Barbara Staudinger, Direktorin, Jüdisches Museum Wien, folgt Matthias Beitl nach, der den Verband seit 2024 geführt hat und sich nun ganz der bevorstehenden Wiedereröffnung des Volkskundemuseums Wien widmet. Gewählt wurde sie für die Funktionsperiode 2026 bis 2029 bei der Generalversammlung des Museumsbunds Österreich in Eisenstadt.
Gemeinsam mit ihr wurden Peter Fritz, Direktor, Salzburger Freilichtmuseum, Großgmain, und Ruth Swoboda, Direktorin, inatura Naturschau Dornbirn, als Vizepräsident:innen gewählt.
Barbara Staudinger ist Historikerin, Theaterwissenschaftlerin und Judaistin. Seit 2022 leitet sie das Jüdische Museum Wien, für das sie kürzlich einstimmig für eine weitere Funktionsperiode ab 2027 bestellt wurde. Zuvor war sie ab 2018 Direktorin des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben.
Angesichts angespannter öffentlicher Budgets ist die nachhaltige Finanzierung der österreichischen Museen eines der großen Themen der nächsten Jahre. Kürzungen treffen Museen besonders hart: Der größte Budgetposten ist das Personal. Wer niemanden entlassen und die Eintrittspreise nicht erhöhen will, spart bei Ausstellungen und Vermittlung – also genau dort, wo Museen in die Gesellschaft hineinwirken. Dabei zahlt sich jede Investition aus: Jeder in Museen investierte Euro bringt der Wirtschaft rund 1,80 Euro, mehr als 7.500 Menschen arbeiten in Österreichs Museen.
„Wir werden uns für eine nachhaltige Finanzierung der Museen einsetzen – nicht gegeneinander, sondern gemeinsam und im Gespräch mit der Kulturpolitik. Die zentrale Frage ist, welche Museumslandschaft Österreich langfristig haben will und was es braucht, um sie zu erhalten und für die Zukunft weiter zu gestalten. Dies im konstruktiven Dialog mit der Kulturpolitik zu verhandeln, wird ein zentrales Thema der nächsten Jahre sein. Denn Museen brauchen Planungssicherheit – nicht nur in guten Jahren“, so Barbara Staudinger.
Museen genießen hohes Vertrauen in der Bevölkerung, deutlich mehr als etwa politische Institutionen. Dieses Vertrauen gilt es zu nutzen: Museen sollen Orte sein, an denen alle willkommen sind und an denen über gesellschaftliche Gräben hinweg miteinander gesprochen wird. Dazu gehören leistbare Zugänge für alle und die Anerkennung der Museen als Partner für Bildung, Demokratie und sozialen Zusammenhalt.
„Gerade in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung dürfen sich Museen nicht in neutrale Räume zurückziehen. Sie sollen offen sein, zuhören und unterschiedliche Perspektiven zulassen. Offenheit bedeutet aber nicht Beliebigkeit. Museen tragen Verantwortung für wissenschaftliche Standards, für ihre Sammlungen, für ihre Mitarbeiter:innen und für die Menschen, die sie besuchen. Diese Verantwortung müssen wir auch deutlich kommunizieren“, erklärt Ruth Swoboda.
Der Vorstand des Museumsbunds Österreich dankt Matthias Beitl für sein Engagement an der Spitze des Verbands. Er hat die Interessen der österreichischen Museen mit großem Einsatz gegenüber Politik und Öffentlichkeit vertreten und konzentriert sich als Direktor des Volkskundemuseums Wien nun ganz auf die Wiedereröffnung seines Hauses nach der Generalsanierung des Palais Schönborn.
