität
© EY-Parthenon CEO Outlook Survey | Januar 2026

Trotz dieses deutlichen Stimmungsdämpfers gehen nach wie vor die meisten CEOs davon aus, mit ihren Unternehmen ein Umsatzplus erwirtschaften zu können: Weltweit sind 38 Prozent sehr optimistisch, weitere 54 Prozent sind eher optimistisch. Auch bei der Profitabilität herrscht nach wie vor überwiegend Optimismus.

Ein wichtiger Grund für den anhaltenden Optimismus der CEOs in Bezug auf die Entwicklung des eigenen Unternehmens: Die bisherigen Investitionen der Unternehmen in Künstliche Intelligenz zahlen sich bereits aus, und KI soll im Jahr 2026 der wichtigste Faktor zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit werden – wichtiger als strengeres Kostenmanagement, die Lokalisierung der Produktion oder das Eingehen von Kooperationen.

Wettbewerbsvorteile durch KI

Unternehmen weltweit und aus allen Branchen setzen alles auf eine Karte: Künstliche Intelligenz wird zunehmend als Antwort auf viele drängende Fragen und Probleme gesehen: als Antwort auf den Fachkräftemangel, als Möglichkeit, unternehmensinterne Abläufe sowie Forschung und Entwicklung deutlich zu beschleunigen.

Globale CEOs rechnen weiterhin mit Umsatzplus und verbesserter Profitabilität
© EY-Parthenon CEO Outlook Survey | Januar 2026

„Viele CEOs setzen darauf, dass der umfassende Einsatz von KI einerseits erhebliche Kostenvorteile bringt und andererseits die Geschwindigkeit beispielsweise in der Produktentwicklung deutlich erhöht. Der entscheidende Erfolgsfaktor ist dabei aber nicht allein die Technologie, sondern die Fähigkeit der Organisation, KI sinnvoll zu skalieren: mit den richtigen Kompetenzen, klaren Verantwortlichkeiten und einer Belegschaft, die den Wandel mitträgt“, erörtert Gunther Reimoser, Country Managing Partner von EY Österreich.

Die bisherigen Erfahrungen scheinen den CEOs recht zu geben. Weltweit sagen 20 Prozent der Befragten, dass der bisherige KI-Einsatz im Unternehmen die Erwartungen deutlich übertroffen habe, laut weiteren 58 Prozent wurden die Erwartungen leicht übertroffen. Gerade einmal drei Prozent berichten von negativen Erfahrungen.

Globale CEOs rechnen weiterhin mit Umsatzplus und verbesserter Profitabilität
© EY-Parthenon CEO Outlook Survey | Januar 2026

Damit liegt der Anteil der CEOs mit besonders positiven Erfahrungen weltweit bei 79 Prozent. Am wenigsten enthusiastisch zeigen sich die südkoreanischen CEOs, von denen „nur“ 74 Prozent von übertroffenen Erwartungen berichten.

„Künstliche Intelligenz allein ist aber nicht in der Lage, die Unsicherheiten auszugleichen, die durch die unbeständige Zoll- und Handelspolitik der USA entstehen“, führt Gunther Reimoser weiter aus.

Dennoch geben lediglich zwölf Prozent der weltweit befragten Unternehmen an, ihr geopolitisches Risikomanagement verbessern zu wollen.

Evaluierung der Investitionspläne

Allerdings reagieren viele CEOs und ihre Unternehmen auf das aktuelle geopolitische Umfeld und die Vielzahl an politischen und konjunkturellen Risiken mit einer Überprüfung ihrer Investitionsstrategie:

83 Prozent der weltweit befragten Konzerne geben an, dass sie infolge von geopolitischen und handelspolitischen Entwicklungen zuletzt Änderungen an ihren Investitionsplänen vorgenommen haben – wobei diese Änderungen sehr unterschiedlich ausfallen: Während 31 Prozent der CEOs den Stopp mindestens einer ursprünglich geplanten Investition nennen, geben 40 Prozent an, eine geplante Investition sogar beschleunigt zu haben.

Globale CEOs rechnen weiterhin mit Umsatzplus und verbesserter Profitabilität
© EY-Parthenon CEO Outlook Survey | Januar 2026

Den 17 Prozent, die einen geographischen Markt verlassen haben, stehen 22 Prozent gegenüber, die erstmals in einem Land oder einer Region investiert haben.

„Mehr denn je werden Investitionsentscheidungen derzeit zu einer Frage der Widerstandsfähigkeit. Geopolitische und handelspolitische Konflikte treffen einzelne Branchen sehr unterschiedlich, während gleichzeitig Lieferketten und Absatzmärkte grundlegend neu ausgerichtet werden. Unternehmen müssen daher trotz großen Handlungsdrucks umsichtig planen – denn fehlgeschlagene Investitionen in neue Märkte oder Technologien können erhebliche Verluste nach sich ziehen“, informiert Gunther Reimoser.

Bemerkenswert ist, wie unterschiedlich die befragten Unternehmen mit der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit umgehen: Während asiatische Unternehmen ohnehin geplante Investitionen häufig nochmals beschleunigen – in China liegt der Anteil bei 60 Prozent, in Südkorea und Japan bei 48 bzw. 46 Prozent – geben sich etwa deutsche Unternehmen (28 %) und französische Unternehmen (22 %) deutlich zurückhaltender.

Umgekehrt haben französische Unternehmen besonders häufig – zu 48 Prozent – mindestens eine geplante Investition abgebrochen, was in China nur auf 17 Prozent und in Japan auf 20 Prozent zutrifft.

Fusionen und Übernahmen im Aufwind

Dass die schwierige weltweite politische und wirtschaftliche Lage die Bereitschaft zu Investitionen nicht reduziert, zeigen auch die Ergebnisse bei der Frage nach geplanten M&A-Investitionen.

Globale CEOs rechnen weiterhin mit Umsatzplus und verbesserter Profitabilität
© EY-Parthenon CEO Outlook Survey | Januar 2026

Weltweit planen derzeit 53 Prozent der Konzerne eine Fusion oder Übernahme, vor vier Monaten waren es noch 48 Prozent.

„Der M&A-Appetit nimmt wieder zu, und wir sehen auch in Österreich wieder mehrere bedeutende Transaktionen. Gleichzeitig bleibt der Markt selektiv und nicht alle geplanten Übernahmen kommen tatsächlich zustande. Stetig wechselnde geo- und handelspolitische Bedingungen sowie die damit verbundenen Unsicherheiten, ein komplexes regulatorisches Umfeld und eine schwache Konjunktur führen häufig zu Verzögerungen oder zum Abbruch vorgesehener Investitionen. Die Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd – selbst bei anhaltend hohem Transformationsdruck in den Unternehmen“, ergänzt Eva-Maria Berchtold, Partnerin und Leiterin der Strategie- und Transaktionsberatung (Strategy and Transactions) bei EY Österreich.

Top-Investitionsdestinationen

Nach wie vor ist Nordamerika aus Sicht der befragten CEOs das bevorzugte Investitionsziel: 34 Prozent wollen in den kommenden zwölf Monaten in den USA investieren.

Dahinter folgen Kanada und Deutschland fast gleichauf mit jeweils 18 Prozent, gefolgt von Großbritannien (17 %) und Indien (12 %).

Das sind Ergebnisse des aktuellen CEO-Survey basierend auf einer Befragung von 1.200 CEOs weltweit. Die Umfrage wurde von Dezember 2025 bis Jänner 2026 durchgeführt.

https://www.ey.com

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