Die Wirtschaft kann nachhaltiges Wachstum Christoph Neumayer IV

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Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV)

03.12.2021 | 1 min

Die Wirtschaft kann nachhaltiges Wachstum…

…wenn die Rahmenbedingungen stimmen, um die anstehenden Herausforderungen bewältigen zu können.

Die Industrie sorgt – trotz neuerlichem Lockdown – weiter für good news in ganz Österreich: Die industriegetragene Erholung zeigt sich in einer bemerkenswert robusten Verfassung. Die Ergebnisse der aktuellen IV-Konjunkturumfrage weisen auf eine fortgesetzte konjunkturelle Erholung auch im kommenden Jahr hin. Zwar verringert sich die Expansionsdynamik im Vergleich zum heurigen Jahr erheblich und die COVID-Verunsicherung trägt dazu bei, aber die Erholung bleibt erhalten.

Diese Entwicklung ist jedoch kein Selbstläufer. Eine Reihe von Herausforderungen müssen für die Betriebe bewältigbar sein. Dies gilt – neben COVID – etwa für den sich weiter verschärfenden Arbeitskräftemangel sowie für Preissteigerungen und Verfügbarkeitsengpässe bei Industrierohstoffen, Energie und in der Vorproduktion.

Klar ist: Die Ursachen dieser Entwicklung können von einer mittelgroßen Volkswirtschaft wie Österreich nicht im Alleingang beseitigt werden. Trotzdem müssen die negativen Auswirkungen durch kurzfristige Maßnahmen gedämpft und damit Wirtschaft und Arbeitsplätze vor Schaden bewahrt werden. Wichtig ist es, jetzt rasch und richtig zu handeln.

Für die Fachkräftesicherung wichtig: Die im Rahmen der Steuerreform erfreulicher Weise beschlossene Mitarbeitererfolgsbeteiligung muss nun adäquat und möglichst schon für 2021/22 realisiert werden. Analog zur Corona-Prämie sollte sie brutto für netto ausgezahlt werden können. Das wäre fair und eine unbürokratische Lösung.

Die mit der Steuerreform angekündigte Härtefallregelung für energieintensive Unternehmen, die Betriebe vor Carbon Leakage schützen soll, muss ebenfalls rasch und klug ausgestaltet werden.

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Zur Dämpfung der Energiepreisentwicklung wichtig: Die mit der Steuerreform angekündigte Härtefallregelung für energieintensive Unternehmen, die Betriebe vor Carbon Leakage schützen soll, muss ebenfalls rasch und klug ausgestaltet werden. Dabei sollte aus den deutschen Erfahrungen gelernt werden. In Deutschland erhalten Unternehmen einen finanziellen Ausgleich, wenn die Brennstoffkosten mehr als 20 Prozent der Gesamtkosten ausmachen oder der Anteil der Zusatzkosten 20 Prozent der Bruttowertschöpfung übersteigen. Die Prozentsätze in Österreich sollten jedoch niedriger sein, da die Praxis in Deutschland zeigt, dass Mittelstandsunternehmen bereits Insolvenz anmelden mussten.

Es bleibt dabei: Die Industrie gibt nicht nur Stabilität in Krisenzeiten, sie ist auch das Rückgrat für wirtschaftliche Erholung -trotz Pandemie – in unserem Land. Aber dafür müssen die Rahmenbedingungen klug und wirksam verbessert werden.

Autor: Christoph Neumayer