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Aktuelle Rahmenbedingungen setzen Immobilienbranche unter Druck

© PwC Österreich

Marius Richter, Real Estate Leader bei PwC Österreich.

Aktuelle Rahmenbedingungen setzen Immobilienbranche unter Druck

Zinsentwicklung, Inflation und europäisches Wirtschaftswachstum bleiben auch 2024 Thema.

Inflation, hohe Zinsen und ESG-Anforderungen setzen die europäische Immobilienbranche mächtig unter Druck. Das zeigen die Kernergebnisse der aktuellen Studie „Emerging Trends in Real Estate 2024 – getting fit for purpose“, die von PwC in Kooperation mit dem Urban Land Institute (ULI) veröffentlicht wurde.

Der jährliche Report beleuchtet die wichtigsten Herausforderungen und Trends von knapp 1.100 befragten Immobilien-Fachleuten aus ganz Europa, einschließlich Investor:innen, Bauträger:innen, Kreditgeber:innen und Berater:innen.

Wirtschaftlicher Ausblick

Der europäische Markt ist derzeit von schwierigen Rahmenbedingungen geprägt: Für 86 Prozent der Befragten stellt die Zinsbewegung die aktuell größte Herausforderung für den Immobiliensektor dar, dicht gefolgt von der Inflation (83 %) und dem schwachen europäischen Wirtschaftswachstum (75 %).

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Außerdem bereiten der Immobilienwirtschaft die steigenden Baukosten und die mangelnde Verfügbarkeit von Ressourcen (79 %) sowie weitere CapEx- und Nachhaltigkeitsanforderungen (jeweils 67 %) Kopfzerbrechen.

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„Wie unsere Studie bestätigt, befinden wir uns derzeit an einem Punkt im Marktzyklus, der unserer Erfahrung nach sehr gute Einstiegschancen für antizyklische Investor:innen bietet. Besonders diejenigen, die gleichzeitig ESG- und Digital-Transformation mitdenken, werden am Ende die marktgängigsten Immobilien schaffen“, erläutert Marius Richter, Real Estate Leader bei PwC Österreich.

So zeigt sich ein Drittel der Befragten optimistisch, dass die Rentabilität im Jahr 2024 wieder steigen wird. Das ist zwar eine Verbesserung des Geschäftsvertrauens im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent, trotzdem liegen diese Erwartungen deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt.

ESG-Anforderungen und die Immobilienbranche

Während die Branche in Europa mit wirtschaftlichen Herausforderungen zu kämpfen hat, sind vier Fünftel (79 %) der Befragten der Meinung, dass sich ESG-Aspekte in den nächsten 12 bis 18 Monaten wesentlich auf die Bewertungen von Vermögenswerten auswirken werden.

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Längerfristig wird erwartet, dass ESG-Aspekte bis 2050 den größten Einfluss auf Immobilien haben werden. Vor allem die Herausforderungen der ökologischen Nachhaltigkeit und der Regulatorien sorgen die Immobilienexpert:innen in den nächsten drei bis fünf Jahren.

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Als beschleunigende Faktoren für die Umsetzung von ESG werden zudem der Druck von institutionellen Investor:innen (71 %), Banken und Kreditgeber:innen (67 %) sowie Mieter:innen (56 %) genannt.

Neben dem verstärkten Fokus auf Nachhaltigkeitsanforderungen stehen auch künstliche Intelligenz, neue Technologien und die Digitalisierung hoch oben auf der Agenda der Immobilienbranche. 96 Prozent der Befragten erwarten, dass KI-Tools vor allem in den Bereichen Marketing und Vermietung zum Einsatz kommen werden. 95 Prozent gehen außerdem davon aus, dass KI künftig in der Planung und im Design unterstützen wird.

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Doch nicht alle sehen diese Entwicklung positiv: Aktuell wird künstliche Intelligenz auch von einem Drittel (34 %) als Herausforderung gesehen.

Immobilieninvestor:innen setzen Fokus auf Städte – Wien auf Platz 15

Bei so viel Unsicherheiten sind Immobilieninvestor:innen vorsichtiger denn je, wie und wo sie ihr Kapital in Europa anlegen. Für viele bedeutet dies, dass sie sich in risikoreicheren Zeiten auf Städte fokussieren, die Liquidität bieten. Dabei belegen London (1), Paris (2) und Madrid (3) die ersten drei Plätze des Städterankings. Auf London und Paris entfielen 2023 in den ersten neun Monaten rund 15 Prozent des gesamten Immobilientransaktionsvolumens in Europa.

Aktuelle Rahmenbedingungen setzen Immobilienbranche unter Druck

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Ausschlaggebende Faktoren für dieses Ranking waren für jeweils 93 Prozent die wirtschaftliche Leistung sowie die Verkehrsanbindung und für 90 Prozent die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten.

Obwohl Wien in vielen Kriterien der Studie positiv bewertet wurde, ist die österreichische Hauptstadt im Vergleich zum Vorjahr um drei Plätze auf Platz 15 zurückgefallen.

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„Wien gilt zwar durch eine Reihe von Standortvorteilen als attraktives Investitionsziel, ist aber durch hohe Zinsen, den Ukrainekrieg, die steigenden Baukosten und die Sorge um Energieknappheit belastet. Insgesamt sieht sich die Immobilienbranche mit einem schleppenden Wachstum und neuen Investitionsanforderungen konfrontiert, um die ESG-Konformität der Gebäude zu gewährleisten. Letztendlich ist aber jede Krise auch eine Chance“, ordnet Birgit Kraml, Vorsitzende des Urban Land Institute Österreich und Partnerin bei Wolf Theiss, die Ergebnisse ein.

Letztendlich werden die mittelfristigen Aussichten für Immobilien deutlich positiver, wenn man davon ausgeht, dass sich die Zinssätze stabilisieren und die wirtschaftlichen Unsicherheiten weitgehend verschwinden werden.

„Vor allem im Hinblick auf fortschreitende Megatrends wie die Urbanisierung, liegen riesige Chancen für die Immobilienwirtschaft vor uns. Je mehr wir zusammenarbeiten, um Themen wie Bewertungen, KI und Klimawandel anzugehen, desto mehr und früher können wir diese Chancen nutzen“, so Marius Richter abschließend.

Mehr Infos zur vollständigen Studie finden Sie hier

https://www.pwc.at