Inspirationsstätte Attersee: Lebens- und Schaffensort von Klimt und Teschner

Das Klimt Zentrum am Attersee lädt zur neuen Ausstellung „Poesie der Landschaft – Klimt und Teschner“.
© Gernot A. Biermeier
Inspirationsstätte Attersee: Lebens- und Schaffensort von Klimt und Teschner
Richard Teschner, „Attersee“ (1917)

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Der Attersee und Gustav Klimt – eine Verbindung, die seit über einem Jahrhundert nichts von ihrer Faszination verloren hat. Ab dem 22. Mai 2026 eröffnet das Klimt Zentrum am Attersee eine neue Ausstellung mit dem Titel „Poesie der Landschaft Klimt und Teschner“.

Sommerfrische am Attersee

Gustav Klimt verbrachte zwischen 1900 und 1916 seine Sommerfrische ausnahmslos am Attersee und holte sich die Inspiration aus der Natur und seinen, streng immer wiederkehrenden, Tagesabläufen, die er mit Rudern, Schwimmen, Malen, Frühstücken, Lesen, Schreiben oder auch Kegeln verbrachte.

Das Klimt Zentrum in Schörfling am Attersee, im Ortsteil Kammern, befasst sich im dritten Jahr genau mit diesem Wirken am Originalschauplatz und macht Gustav Klimts Freizeitgestaltung, die untrennbar mit der Region des Attersees verbunden ist, eindrucksvoll auch noch heute für alle erlebbar.

Inspirationsstätte Attersee: Lebens- und Schaffensort von Klimt und Teschner
Gustav Klimt, „Gertrude Flöge“ (1912)
© Villa Paulick

Im Mittelpunkt steht die Rückkehr eines besonderen Werkes: Gustav Klimts Zeichnung „Gertrude Flöge“ (Nichte von Emilie Flöge – Anm. d. Red.) aus dem Jahr 1912 wird nach längerer Abwesenheit wieder am Attersee zu sehen sein.

Ein Ort – zwei Künstler

Die von Gernot A. Biermeier kuratierte Ausstellung widmet sich der künstlerischen Auseinandersetzung zweier bedeutender Positionen des 20. Jahrhunderts mit einem gemeinsamen realen Ort: dem Attersee und der Villa Paulick in Oberösterreich.

Die Landschaftsmalerei Gustav Klimts wird mit den bildnerischen Arbeiten Richard Teschners gegenübergestellt und in einen konkreten regionalen sowie kulturhistorischen Kontext eingebettet. Ausgangspunkt ist die zentrale Bedeutung des Attersees als Lebens- und Schaffensort beider Künstler. Während Gustav Klimt hier wesentliche Teile seines Landschaftsœuvres entwickelte, nutzte Richard Teschner die Villa Paulick als Rückzugs- und Arbeitsraum, in dem Zeichnungen, Entwürfe und Studien entstanden, die spätere Werkphasen vorbereiteten.

Gustav Klimts Weltruhm und die Bekanntheit seiner Gemälde sind unumstritten, aber die emotional bedeutendste Wirkungsstätte für seine Landschaftsmalerei war für ihn der Attersee. Alle insgesamt 46 ausschließlich quadratischen Gemälde entstanden am, auf oder rund um den Attersee.

Diese flächig-ornamentalen, fast abstrakten Landschaftsbilder mit ihren türkisblau schimmernden Wasseroberflächen, den bunten Bauerngärten, Blumenwiesen, idyllischen Seeufern oder detailverliebten Bäumen und Wäldern kommen fast alle ohne Tiefenperspektive oder Horizont aus. So entsteht eine Art Zoom-Effekt wie durch eine Fotolinse, der alle Sinne anspricht und die Betrachter:innen förmlich ins Geschehen des jeweiligen Landschaftsszenarios zieht.

Gezeigt werden thematisch ausgewählte Arbeiten Gustav Klimts in digitaler Präsentationsform sowie Landschaftsbilder, Zeichnungen und Entwürfe Richard Teschners aus seiner Zeit in der Villa Paulick, die bis jetzt kaum öffentlich gezeigt wurden.

Inspirationsstätte Attersee: Lebens- und Schaffensort von Klimt und Teschner
Pablo Meier-Schomburg, „The Destroyed Kiss“ (2025)
© Rafael Fasching

Ergänzend sind zeitgenössische Positionen von Heinz Kasper und Pablo Meier-Schomburg vertreten, die neue Perspektiven auf Landschaft, Wahrnehmung und künstlerische Transformation eröffnen.

Klimt und Teschner im künstlerischen Dialog

Verdichtung von Farbe, Struktur und Rhythmus, bei Richard Teschner als facettenreiche bildnerische Vision zwischen Wahrnehmung und Symbolik. Ziel ist es, Landschaft als verbindendes Element sichtbar zu machen und neue kunsthistorische Perspektiven auf beide Künstler zu eröffnen.

Ein Highlight der Ausstellung bildet eine Porträtreihe, in der Gustav Klimt und Richard Teschner einander visuell begegnen und der dialogische Gedanke der Ausstellung in konzentrierter Form erfahrbar wird.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Einbettung dieser historischen Positionen in die Gegenwart: Mit Arbeiten der zeitgenössischen Künstler Heinz Kasper und Pablo Meier-Schomburg erweitert die Ausstellung das Themenfeld um aktuelle künstlerische Zugänge zum Attersee und zur Rezeptionsgeschichte Gustav Klimts.

Heinz Kasper entwickelt in seinen Arbeiten Räume, die Licht, Farbe und Form zu atmosphärischen Erfahrungen verbinden. Pablo Meier-Schomburg setzt sich in farbintensiven und experimentellen Bildwelten mit kunsthistorischen Motiven und landschaftlichen Erinnerungsräumen auseinander – sein Werk „The Destroyed Kiss“ steht exemplarisch für diesen dialogischen Bezug zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Ausstellungsdauer: 22. Mai bis 25. Oktober 2026

Öffnungszeiten: Mi – Fr: 11–17 Uhr und Sa & So: 10–17 Uhr (ab Oktober verkürzte Öffnungszeiten)

Adresse: Klimt Zentrum, Hauptstraße 30, 3861 Schörfling

https://klimt-zentrum.at

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