Alexander Schungl: Der richtige Kontakt ist wirklich kein Zufall

Warum gute Netzwerke Entscheidern Zeit sparen, Vertrauen schaffen und Türen öffnen.
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Alexander Schungl: Der richtige Kontakt ist wirklich kein Zufall
Alexander Schungl (Bildmitte), Geschäftsführer und Gründer des Premium Leaders Club (PLC), im Gespräch.

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Entscheider haben heute selten zu wenige Kontakte. Ihnen fehlt vielmehr die Zeit, aus der Vielzahl möglicher Verbindungen die wirklich relevanten herauszufiltern.

Wer unternehmerische Verantwortung trägt, bewegt sich meist ohnehin in einem dichten Umfeld. Einladungen, Empfehlungen, Anfragen, Veranstaltungen, Expertenrunden, LinkedIn-Nachrichten und Hinweise aus dem eigenen Netzwerk gehören zum Alltag. Auf den ersten Blick wirkt diese Fülle wie ein Vorteil. Tatsächlich entsteht daraus jedoch oft ein neues Problem: Je größer die Auswahl an Kontakten, desto schwieriger wird es, die passenden zu identifizieren.

Denn nicht jeder Kontakt ist wertvoll. Nicht jedes Gespräch bringt einen weiter. Nicht jede Empfehlung passt zur aktuellen Situation eines Unternehmens. Und nicht jeder interessante Mensch ist im entscheidenden Moment auch der richtige Gesprächspartner.

Die zentrale Frage lautet deshalb längst nicht mehr, wie sich ein Netzwerk vergrößern lässt. Entscheidend ist vielmehr, wie sich die Trefferquote innerhalb dieses Netzwerks erhöhen lässt.

Genau darin liegt der Wert moderner Netzwerke. Ihre Aufgabe besteht nicht darin, möglichst viele Menschen zusammenzubringen. Sie müssen Relevanz schaffen. Sie müssen erkennen, welche Personen zueinander passen, welcher Anlass einen Austausch sinnvoll macht und wo aus einer Begegnung konkrete Wirkung entstehen kann.

Ein gutes Netzwerk beginnt daher nicht mit dem Kontakt, sondern mit der Vorauswahl.

Gute Vernetzung reduziert Streuverlust

Zeit zählt zu den knappsten Ressourcen von Unternehmern, Geschäftsführern, Vorständen und Führungskräften. Jeder Termin bedeutet zugleich eine Entscheidung gegen etwas anderes: gegen Strategiearbeit, gegen Kunden, gegen Mitarbeiter, gegen konzentriertes Arbeiten oder gegen private Zeit. Vernetzung darf deshalb nicht lediglich zusätzliche Termine erzeugen. Sie muss bessere Gespräche ermöglichen.

Der Unterschied ist erheblich. Ein schwaches Netzwerk vermittelt Namen. Ein gutes Netzwerk liefert Kontext.

Es genügt nicht, zwei Menschen miteinander bekannt zu machen, nur weil beide erfolgreich sind oder in ähnlichen Branchen tätig sind. Entscheidend ist die Frage, warum diese beiden Personen gerade jetzt miteinander sprechen sollten.

Gibt es eine gemeinsame Herausforderung? Eine konkrete unternehmerische Fragestellung? Erfahrungen, die für die andere Seite wertvoll sein können? Oder eine Chance, die ohne diese Verbindung verborgen geblieben wäre?

Erst wenn dieser Kontext vorhanden ist, wird aus einem Kontakt ein qualifizierter Zugang.

Für Entscheider ist das von besonderer Bedeutung, weil sie nicht jede potenzielle Verbindung selbst prüfen können. Sie sind auf Menschen und Netzwerke angewiesen, die bereits im Vorfeld einschätzen können, ob ein Gespräch Substanz verspricht. Diese Vorauswahl ist kein Luxus, sondern ein echter Zeitgewinn.

Ein Beispiel aus dem Premium Leaders Club verdeutlicht diesen Unterschied:

Steht ein Unternehmer vor einer Wachstumsfrage, hilft ihm nicht zwangsläufig der nächste allgemeine Austausch über Unternehmertum. Wert entsteht vielmehr dann, wenn gezielt jemand eingebunden wird, der eine vergleichbare Wachstumsphase bereits durchlaufen hat, über belastbare Zugänge zu einem relevanten Markt verfügt oder aus eigener Verantwortung heraus aufzeigen kann, welche Fehler sich vermeiden lassen. Der Mehrwert entsteht in diesem Moment nicht durch die Anzahl der Kontakte, sondern durch die Präzision der Verbindung.

Alexander Schungl Der richtige Kontakt ist wirklich kein Zufall
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Dasselbe gilt für Themen wie Nachfolge, Finanzierung, Internationalisierung oder strategische Partnerschaften. Entscheider suchen in solchen Situationen nicht möglichst viele Meinungen. Sie suchen Gespräche, die schnell zum Kern der Sache führen, weil Erfahrung, Vertrauen und Relevanz bereits vorhanden sind.

Genau hier zeigt sich die Qualität eines Netzwerks.

Ein gutes Netzwerk spart nicht nur Zeit, indem es irrelevante Begegnungen reduziert. Es schafft zugleich einen Vertrauensvorschuss. Wer über ein glaubwürdiges Umfeld empfohlen wird, beginnt ein Gespräch nicht bei null. Die andere Seite weiß, dass bereits eine Vorprüfung stattgefunden hat. Das verkürzt den Weg vom ersten Kontakt zum substanziellen Austausch erheblich.

Viele geschäftliche Chancen scheitern nicht daran, dass die richtigen Menschen nicht existieren. Sie scheitern daran, dass sie einander nicht zum richtigen Zeitpunkt, nicht im passenden Kontext oder nicht mit dem erforderlichen Vertrauen begegnen.

Moderne Vernetzung muss deshalb drei Fragen beantworten:

  1. Wer ist relevant?
  2. Warum ist diese Verbindung gerade jetzt sinnvoll?
  3. Und wodurch entsteht genügend Vertrauen, damit aus einem ersten Gespräch mehr werden kann?

Wer diese Fragen nicht beantworten kann, produziert Kontakte. Wer sie beantworten kann, schafft Wert.

Für Entscheider wird diese Unterscheidung zunehmend wichtiger. In einer Welt, in der nahezu jeder erreichbar ist, verliert die reine Erreichbarkeit an Bedeutung. Der eigentliche Wert liegt in der qualifizierten Verbindung. Er entsteht nicht durch zufälliges Kennenlernen, sondern durch bewusst geschaffenen Zugang. Nicht die Größe eines Netzwerks entscheidet, sondern seine Fähigkeit, die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt zusammenzubringen.

Der richtige Kontakt ist daher kein Zufall. Er ist das Ergebnis von Qualität, Erfahrung und sorgfältiger Vorauswahl. Genau darum geht es im Premium Leaders Club: nicht um Größe, sondern um Relevanz; nicht um möglichst viele Begegnungen, sondern um Gespräche mit den richtigen Menschen, um belastbare Perspektiven und um einen Rahmen, in dem aus Austausch bessere Entscheidungen entstehen.

Entscheider brauchen keine weiteren Kontaktlisten. Sie brauchen Netzwerke, die ihre Zeit respektieren, Relevanz schaffen und Vertrauen ermöglichen. Denn am Ende zählt nicht, wie viele Menschen man kennt. Entscheidend ist, ob man im richtigen Moment mit den richtigen Menschen ins Gespräch kommt.

Autor: Alexander Schungl

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