Hubert Wetschnig: Forschungsprämie als Innovationsmotor im Bau

Die Diskussion um die Einschränkung der Forschungsprämie betrifft auch die Bauwirtschaft.
© Philipp Horak
Hubert Wetschnig: Forschungsprämie als Innovationsmotor im Bau
Hubert Wetschnig, CEO der HABAU GROUP

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Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es klare und stabile Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung (F&E). Die Forschungsprämie ist ein wichtiger Treiber für den Innovationsstandort Österreich und so auch für die Bauwirtschaft. Sie wirkt nicht nur als finanzieller Anreiz, sondern als Investitionshebel.

Gerade in der Baubranche entsteht Fortschritt oft nicht in der Theorie, sondern direkt auf der Baustelle. Neue Materialien, digitale Prozesse oder nachhaltige Bauweisen müssen auch unter realen Bedingungen getestet werden.

Gibt es hier Einschränkungen im Forschungsbudget, hat das unmittelbare Auswirkungen auf die Innovationsfähigkeit der Bauwirtschaft.

Ohne F&E keine Transformation

Forschung und Entwicklung sind wesentliche Treiber für Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen, die kontinuierlich in Innovation investieren, dominieren häufig ganze Wertschöpfungsketten. Bau-Prototypen wirken dabei weit über das einzelne Projekt hinaus: Erkenntnisse werden rasch in Standards, Ausschreibungen und Ausführungsroutinen übertragen und heben so das Qualitäts- und Effizienzniveau der gesamten Branche.

Hubert Wetschnig Forschungsprämie als Innovationsmotor im Bau
© smarterpix / Kuzmafoto

Auch die anstehenden Transformationsaufgaben – von der Dekarbonisierung über Kreislaufwirtschaft bis zu Produktivitätsfortschritten – erfordern reale Testbedingungen. Viele Weiterentwicklungen entstehen erst durch Probeläufe und Lernkurven in der Praxis.

Eine unklare oder zu enge Auslegung der Forschungsprämie mindert die Attraktivität des österreichischen Standorts für innovative Unternehmen und Fachkräfte. Projekte werden kleiner, verzögert oder – im schlimmsten Fall – ins Ausland verlagert. Zudem steigt der Aufwand für Dokumentationen und Nachweise. Wichtige Ressourcen fließen dann in Bürokratie statt in Forschung, was insbesondere kleinere Unternehmen stark betrifft.

Die Bauwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Um diese zu bewältigen, benötigen wir niederschwellige Rahmenbedingungen, die Innovation in der Praxis ermöglichen und gleichzeitig den Standort sichern.

Die Forschungsprämie ist dafür ein wichtiger Baustein. Sie trägt dazu bei, die Produktivität zu steigern und die Transformation der Branche zu beschleunigen – und somit den Wirtschaftsstandort insgesamt zu stärken.

Autor: Hubert Wetschnig

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