Nachhaltige Erholung der Weltwirtschaft – Aktienmärkte auf Rekordjagd

Sorge bereitet den Marktteilnehmern allerdings, dass die US-Notenbank ihre Unabhängigkeit verlieren könnte.
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Nachhaltige Erholung der Weltwirtschaft – Aktienmärkte auf Rekordjagd
Daniel Briesemann, Portfoliomanager im Bankhaus Spängler.

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Das neue Jahr hat an den Kapitalmärkten direkt mit Aufregung begonnen. US-Präsident Trump drohte mit neuen Zöllen, Edelmetalle erreichten Rekordhöhen und der Dollar wertete weiter ab.

Die Aktienmärkte haben sich von den Turbulenzen kaum beeindrucken lassen und teilweise neue Rekordhochs markiert“, informiert Daniel Briesemann, Portfoliomanager im Bankhaus Spängler.

Konjunktur – IWF hebt Wachstumsprognosen an

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das globale Wirtschaftswachstum in seinem Update vom Jänner leicht auf 3,3 Prozent angehoben. Das Wachstum ist jedoch ungleich verteilt. Die USA profitieren von niedrigeren Zinsen, der IWF revidierte die Prognose für die Vereinigten Staaten nach oben auf 2,4 Prozent. Für die Eurozone wird ein Wachstum von 1,3 Prozent erwartet – für China hob der IWF die Prognose auf 4,5 Prozent an.

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„Rückenwind kommt von Investitionen in Künstliche Intelligenz sowie von der Fiskal- und Geldpolitik. In China spielen staatliche Unterstützungsmaßnahmen eine wichtige Rolle“, erklärt Markus Dürnberger, Bereichsleiter Asset Management im Bankhaus Spängler.

Geldpolitik – Sorge um Unabhängigkeit der Fed

Die EZB sieht sich mit ihrer Geldpolitik auf einem guten Weg. Die Marktteilnehmer:innen erwarten in diesem Jahr keine Zinsveränderungen. Spannender ist die Situation in den USA. Donald Trump attackiert seit Monaten den Fed-Vorsitzenden Jerome Powell. Im Mai soll Kevin Warsh dessen Nachfolge antreten.

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„US-Präsident Trump fordert seit Langem deutlich niedrigere Zinsen von der Fed. Angesichts dieser Attacken sind die Marktteilnehmer:innen besorgt, dass die US-Notenbank ihre Unabhängigkeit verlieren könnte”, warnt der Portfoliomanager.

Anleihen- und Aktienmärkte

An den Anleihemärkten stiegen die Renditen langlaufender Staatsanleihen. Besonders stark war der Anstieg in Japan, wo die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen den höchsten Stand seit 27 Jahren erreichte.

„Dies hängt mit Sorgen über ausufernde Schulden zusammen, nachdem die neue Regierung umfangreiche Fiskalmaßnahmen angekündigt hatte. Der Renditeanstieg schwappte auf die USA über, wo die Ausgabenpläne der Regierung ebenfalls zu steigenden Renditen führen. An den europäischen Anleihemärkten hielten sich die Anstiege dagegen in Grenzen“, so Markus Dürnberger.

Europäische Aktien entwickelten sich im Jänner besser als US-Werte. Noch besser liefen die Emerging Markets und Japan.

„US-Aktien legten zwar leicht zu, ihre Performance wurde aber durch den schwachen Dollar fast vollständig aufgezehrt. Die Entwicklung des US-Marktes ähnelt jetzt sehr der von vor acht Jahren“, unterstreicht Daniel Briesemann.

Auch der Dollar entwickelt sich ähnlich – damals wie heute hat die US-Währung unter Donald Trump deutlich abgewertet.

Edelmetalle

Gold und Silber eilten lange Zeit von Rekord zu Rekord. Im Jänner überwand Gold die Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze, während Silber auf über 100 US-Dollar sprang. Ende Januar gab es dann eine überfällige Korrektur, im Zuge derer Gold und Silber zweistellige Verluste hinnehmen mussten. Trotz allem ist der Goldpreis um 65 Prozent und der Silberpreis um 150 Prozent gestiegen.

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„Die Gründe für den Preisanstieg sind vielfältig: Unsicherheit über US-Zölle, Sorgen über die Unabhängigkeit der Fed und ein starkes Kaufinteresse von institutionellen Investoren. Seit Jahresbeginn liegen aber beide Edelmetalle trotz der Korrektur noch deutlich im Plus“, erörtert Markus Dürnberger.

Ausblick

Das Basisszenario des Bankhaus Spängler ist gekennzeichnet durch moderates Wirtschaftswachstum, eine unter Kontrolle bleibende Inflation in Europa und weitere Zinssenkungen in den USA.

„Risiken sehen wir in der Geopolitik, hohen Staatsschulden, der Gefahr, dass die Fed ihre Unabhängigkeit verliert, sowie den hohen Bewertungen. Chancen stellen ein stärkeres Wirtschaftswachstum, eine mögliche Entspannung im Ukraine-Krieg sowie Produktivitätssteigerungen durch KI dar“, ergänzt Daniel Briesemann abschließend.

https://www.spaengler.at

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