„Energiezukunft entsteht nicht durch Abwarten, sondern durch Bauen“

Exklusivinterview mit Danny Güthlein, Vorstand der Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (Kelag), über die Herausforderungen der Energiezukunft, den digitalen Wandel der Energiebranche u.v.m.
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„Energiezukunft entsteht nicht durch Abwarten, sondern durch Bauen“
Danny Güthlein, Vorstand der Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (Kelag).

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Herr Güthlein, Sie sind bereits seit 18 Jahren bei der Kelag und seit April 2020 Teil des Vorstands. Welche unmittelbaren, aber auch strategisch langfristigen Ziele verfolgen Sie bei der Weiterentwicklung der Kelag?

Unser unmittelbares Ziel ist sehr konkret: Wir wollen Versorgungssicherheit, faire und stabile Preise und Verlässlichkeit für unsere Kundinnen und Kunden gewährleisten. Das klingt nüchtern, ist aber in einer Zeit volatiler Energiemärkte alles andere als selbstverständlich.

Langfristig geht es um mehr: Wir wollen die Kelag als einen der dynamischen Gestalter der Energiezukunft in Österreich positionieren. Die nächsten Jahre entscheiden, wie unabhängig, leistungsfähig und wettbewerbsfähig unser Energiesystem wird. Deshalb investieren wir bis 2035 rund vier Milliarden Euro in erneuerbare Erzeugung, Netze, Speicher, Wärme, Mobilität und digitale Steuerung.

Für mich ist das keine abstrakte Nachhaltigkeitsagenda, sondern ein sehr konkretes Sicherheits- und Standortprogramm. Jede Anlage, jedes Netzprojekt und jede Elektrifizierungslösung, die wir heute realisieren, machen uns morgen unabhängiger von fossilen Importen und volatilen Weltmärkten.

Wenn Sie an den 18-jährigen Danny Güthlein zurückdenken: Welche Ziele hatte er damals – und welche drei Ratschläge würden Sie ihm heute geben?

Mit 18 wollte ich ursprünglich Lehrer werden – Mathematik und Geografie. Rückblickend passt das erstaunlich gut zu dem, was mich heute noch interessiert: Muster erkennen, Zusammenhänge verstehen und komplexe Themen verständlich machen.

Meine drei Ratschläge wären:

Erstens, früher zu verstehen, wie wichtig Kommunikation ist. Fachliche Tiefe allein reicht nicht; Wirkung entsteht erst, wenn andere mitgehen können.

Zweitens, die richtigen Fragen oft wichtiger zu nehmen als schnelle Antworten.

Drittens, neugierig zu bleiben – gerade dann, wenn ein Thema kompliziert wird.

Energiewende oder Energiezukunft: Welche Chancen und Risiken sehen Sie in der laufenden Transformation der Energiewirtschaft, und wie positioniert sich die Kelag, um nicht nur mitzuhalten, sondern voranzugehen?

Ich spreche lieber von Energiezukunft als von Energiewende. Der Begriff Energiewende klingt oft so, als gehe es um ein politisches Projekt. Tatsächlich geht es um einen globalen Strukturwandel, der unsere Zukunft maßgelblich prägen wird. Die Internationale Energieagentur beschreibt sehr klar: Der Strombedarf wächst deutlich schneller als der gesamte Energiebedarf. Wir treten in ein Zeitalter ein, in dem Strom zur Leitenergie moderner Volkswirtschaften wird.

Die Treiber sind nicht nur Klimaschutz, sondern Industrie, Datenzentren, künstliche Intelligenz, Wärmepumpen, Elektromobilität und Versorgungssicherheit. Der Rest der Welt wartet nicht darauf, ob Europa diese Entwicklung angenehm findet. Sie passiert bereits.

„Energiezukunft entsteht nicht durch Abwarten, sondern durch Bauen“
© smarterpix / GabiDi

Die große Chance liegt darin, Energie wieder stärker regional zu erzeugen: mit Wasser, Sonne, Wind, Speichern und leistungsfähigen Netzen. Das reduziert Abhängigkeiten, schafft langfristig planbarere Kosten und hält Wertschöpfung in der Region.

Das Risiko liegt nicht darin, zu ambitioniert zu sein. Das größere Risiko ist, zu langsam zu sein. Wer später baut, kauft später in dieselben globalen Engpässe hinein – bei Netzen, Transformatoren, Fachkräften, Genehmigungskapazitäten und industriellen Komponenten. Langsamer ist nicht automatisch billiger. Manchmal ist langsamer nur später und teurer.

Die Kelag will hier nicht Zuschauer sein. Wir investieren massiv, weil wir überzeugt sind: Energiezukunft entsteht nicht durch Abwarten, sondern durch Bauen.

Wenn Sie die Energiezukunft Österreichs hypothetisch neu organisieren könnten – womit würden Sie beginnen?

Vieles von dem, was in den vergangenen Jahren für die Energiezukunft gebaut und umgesetzt wurde, waren wichtige No-Regret-Moves.

Der nächste Schritt ist jedoch, aus diesen richtigen Einzelentscheidungen ein klares Gesamtbild zu entwickeln. Gerade bei großen Themen ist die Versuchung groß, sofort ins Tun zu kommen. Ich würde trotzdem mit einem klaren „Stopp vor Start“ beginnen. Sonst produzieren viele gute Einzelmaßnahmen am Ende Blindleistung, weil sie nicht auf dasselbe Ziel einzahlen.

Der erste Schritt wäre ein belastbares Zielbild: Was wollen wir als Land erreichen – höhere Energieunabhängigkeit, Versorgungssicherheit, Leistbarkeit, Wettbewerbsfähigkeit und regionale Wertschöpfung. Zugleich braucht es Klarheit darüber, welche Grundsatzfragen nicht in regelmäßigen Abständen neu verhandelt werden sollen.

Danach braucht es einen realistischen Systemplan: Erzeugung, Netze, Speicher, Flexibilität, Wärme, Mobilität – alles zusammen gedacht. Parallel müssen die Rahmenbedingungen so gebaut werden, dass Umsetzungsgeschwindigkeit möglich wird: klare Zuständigkeiten, kürzere Verfahren, One-Stop-Shops, echte Entscheidungskraft.

Österreich kann Verwaltung. Die Aufgabe ist, daraus wieder einen Beschleuniger und Enabler zu machen – kein Bremspedal. Große Infrastruktur entsteht nicht durch Mikroregulierung, sondern durch ein klares Zielbild, verlässliche Spielregeln und konsequente Umsetzung.

Der flächendeckende Ausbau der Netzinfrastruktur gilt als Schlüssel für die Energiezukunft. Welche Rahmenbedingungen und technischen Innovationen sind notwendig, damit Netzerweiterungen in Österreich rascher und wirksamer realisiert werden können?

Netzausbau ist die Grundlage der Energiezukunft. Aber wir müssen ehrlich sein: Ein flächendeckender Ausbau der Stromnetze nur für zusätzliche Photovoltaik-Einspeisung wäre mit Blick auf Leistbarkeit nie die vollständige Systemidee gewesen.

Die Logik war immer: Wir bauen die Strominfrastruktur aus – und nutzen sie dann stärker für Wärme, Mobilität, Gewerbe und Industrie.

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E-Mobilität bringt Kostenersparnis
© Kelag

Sonst schaffen wir eine leistungsfähige Infrastruktur, aber zu wenige nutzen sie. Dann steigen die Fixkosten pro Nutzer. Deshalb schmerzen wechselnde politische Signale zur Elektrifizierung besonders. Wärmepumpen, E-Mobilität und industrielle Anwendungen sind nicht das Problem des Netzausbaus – sie sind ein Teil seiner wirtschaftlichen Lösung.

Technisch brauchen wir intelligente Netze, digitale Steuerung, Flexibilität und bessere Prognosen. Wirtschaftlich brauchen wir Anreize, damit Verbrauch stärker dorthin wandert, wo gerade günstiger Strom verfügbar ist. Knappheits- und Preissignale müssen beim Kunden ankommen dürfen – nicht als Bestrafung, sondern als Chance, von den Vorteilen des Systems zu profitieren.

Viele Energieunternehmen sprechen derzeit vom „Jahrzehnt der Investitionen“. Die Kelag hat 2025 mit rund 470 Millionen Euro Investitions- und Instandhaltungsvolumen den höchsten Wert ihrer Geschichte erreicht. Ist das ein Zeichen wirtschaftlicher Stärke – oder Ausdruck des Drucks, jetzt handeln zu müssen?

Es ist vor allem Ausdruck guter strategischer Vorbereitung. Wir haben früh begonnen, sehr konkret zu planen, was Energiezukunft für unser Unternehmen bedeutet: mehr erneuerbare Erzeugung, stärkere Netze, neue Speicher, Elektrifizierung von Wärme und Mobilität und digitale Steuerung des Systems.

Jetzt kommen diese Pläne in die Umsetzung. Wir sind nicht mehr in der Phase der Ankündigung, sondern in der Phase des Bauens. Das erfordert Kapital, Organisation und Umsetzungskraft.

Natürlich ist der Handlungsdruck hoch. Doch wir lassen uns nicht treiben, sondern gestalten aktiv. Wer Versorgungssicherheit, Energieunabhängigkeit und Standortqualität ernst nimmt, muss investieren, bevor die Engpässe sichtbar werden – nicht erst danach.

Wasserstoff wurde lange als großer Zukunftsbaustein der Energiezukunft diskutiert. Die Kelag ist mit der Elektrolyseanlage in Arnoldstein selbst in einem Pilotprojekt engagiert. Welche Rolle kann grüner Wasserstoff realistisch spielen?

Wasserstoff bleibt ein wichtiger Baustein, aber keine Universallösung. Er wird dort gebraucht werden, wo direkte Elektrifizierung schwierig ist: in Teilen der Industrie, bei saisonaler Speicherung oder in regionalen Speziallösungen.

Derzeit haben viele beim Thema Wasserstoff auf die Bremse getreten. Das liegt an der noch unbeantworteten Systemfrage: Erzeugung, Transportinfrastruktur und Nachfrage müssen gleichzeitig entstehen. Wenn jeder auf den anderen wartet, passiert zu wenig.

Ohne ein klares politisches Bekenntnis, stabile Rahmenbedingungen und verlässliche CO₂-Preissignale wird der große Markthochlauf nicht gelingen.

Arnoldstein ist für uns ein erfolgreiches Lern- und Signalprojekt, weil die Anlage am Standort sinnvoll integriert ist – mit bestehender Infrastruktur und möglichen Verbundvorteilen bei Sauerstoff und Abwärme. Solche Anwendungen können funktionieren. Für die große Ausrollung braucht es aber ein tragfähiges Gesamtsystem.

Die Digitalisierung verändert inzwischen auch die Energiebranche fundamental: intelligente Netze, Echtzeitsteuerung, KI-basierte Prognosen. Welchen Stellenwert hat die digitale Transformation im Unternehmen?

Digitalisierung ist für uns kein Begleitthema, sondern eine Voraussetzung dafür, das Energiesystem effizient zu steuern. Wir haben früh begonnen, unser Netz nicht nur physisch auszubauen, sondern auch digital abzubilden.

Ein wichtiger Schritt ist der digitale Zwilling unserer Netzinfrastruktur: Betriebsmittel, Lastsituationen und Engpässe werden zunehmend transparenter. Wir können dadurch gezielter planen, simulieren und investieren – also nicht einfach überall mehr Kupfer verbauen, sondern dort ausbauen, wo es systemisch wirklich notwendig ist.

Auch bei Smart Metern, Viertelstundenwerten, Messungen in Trafostationen und Prognosen für Photovoltaik, Verbrauch und Lastflüsse sind wir sehr aktiv. KI ist dabei kein Selbstzweck. Sie hilft uns, ein immer komplexeres System vorausschauender zu führen.

Am Ende geht es um drei Dinge: höhere Versorgungssicherheit, effizientere Investitionen und bessere Lösungen für Kundinnen und Kunden.

Der Angriffskrieg gegen die Ukraine und Krisen im Nahen Osten haben gezeigt, wie verletzlich globale Energiesysteme sind. Braucht Europa neue Regeln am Energiemarkt – oder liegt das eigentliche Problem woanders?

Märkte sind dafür gebaut, Ressourcen effizient dorthin zu lenken, wo sie am besten eingesetzt werden können. Der europäische Energiemarkt funktioniert in seiner Grundlogik besser, als er in der Krise oft dargestellt wurde. Die Verwerfungen der letzten Jahre kamen nicht primär aus einem Fehler im Marktdesign, sondern aus geopolitischen Schocks: Krieg, Lieferunsicherheit, Abhängigkeit.

Kein Marktdesign der Welt kann kompensieren, was Kriege anrichten und dass externe Schocks in Preisen sichtbar werden, wenn eine Region strukturell zu abhängig ist. Europa importiert rund zwei Drittel seiner Energie. Das ist das eigentliche Risiko.

„Energiezukunft entsteht nicht durch Abwarten, sondern durch Bauen“
Die Kraftwerksgruppe Fragant im Mölltal ist ein Grundpfeiler für die sichere und erneuerbare Stromversorgung in Kärnten.
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Die Antwort darauf ist nicht, jeden Marktmechanismus ständig neu zu regulieren. Die Antwort ist mehr Energieunabhängigkeit: heimische erneuerbare Erzeugung, leistungsfähige Netze, Speicher, Flexibilität und Elektrifizierung. Wer weniger abhängig ist, ist weniger erpressbar – wirtschaftlich wie politisch.

Energiepreise stehen seit Jahren im Zentrum der Inflationsdebatte. Wird die Rolle der Energiewirtschaft dabei korrekt eingeordnet – oder wird sie zu oft zum politischen Symbol für Entwicklungen gemacht, die komplexere Ursachen haben?

Energiepreise waren ein wesentlicher Auslöser der Inflationsdynamik, keine Frage. Aber sie erklären nicht alles.

Wie stark Energiepreise in einer Volkswirtschaft weiterwirken, hängt auch von zahlreichen nationalen Faktoren ab – etwa von Mietsystemen, Lohnabschlüssen, Indexierungen, Abgaben, dem Wettbewerb und der Weitergabe von Preisänderungen entlang der Wertschöpfungskette.

Dass die Energiewirtschaft in solchen Phasen zum politischen Symbol wird, ist nachvollziehbar. Analytisch greift es aber zu kurz. Die ehrliche Antwort ist: Energiepreise sind wichtig, aber Inflation entsteht nicht an einer einzigen Stelle. Sie ist ein Zusammenspiel aus globalen Schocks, nationalen Strukturen und wirtschaftlichen Reaktionsmustern.

Worauf sollten sich private und betriebliche Kunden in Zukunft einstellen? Müssen sie mit massiven Veränderungen beim Strompreis rechnen?

Wir erwarten aus heutiger Sicht keine Preissprünge wie im Jahr 2022.

Strompreise werden auch künftig schwanken, weil Energiemärkte auf Wetter, Nachfrage, geopolitische Entwicklungen und Brennstoffpreise reagieren. Derzeit sehen wir jedoch keinen Anlass zur Sorge. Für die nächsten drei Jahre zeigen die Energiebörsen eine Seitwärtsbewegung.

Wichtiger ist aus meiner Sicht, nicht nur auf den Strompreis pro Kilowattstunde zu schauen, sondern auf die gesamten Energiekosten eines Haushalts oder Unternehmens. Genau dort liegt die große Chance der Elektrifizierung. Wer bei Wärme und Mobilität von fossilen Energien auf Strom umsteigt, kann seine Energiekosten heute bereits deutlich senken – in typischen Modellrechnungen um bis zu 35 Prozent.

Das ist ein Teil der Realität, der in der Debatte oft zu kurz kommt: Es wird sehr viel über hohe Energiepreise gesprochen. Aber heimischer Strom kann schon heute helfen, Gesamtkosten zu senken, Abhängigkeit zu reduzieren und mehr Preisstabilität in das eigene Energiesystem zu bringen.

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© smarterpix / KateNovikova

Herr Güthlein, wir möchten Sie gerne auch als Privatperson etwas näher kennenlernen – daher noch ein paar persönliche Fragen:

Chemnitzer FC, RB Leipzig, Dynamo Dresden – oder gar ein anderer Herzensverein?

Chemnitzer FC. Studienort verpflichtet.

Wie sieht ein durchschnittlicher Arbeitstag des Vorstands der Kelag aus?

Einen durchschnittlichen Tag gibt es kaum. Genau das macht die Aufgabe spannend. An einem Tag geht es um Kundentarife, am nächsten um Netze, Wärme, Wasserstoff, ein digitales Steuerungsprojekt oder die Frage, ob ein Windpark in Kärnten realisierbar ist – oder ob wir schneller anderswo bauen können.

Die Kelag ist ein sehr vielfältiger Konzern. Was mir daran besonders Freude macht: zu sehen, wie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit neuen Ideen kommen, bessere Fragen stellen und aus Komplexität konkrete Lösungen machen.

Mit welcher Person aus der Gegenwart oder Vergangenheit würden Sie gerne einen Tag verbringen und wie würde sich dieser Tag gestalten?

Wahrscheinlich mit Alexander von Humboldt. Er hat Natur, Wissenschaft, Reisen und globale Zusammenhänge zusammen gedacht – im Grunde war er ein früher Systemdenker.

Ich würde mit ihm einen Tag in Kärnten verbringen – zuerst in den Bergen, dann an einem See. Dabei würde ich gerne darüber sprechen, wie sich Fortschritt gestalten lässt, ohne die natürlichen Lebensgrundlagen zu verbrauchen.

Wie schöpfen Sie abseits Ihres Berufes Kraft?

Vor allem draußen. Ich lebe seit 18 Jahren in Kärnten und bin immer noch beeindruckt davon, wie schön dieses Land ist. Berge, Seen, frische Luft, Bewegung – das ist für mich ein echter Ausgleich.

Dazu kommen Zeit mit meiner Familie, unser Hund, Touren mit dem Motorrad und Lesen. Besonders Science-Fiction interessiert mich, weil gute Zukunftsromane oft die besseren Fragen an die Gegenwart stellen.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?

Als Kind wollte ich Pilot werden, am liebsten Hubschrauberpilot. Mich hat diese Mischung aus Technik, Überblick und Freiheit fasziniert. Ganz verschwunden ist das offenbar nicht: Heute fliege ich nicht selbst, aber der Blick von oben auf komplexe Systeme interessiert mich immer noch.

Sie können ein globales Problem lösen – welches wäre das?

Ich würde gerne erreichen, dass wir als Menschheit in einen stabileren Umgang mit Energie und Ressourcen kommen.

Also weg von einem Modell, in dem wir natürliche Grundlagen verbrauchen, als wären sie unendlich – hin zu Energieunabhängigkeit, Kreislaufwirtschaft und technologischen Lösungen, die Wohlstand ermöglichen, ohne den Planeten weiter auszubeuten.

Das klingt groß, aber genau deshalb beschäftigt mich Energie so sehr: Sie ist nicht das einzige globale Problem, aber sie ist mit fast allen anderen verbunden.

Herr Güthlein, wir wünschen Ihnen viel Erfolg, Glück sowie Gesundheit für die Zukunft und herzlichen Dank für das Interview.

Herzlichen Dank.

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