Elektrotransformation der Transportbranche gewinnt an Dynamik

China gibt bei dieser Entwicklung das Tempo vor, während Europa zunehmend ins Hintertreffen gerät.
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Elektrotransformation der Transportbranche gewinnt an Dynamik
Jörn Neuhausen, Senior Director und Leiter Elektromobilität bei Strategy&.

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Der globale Markt für Elektro-Lkw ist seit 2021 um 1.800% gewachsen, während der Markt für Diesel-Lkw um 17% zurückgegangen ist. Insgesamt lag der globale BET-Marktanteil (Battery Electric Truck, BET – Anm. d. Red.) damit im Jahr 2025 bei etwa 8%, der Hochlauf konzentriert sich jedoch fast ausschließlich auf China.

In der Volksrepublik werden aktuell 95% aller weltweit verkauften Elektro-Lkw produziert. Der chinesische Markt hat damit Strategy&-Prognosen aus dem Jahr 2024 um 150% übertroffen.

In Europa zeigt sich das gegenteilige Bild: Der Markt bleibt 80% hinter der Prognose zurück. In den USA liegt diese Lücke sogar bei 95%.

China schafft Voraussetzungen

Ein wichtiger Treiber für die unterschiedliche Geschwindigkeit des BET-Hochlaufs sind die regulatorischen Auflagen in den betrachteten Märkten. So forciert China die Skalierung durch ein Zusammenspiel aus Kaufanreizen von umgerechnet rund 20.500 US-Dollar pro Lkw sowie bevorzugtem Zugang zu Einsatzgebieten, in denen BETs operativ besonders gut funktionieren.

Dazu zählen Häfen, Minen oder Industrieareale mit planbaren Routen und zentral organisierter Ladeinfrastruktur. Hinzu kommt, dass China den Ausbau von Hochleistungslade- und Batteriewechselinfrastruktur mit Schwerpunkt auf Fernstraßenkorridoren und Schwerlastanwendungen vorantreibt.

Elektrotransformation der Transportbranche gewinnt an Dynamik
Regional electrification momentum diverges – BET wins TCO race across regions but infrastructure and perception are major obstacles
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Europa dagegen will den Hochlauf von BETs über strengere Vorgaben für die durchschnittlichen Flottenemissionen beschleunigen. Insbesondere die fehlende Ladeinfrastruktur erweist sich dabei jedoch als Flaschenhals.

In den USA bremst der volatile und stark auf konventionelle Antriebsarten fokussierte Kurs der aktuellen US-Administration den BET-Hochlauf, da er die Planungssicherheit für Logistiker, Hersteller und Zulieferer spürbar verringert.

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Global ICE truck volumes fell by 17% from 2021 to 2025, while BET increased by 1,800% with China emerging as the key market to watch
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„China überträgt sein E-Auto-Erfolgsmodell aktuell auch auf den Logistikbereich. Dabei profitiert das Land von Skaleneffekten, aufgebautem Spezialwissen und Lieferkettenkompetenz, die über Jahrzehnte herangewachsen sind. Der Wettbewerbsvorteil entsteht weniger durch technologische Einzelbausteine als durch ein hochintegriertes Ökosystem aus Industriepolitik, Infrastruktur, Lieferketten sowie der Fähigkeit, Innovationen schnell in die industrielle Skalierung zu bringen. Europa läuft hingegen Gefahr, im elektrifizierten Nutzfahrzeugsegment ins Hintertreffen zu geraten und hart erkämpfte Wettbewerbspositionen zu verspielen. Wer jetzt nicht in Differenzierung investiert, riskiert, bis 2040 im europäischen Heimatmarkt Marktanteile zu verlieren“, erklärt Jörn Neuhausen, Senior Director und Leiter Elektromobilität bei Strategy&.

Ladeinfrastruktur

Die wirtschaftlichen Vorteile von Elektro-Lkw liegen der Studie zufolge schon heute auf der Hand.

So könnten BETs bei den Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) im Jahr 2030 in Europa im Schnitt rund 25% günstiger unterwegs sein als Verbrenner. In bestimmten Segmenten könnte der Kostenvorteil in den USA 30%, in China sogar bis zu 35% betragen.

Elektrotransformation der Transportbranche gewinnt an Dynamik
BET is the TCO winner by 2030 and will further strengthen its lead by 2040, while HEV offers only limited improvement versus ICE
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Neben Abschreibung und Finanzierung sind dabei vor allem Energie- und Wartungskosten relevant.

So könnten die Ladekosten im Depot in Europa laut Modellrechnung bei 21,2 Cent pro Kilowattstunde (inkl. Infrastrukturumlagen) liegen, während ein Liter Diesel auf 1,50 Euro (netto, inkl. CO2-Steuer) kommt. Auch bei den Wartungskosten schneiden BETs mit 0,057 Euro pro Kilometer wesentlich günstiger ab als Diesel-Lkw mit 0,105 Euro pro Kilometer.

Voraussetzung für diese Kostenvorteile ist allerdings eine ausreichend dichte Ladeinfrastruktur. Während China hier bereits über rund 6.000 öffentliche HDV-Ladepunkte (Heavy-Duty Vehicle, HDV) verfügt, sind es in Europa lediglich um die 1.000 und in den Vereinigten Staaten gerade einmal etwa 20. Deutschland hat bislang nur etwa 15% des für 2030 avisierten Ausbauziels erreicht.

Elektrotransformation der Transportbranche gewinnt an Dynamik
Inadequate charging infrastructure leaves German long-haul BET unreliable and unprofitable today, partly due to lagging build-up
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Wie schnell der schleppende Ausbau zum operativen Hemmschuh werden kann, zeigt die Studie beispielhaft an der Strecke Stuttgart–Kerpen. Dort fehlen entsprechende Ladepunkte entlang der Route, sodass die Strecke derzeit nicht mit elektrisch betriebenen Lkw bewältigt werden kann.

„Europäische Lkw-Hersteller und Logistikunternehmen stehen derzeit vor einer doppelten Herausforderung. Einerseits müssen sie den BET-Hochlauf konsequent vorantreiben, andererseits ihre Heimatmärkte gegen chinesische OEMs, aber auch gegen amerikanische Hersteller verteidigen, die bereits Produktionsstätten in Ungarn und der Türkei aufbauen und die hiesigen Märkte in den Fokus setzen. Um im Wettbewerb zu bestehen, müssen europäische Hersteller somit künftig über die reine Bereitstellung von Fahrzeugen hinausdenken. Entscheidend wird sein, integrierte Ökosysteme aus Lkw, Ladeinfrastruktur, Softwarelösungen und Serviceangeboten zu erschaffen“, verdeutlicht Philipp Rose, Director bei Strategy& und Leiter Elektromobilität bei PwC Deutschland.

Das zeigt die aktuelle Studie „Volt Rush – The Global Race for Truck Electrification“ von Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC.

Die vollständige Studie können Sie hier gratis anfordern.

https://www.strategyand.pwc.com

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