Zukunftsfit werden: Reform des Bildungssystems dringend notwendig

© Martin Jordan Fotografie

Am Vortragsabend in Wien (v.l.): Nils Kottke (Mitglied des Spängler-Vorstandes, Ressort Privatvermögen), Werner Zenz (Sprecher des Spängler-Vorstandes), Andreas Salcher (Unternehmensberater), Jakob Matuschka-Gablenz (Regionalleitung Wien) und Raphael Hartl (Regionalleitung Wien).

13.05.2022 | 1 min

Zukunftsfit werden: Reform des Bildungssystems dringend notwendig

Bankhaus Spängler lud zum Thema "Die 21st Century Skills".

„Unsere Schulen bereiten junge Menschen heute auf eine Welt vor, die es schon jetzt nicht mehr gibt.” Diese mutige Aussage untermauert der Unternehmensberater und Bestsellerautor Andreas Salcher mit dem Hinweis, dass unser Schulsystem noch immer Wissen vermittelt, das auf einem seit 80 Jahren fast unveränderten Lehrplan basiert. Salcher referierte vor rund 100 Gästen auf Einladung des Bankhaus Spängler unter dem Titel „Die 21st Century Skills” in Wien. Der kritische Vordenker fordert eindringlich eine Reform unseres Bildungssystems hin zu mehr Flexibilität, Verantwortung und Innovationsfähigkeit.

Längst überholtes Bildungssystem

Salcher ist Mitbegründer der „Sir Karl Popper Schule“ für besonders begabte Kinder. Seit 14 Jahren engagiert er sich mit seinem „CURRICULUM PROJECT” für bessere Schulen. Sein erstes im Jahr 2008 erschienenes Buch „Der talentierte Schüler und seine Feinde“ wurde zum Bestseller. Der gebürtige Wiener ist sicher: „Die Bewältigung von Themen wie der Digitalisierung der Arbeitswelt, des Klimawandels, der sozialen Gerechtigkeit und eines gesunden Lebensstils, setzt lernende Menschen voraus. Dem stehen große Defizite in unserem Bildungssystem entgegen.”

Auswendig lernen macht nicht zukunftsfit

Die Corona-Krise habe gezeigt, dass es auf einmal nicht mehr wichtig ist, ob ein paar Seiten mehr oder weniger Stoff gemacht wurden, sondern dass es um andere Fähigkeiten geht, die Menschen beherrschen müssen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, erklärte Salcher im Wiener Hotel Palais Hansen Kempinski. „Der visionäre Zukunftsdenker Yuval Harari geht davon aus, dass Menschen sich in Zukunft aufgrund des rapiden Fortschrittes der künstlichen Intelligenz alle 15 Jahre neu erfinden müssen”, so Salcher.

Die Kluft schließen

Wichtige Fähigkeiten, die junge Menschen im 21. Jahrhundert brauchen, seien unter anderem der kompetente Umgang mit Medien, Informationen und Daten, Kreativität, analytisches und kritisches Denken, selbständiges Arbeiten sowie Begeisterungsfähigkeit und Eigenmotivation. „Wissen gibt es überall gratis im Internet. Der Wunsch, zu lernen, ist dagegen nicht weit verbreitet. Dieser ist aber entscheidend für ein erfülltes Leben”, betonte Salcher und meint, wir alle stehen vor der wichtigen Frage: „Wie schließen wir die immer größer werdende Kluft zwischen jenen Fähigkeiten, die in unserem Schulsystem vermittelt werden und jenen, die junge Menschen in Zukunft brauchen?”

www.spaengler.at