Kräftiges Absatzplus bei Elektroautos am europäischen Neuwagenmarkt

Modelle im günstigen Preissegment sowie chinesische Hersteller treiben den Absatz im E-Sektor.
© EY / Stefan Seelig
Kräftiges Absatzplus bei Elektroautos am europäischen Neuwagenmarkt
Axel Preiss, Leiter Industrials bei EY Österreich.

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Auf dem europäischen Neuwagenmarkt geht es weiter aufwärts: Die Neuzulassungen in der EU stiegen um 13 Prozent. Mit 1,17 Millionen Neuzulassungen wurde der höchste März-Absatz seit sieben Jahren erreicht – zuletzt wurden im März 2019 mit 1,26 Millionen mehr Neuwagen zugelassen.

In Österreich stiegen die Neuzulassungen sogar noch stärker: um 27 Prozent im März, im ersten Quartal um 17 Prozent.

Kräftiges Absatzplus bei Elektroautos am europäischen Neuwagenmarkt
Neuzulassungen im März 2026 im Vergleich zum Vorjahr
© EY

„Der kräftige Anstieg der Neuzulassungen im März hat unterschiedliche Ursachen. Einerseits wirkten sich Kalendereffekte aus, etwa ein zusätzlicher Arbeitstag. Andererseits haben einige Hersteller zum Quartalsende offenbar nochmals gezielt Fahrzeuge in den Markt gebracht, unter anderem über Tageszulassungen. Es besteht daher die Gefahr, dass der starke März kein nachhaltiger Trend ist und sich die Marktentwicklung in den kommenden Monaten wieder abschwächt“, erklärt Axel Preiss, Leiter Industrials bei EY Österreich.

Axel Preiss begründet seine Skepsis mit der aktuellen Wirtschaftslage in Europa:

„Das gesamtwirtschaftliche Umfeld in Europa bleibt herausfordernd. Die Spannungen im Nahen Osten, stark steigende Treibstoffpreise sowie eine voraussichtlich wieder höhere Inflation werden die Nachfrage nach Neuwagen dämpfen. In Phasen hoher Unsicherheit werden größere Investitionen häufig aufgeschoben.“

Marktanteilsverlust deutscher Autobauer

Im ersten Quartal lag der EU-Marktanteil der deutschen Autokonzerne nur noch bei 37,9 Prozent, nach 38,2 Prozent im Vorjahreszeitraum – der Marktanteil schrumpfte also leicht um 0,3 Prozentpunkte. Immerhin: Alle drei deutschen Konzerne verzeichneten Absatzzuwächse, in Summe stieg ihr EU-Absatz allerdings nur um 3,1 Prozent.

Der Gesamtmarkt legte hingegen um 4,0 Prozent zu. Deutlich stärker als die deutschen Konzerne wuchsen insbesondere BYD (plus 170% im ersten Quartal), Tesla (plus 60%) und Stellantis (plus 9%). Der chinesische Hersteller SAIC wuchs um sechs Prozent und damit ebenfalls etwas stärker als der Gesamtmarkt.

„Die aktuelle Marktoffensive chinesischer Automobilhersteller zeigt klare Wirkung. Attraktive Preise und zum Teil sehr überzeugende technische Kennzahlen führen zu spürbaren Absatzsteigerungen. Während die Marktanteile in Mittel- und Nordeuropa bislang noch gering sind, gewinnen chinesische Marken insbesondere in Südeuropa zunehmend an Bedeutung“, unterstreicht Axel Preiss.

Wachstumsschub bei Elektroautos

Die Neuzulassungen von Elektroautos stiegen im März EU-weit um 49 Prozent, im ersten Quartal um 33 Prozent.

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Neuzulassungen von E-Autos in der EU und Marktanteile
© EY

Der Marktanteil stieg im März von 15,3 auf 20,2 Prozent. In Österreich stieg die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos im März um 34 Prozent, und im ersten Quartal um 22 Prozent. Der Elektro-Marktanteil erreichte im Monat März 24,9 Prozent (Vorjahr: 23,6 %).

„Das Angebot an attraktiven E-Modellen wächst stetig, vor allem auch im günstigeren Preissegment, in dem staatliche Förderungen häufig kaufentscheidend sind. Zusätzlich verzeichnen wir besonders hohe Wachstumsraten bei Elektrofahrzeugen chinesischer Hersteller“, informiert Axel Preiss.

So gut wie keinen Einfluss auf die steigenden E-Auto-Neuzulassungen hatte im März hingegen, laut Axel Preiss, der starke Anstieg der Kraftstoffpreise infolge des Kriegs im Nahen Osten:

„Die aktuell hohen Kraftstoffpreise erhöhen grundsätzlich das Interesse an Elektroautos. Ein Autokauf ist jedoch eine langfristige Entscheidung, die nicht kurzfristig getroffen wird. Zudem vergehen zwischen Kaufentscheidung und tatsächlicher Neuzulassung meist mehrere Wochen oder Monate. Auswirkungen der gestiegenen Spritpreise werden sich daher frühestens in den April-Zahlen zeigen – wahrscheinlicher ist ein Effekt erst in der zweiten Jahreshälfte.“

Unterschiede innerhalb Europas

In 14 der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union lag der Elektroautoanteil im März unter zehn Prozent.

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Marktanteil von Elektroautos im März 2026
© EY

Lediglich in fünf Mitgliedstaaten der Europäischen Union überschritt der Anteil neu zugelassener Pkw mit Elektroantrieb im März die Marke von 30 Prozent.

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Entwicklung der Neuzulassungen von Elektroautos im März 2026
© EY

Während im Norden Europas Elektroautos inzwischen hohe Marktanteile erreichen, kommen im Osten und Südosten nach wie vor nur sehr wenige Elektroautos neu auf die Straße: In Skandinavien (einschließlich des nicht-EU-Landes Norwegen) stieg der BEV-Marktanteil im März von 54 auf 66 Prozent. In Osteuropa legte er hingegen nur von fünf auf sieben Prozent zu.

Im vergangenen Monat war wie schon im Februar erneut das Tesla Model Y das meistzugelassene Elektroauto in Westeuropa, gefolgt vom Skoda Elroq.

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© Open AI

In den zwölf westeuropäischen Ländern, für die entsprechende Daten verfügbar sind, lag mit dem Leapmotor T03 erstmals ein chinesisches Elektroauto auf dem dritten Platz (Tesla auf den ersten zwei Plätzen – Anm. d. Red.) – aufgrund einer sehr starken Performance in Italien.

Plug-in-Hybride weiter auf dem Vormarsch

Weniger stark als bei Elektroautos kletterten die Neuzulassungen bei Plug-in-Hybriden, die EU-weit im März um 28 Prozent zulegten – der Marktanteil stieg von 8,0 auf 9,1 Prozent. In Österreich wurde ein Absatzwachstum von 39 Prozent registriert, der Marktanteil stieg von 8,8 auf 9,6 Prozent.

Die höchsten Marktanteile erzielten Plug-in-Hybride im März in Schweden und den Niederlanden (jeweils 24 %). Der kombinierte Marktanteil beider elektrischen Antriebsarten (BEV und PHEV) war in Dänemark (78 %) und Schweden (66 %) am höchsten unter allen EU-Ländern.

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