AIT erobert Top-Platzierungen beim Houskapreis und beweist Innovationskraft

Erster Platz für „Voltera“ sowie dritter Platz für „Green Manikin“ illustrieren Stärke angewandter Forschung.
© Alexander Müller
AIT erobert Top-Platzierungen beim Houskapreis und beweist Innovationskraft
Gewinner des renommierten Houskapreis 2026 in der Kategorie „Außeruniversitäre Forschung“ – v.l.n.r.: Erich Hampel (B&C), Friederich Kupzog (AIT), Mark Stefan (AIT), Bharath Varsh Rao (AIT), Gregor Taljan (Energienetze Steiermark) sowie Birgit Noggler (B&C).

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Das Austrian Institute of Technology (AIT) zählt zu den großen Gewinnern des Houskapreis 2026: Mit dem Projekt „Voltera“ holte das AIT den ersten Platz in der Kategorie „Außeruniversitäre Forschung“, zudem wurde „Green Manikin“ als drittplatziertes Projekt ausgezeichnet.

Damit unterstreicht Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung eindrucksvoll ihre Rolle als Innovationstreiber an der Schnittstelle von Wissenschaft, Industrie und Gesellschaft.

„Die Auszeichnungen beim Houskapreis zeigen eindrucksvoll, welchen Impact angewandte Forschung entfalten kann – von der Energiewende bis hin zu innovativen XR-basierten Trainingslösungen. Am AIT schlagen wir die Brücke von der Grundlagenforschung zur Innovation und bringen Lösungen rasch in die Praxis, wo sie echten Mehrwert für Wirtschaft und Gesellschaft schaffen“, betont Andreas Kugi, Scientific Director des AIT.

Echtzeitanalyse von Stromnetzen

Mit dem rasanten Ausbau von Photovoltaik, Wärmepumpen, Batteriespeichern und Elektrofahrzeugen stehen insbesondere Niederspannungsnetze zunehmend unter Druck. „Voltera“ setzt genau hier an: Das System analysiert in Echtzeit den Zustand von Stromnetzen und berechnet dynamisch, wie viel Energie sicher aufgenommen oder abgegeben werden kann.

Dadurch können erneuerbare Energien effizient integriert werden, ohne die Stabilität der Netze zu gefährden.

Kern der Technologie ist die Kombination aus deterministischer Netzberechnung und künstlicher Intelligenz. Auch in Bereichen ohne direkte Messinfrastruktur kann „Voltera“ den Netzzustand präzise rekonstruieren und optimale Betriebsgrenzen für Anlagen wie Photovoltaik-Systeme oder Batteriespeicher ableiten. In realen Anwendungen konnte so unter anderem die Spannungsstabilität deutlich verbessert und Netzungleichgewichte reduziert werden.

AIT erobert Top-Platzierungen beim Houskapreis und beweist Innovationskraft
Das Projektteam von „Voltera“ bei der gemeinsamen Arbeit im Labor.
© Gregor Hofbauer

„Mit Voltera zeigen wir, wie datengetriebene Methoden und physikalisches Systemverständnis zusammenwirken können, um die Energiewende aktiv zu ermöglichen. Unser Ziel ist es, Netzbetreibern ein Werkzeug an die Hand zu geben, das nicht nur präzise Analysen liefert, sondern auch unmittelbar in den Betrieb integriert werden kann. Damit schaffen wir die Grundlage für ein sicheres, flexibles und nachhaltiges Energiesystem“, verdeutlicht Projektleiter Bharath Varsh Rao.

KI-gestütztes Mixed Reality Erste-Hilfe-Training

Richtiges Handeln in Notfällen rettet Leben – zugleich sind realitätsnahe Trainings teuer, logistisch aufwändig und schwer reproduzierbar. Die ebenfalls prämierte Trainingslösung „Green Manikin“ adressiert dieses Problem, indem reale Handgriffe an einer Patientensimulationspuppe mit Mixed Reality (MR) basierend auf Green-Screen-Technologie kombiniert werden: Lernende arbeiten mit echten medizinischen Werkzeugen (wie z. B. Beatmungsgerät, Stethoskop) und einem MR-Headset immersiv in simulierten Einsatzlagen und unterschiedlichsten Szenarien.

Durch die KI-basierte Interaktion mit der Patientensimulationspuppe bzw. der verletzten Person wird das Training noch immersiver.

Neben der technischen Entwicklung wurde „Green Manikin“ am AIT auch wissenschaftlich in Studien evaluiert. Die Ergebnisse zeigen, dass das Mixed-Reality-Training hinsichtlich seines Effekts mit realen Einsatzübungen vergleichbar ist und klassische Virtual-Reality-Trainings übertrifft. Bei der AIT-Trainingslösung werden auch Verhaltensdaten und Biosignale gemessen, die wichtige Kennzahlen zur Bewertung des Trainings liefern.

„Green Manikin“ kann in Zukunft als Lösung für Rettungsorganisationen und Sanitäter:innen, Spitäler/Universitäten, zentrale Trainingszentren sowie das Gesundheitsmanagement in Unternehmen eingesetzt werden. Die Ausgründung als Spin-off des AIT ist für Q2/2026 geplant.

AIT erobert Top-Platzierungen beim Houskapreis und beweist Innovationskraft
„Green Manikin“ Projektteam im Txlab.
© Gregor Hofbauer

„Green Manikin wurde in jahrelanger Arbeit von einem interdisziplinären Team am AIT entwickelt – hier wird Know-how aus Informatik und XR-Entwicklung, Psychologie, Kommunikationswissenschaften sowie Trainings-Didaktik kombiniert. Von Anfang an waren auch Einsatzkräfte sowie Trainer:innen bei der Entwicklung beteiligt“, erklärt Green Manikin Projektleiter Jakob Uhl vom AIT Center for Technology Experience.

Erfolg durch angewandte Forschung

Der Erfolg beim Houskapreis 2026 verdeutlicht die strategische Stärke des AIT: Forschung wird konsequent in konkrete Anwendungen überführt – sei es in kritischen Infrastrukturen wie dem Energiesystem oder in gesellschaftlich relevanten Bereichen wie Gesundheit und Sicherheit.

Beide ausgezeichneten Projekte zeigen exemplarisch, wie interdisziplinäre Forschung zu marktnahen Innovationen führt.

Der Houskapreis gilt als größte private Auszeichnung für anwendungsnahe Forschung in Österreich und würdigt Projekte mit hoher Innovationskraft und wirtschaftlicher Relevanz.

https://www.ait.ac.at

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