Christoph Leitl: ERASMUS Austauschprogramm für Jungunternehmer

Das „Auslandssemester“ für Gründer bei erfahrenen Unternehmern wird von der EU finanziert.
© kucera
Christoph Leitl: ERASMUS Austauschprogramm für Jungunternehmer
Europa-Experte Christoph Leitl

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In enger Zusammenarbeit mit Jean-Claude Juncker, dem ehemaligen Präsidenten der Europäische Kommission, habe ich ein internationales Austauschprogramm für junge Unternehmerinnen und Unternehmer initiiert und erfolgreich umgesetzt.

Das Programm „Erasmus für Jungunternehmer:innen“ eröffnet Gründerinnen und Gründern die Möglichkeit, für einen Zeitraum von ein bis sechs Monaten bei einer erfahrenen Unternehmerin oder einem erfahrenen Unternehmer im europäischen Ausland zu arbeiten und gemeinsam konkrete Projekte zu entwickeln.

Im Mittelpunkt steht ein partnerschaftlicher Austausch auf Augenhöhe, der weit über ein klassisches Praktikum oder ein Angestelltenverhältnis hinausgeht und bewusst als kooperative Zusammenarbeit konzipiert ist.

Ziele

Die Idee hinter dem Programm ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Durch die direkte Zusammenarbeit profitieren beide Seiten vom intensiven Wissens- und Erfahrungstransfer. Junge Unternehmerinnen und Unternehmer erhalten Einblick in etablierte Geschäftsmodelle, stärken ihre Managementkompetenzen und gewinnen praktische Erfahrung im internationalen Umfeld.

Die gastgebenden Unternehmerinnen und Unternehmer wiederum profitieren von neuen Perspektiven, frischen Ideen und einem erweiterten Blick auf ihr eigenes Unternehmen. Gleichzeitig entstehen neue Geschäftsbeziehungen, internationale Kooperationen und ein tieferes Verständnis für unterschiedliche Märkte und wirtschaftliche Kulturen.

Perspektiven, Chancen und Voraussetzungen

Das von der Europäischen Union finanzierte Business-Austauschprogramm hat sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Mehr als 14.000 erfolgreiche Verwirklichungen in 45 teilnehmenden Ländern belegen die nachhaltige Wirkung des Programms.

Die Teilnehmenden werden individuell durch Vermittlungsstellen – etwa die Junge Wirtschaft – betreut und erhalten für die Dauer ihres Aufenthalts einen finanziellen Zuschuss. Ein Alterslimit besteht nicht, entscheidend sind vielmehr unternehmerische Motivation, ein tragfähiges Projekt und die Bereitschaft zum gegenseitigen Lernen.

Christoph Leitl ERASMUS Austauschprogramm für Jungunternehmer
© smarterpix / LustreArt

Für Gründerinnen und Gründer bietet das Programm die Chance, von erfahrenen Führungspersönlichkeiten zu lernen, internationale Netzwerke aufzubauen, neue Märkte zu erschließen und die eigene Geschäftsidee unter realen Bedingungen weiterzuentwickeln.

Erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer erhalten im Gegenzug Zugang zu innovativen Impulsen, können neue Geschäftsmöglichkeiten entwickeln, internationale Kontakte knüpfen und den Wissensaustausch innerhalb ihres Unternehmens stärken.

Auf diese Weise entsteht eine klassische Win-win-Situation für alle Teilnehmer.

Die Teilnahme ist an klar definierte, zugleich bewusst niedrig angesetzte Voraussetzungen gebunden. Gastunternehmerinnen und Gastunternehmer sollten Eigentümerinnen oder Eigentümer eines kleinen oder mittleren Unternehmens sein, über mehr als drei Jahre unternehmerische Erfahrung verfügen und bereit sein, ihr Wissen als Mentorinnen oder Mentoren weiterzugeben sowie internationale Geschäftsbeziehungen auszubauen. Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer hingegen sollten sich in der Gründungsphase befinden oder ihr Unternehmen erst vor kurzem gegründet haben, nicht länger als drei Jahre selbständig sein und einen überzeugenden Businessplan vorlegen, der die Weiterentwicklung ihrer Geschäftsidee erkennen lässt.

Voraussetzung ist zudem, dass zwischen den teilnehmenden Personen zuvor keine Geschäftsbeziehung bestanden hat, um einen echten Austausch neuer Perspektiven zu gewährleisten.

In wenigen Schritten zum Austausch

Der Weg zum Austausch ist bewusst schlank organisiert: Nach der Online-Anmeldung (hier) und Einreichung der Bewerbung wird eine passende Unternehmerin oder ein passender Unternehmer in einem anderen teilnehmenden Land gefunden. Anschließend entwickeln beide Seiten gemeinsam einen Projektplan, der der Europäischen Kommission zur Freigabe vorgelegt wird.

Mit der Unterzeichnung des Finanzierungsvertrags beginnt schließlich der Austausch – und damit ein intensiver Lern- und Kooperationsprozess, der unternehmerische Innovation, internationale Vernetzung und europäische Zusammenarbeit auf konkrete und nachhaltige Weise miteinander verbindet.

Sollten Sie Interesse an der Teilnahme an dieser Möglichkeit des europäischen Austausches haben stehe auch ich Ihnen gerne unter christoph.leitl@eb-austria.eu zur Verfügung. Ich bin stolz darauf, dass diese Initiative ein konkreter Schritt zu einer europäischen Verständigung darstellt, die in Zeiten wie diesen einen besonderen Stellenwert hat.

Autor: Christoph Leitl

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