Spürbare Stimmungsaufhellung in der heimischen Tourismusbranche

Herausforderungen liegen in der Sicherung der Auslastung und in der Preisdurchsetzung.
© Hannes Pacheiner
Spürbare Stimmungsaufhellung in der heimischen Tourismusbranche
Helmut List, Managing Partner bei Kohl > Partner.

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Die Ergebnisse der diesjährigen saisonalen Umfrage von Kohl & Partner, an der sich wieder knapp 200 Befragte beteiligten, zeigen, dass sich die Stimmung in der Tourismusbranche im Vergleich zum Vorjahr verbessert hat.

Das Erreichen der Auslastung und der Druck auf die erforderliche Preisdurchsetzung haben sich zu den größten Herausforderungen der Tourismusakteure entwickelt – auch Zurückhaltung bei den Gästeausgaben vor Ort ist spürbar.

„Die touristische Stimmung hat sich im Vorjahresvergleich positiv entwickelt und ein Großteil ist zufrieden mit der Wintersaison. Auch die Buchungsvorschau für den Sommer stimmt viele Betriebe positiv“, erklärt Helmut List, Managing Partner bei Kohl > Partner.

Stimmungsbild

Auf einer Skala von 1 (pessimistisch) bis 5 (optimistisch) lag der Umfragewert im letzten Jahr bei eher zurückhaltenden 3,4. In diesem Jahr stieg er auf 3,6 und zeigt damit eine positive Tendenz, die vermutlich auf den erfreulichen Winterstart zurückzuführen ist. Das Niveau des Vorvorjahres 2023/24 wurde jedoch nicht erreicht.

Ländervergleich, Geschäftslage und Herausforderungen

Die Stimmung in Österreich hat sich am deutlichsten verbessert und stieg von 3,4 auf 3,6. Bayern bleibt im Winter mit 2,7 Schlusslicht bei der touristischen Stimmung, was vermutlich auf die klimatischen Veränderungen der letzten Jahre zurückzuführen ist. Südtirol liegt dagegen unverändert auf dem Niveau des Vorjahres.

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© Kohl & Partner Tourismus Consulting

Im Vergleich zum Vorjahr beurteilen rund 70 % der Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als „sehr gut“ oder „eher gut“. Dabei ist der Anteil der mittelmäßigen Bewertungen gestiegen, während Einschätzungen einer schlechten Geschäftslage zurückgegangen sind.

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© Kohl & Partner Tourismus Consulting

Die größten Herausforderungen liegen aktuell nicht mehr vorrangig in steigenden Kosten, sondern vor allem in der Sicherung der Auslastung und der Preisdurchsetzung. Positiv fällt die Entspannung bei der Mitarbeitergewinnung auf.

An die kürzer werdenden Aufenthaltsdauern scheint man sich inzwischen gewöhnt zu haben, und auch die Schneesituation wird dieses Jahr etwas weniger kritisch bewertet. Zunehmend kritisch gesehen werden hingegen Bürokratie und Auflagen.

Preisdurchsetzung und Umsatzerwartungen Winter 2025/26

Obwohl die Preisdurchsetzung mittlerweile zu den drei größten Herausforderungen gehört, zeigen sich in diesem Winter noch 68 % der Befragten zufrieden. Ein Viertel bewertet sie neutral, nur 6 % sind aktuell unzufrieden.

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© Kohl & Partner Tourismus Consulting

Die Umsatzerwartungen für die laufende Wintersaison entwickeln sich im Vergleich zum Vorjahr positiv. Fast die Hälfte der Betriebe rechnet mit höheren Umsätzen, was die Angaben zu solider Preisdurchsetzung und einer erfolgreichen ersten Winterhälfte bestätigt.

Konsumverhalten

Die Bewertungen des Konsum- und Ausgabeverhaltens der Gäste weisen unterschiedliche Entwicklungen auf, wobei sowohl positive als auch negative Einschätzungen zunehmen.

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© Kohl & Partner Tourismus Consulting

Insgesamt bleibt der Trend zu bewussteren Urlaubsausgaben auf einem Niveau, das mit den Vorjahren vergleichbar ist.

Entspannung bei der Mitarbeitersituation

Beinahe 80 % der befragten Betriebe bewerten die Mitarbeitersituation in diesem Winter positiv. Nur noch 21 % geben an, dass ihnen aktuell Mitarbeitende fehlen, was auf eine spürbare Entspannung im Personalbereich hinweist. Damit setzt sich der positive Trend der vergangenen Monate fort.

Blick auf Sommer 2026

Die Umfrage deutet auf eine überwiegend positive Stimmung für die kommende Sommersaison hin. 47 % der Befragten blicken optimistisch auf den Sommer und erwarten gute Ergebnisse, während 43 % neutral eingestellt sind.

Nur 8 % schätzen die nächste Saison eher pessimistisch ein, was auf eine insgesamt stabile Erwartungshaltung in der Branche hinweist.

Spürbare Stimmungsaufhellung in der heimischen Tourismusbranche
© Kohl & Partner Tourismus Consulting

Die Buchungsvorschau zeigt ein gemischtes Bild: 26 % der Betriebe haben bereits mehr Buchungen „on the books“ als im Vorjahr, während 29 % noch hinter den Vorjahreszahlen zurückliegen. Etwa 44 % bewegen sich auf dem Niveau des Vorjahres.

Fazit

Die aktuelle Umfrage deutet auf eine leichte Aufhellung der touristischen Stimmung im Vergleich zum Vorjahr hin. Ein guter Winterstart, eine solide Preisdurchsetzung und insgesamt höhere Auslastung sorgen dafür, dass viele Betriebe mit der laufenden Saison zufrieden sind. Gleichzeitig bleibt das Umfeld anspruchsvoll: Die größten Herausforderungen liegen inzwischen weniger bei den Kosten, sondern verstärkt in der Sicherstellung der Auslastung und der Preisdurchsetzung in einem sensibleren Marktumfeld.

Auch das Konsumverhalten der Gäste zeigt sich weiterhin zurückhaltend und bestätigt den Trend zu bewussteren Urlaubsausgaben.

Positiv fällt die deutliche Entspannung bei der Mitarbeitersituation auf, die sich nach den angespannten Jahren spürbar verbessert hat. Gleichzeitig sorgen steigende bürokratische Anforderungen und politische Auflagen weiterhin für Unzufriedenheit in der Branche.

Mit Blick nach vorne zeigt sich ein vorsichtiger Optimismus: Sowohl die Buchungsvorschau als auch die Erwartungen für den Sommer 2026 stimmen viele Betriebe zuversichtlich, auch wenn kurzfristige Entwicklungen nach wie vor eine wichtige Rolle spielen

„Die Vorzeichen für den weiteren Verlauf der Saison sind gut, aber die endgültige Rechnung wird im Tourismus immer erst am Ende gemacht. Gerade in einem volatilen Marktumfeld bleiben kurzfristige Entwicklungen ein entscheidender Faktor“, resümiert Helmut List.

https://www.kohl-partner.at

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