Complex Pharmaceuticals positioniert sich als hochflexibler Sekundärhersteller. Das 2024 gegründete Unternehmen setzt auf eine modulare, stark automatisierte Produktion, um unterschiedlichste Chargengrößen effizient abwickeln zu können. Herzstück dieses Vorhabens ist das hochmoderne Produktions- und Verpackungszentrum in Traiskirchen.
Langfristige Investition in den Wirtschaftsstandort Österreich
Das junge Unternehmen verfolgt eine klare Strategie: kontinuierliche technologische Weiterentwicklung, konsequente Investitionen in Automatisierung und gezielter Aufbau von Mitarbeiterkompetenz. „Wir denken das Werk von Anfang an als langfristige Investition und nicht als Projekt“ betont Christoph Reinwald. „Denn unser Ziel ist es, den Pharmastandort Österreich zu stärken und einen Beitrag zur europäischen Versorgungssicherheit zu leisten.“
Hochflexibles Zentrum für pharmazeutische Sekundärherstellung
So entsteht in Traiskirchen ein hochflexibles Zentrum für die pharmazeutische Sekundärherstellung, sprich die Konfektionierung, Verpackung, Serialisierung und marktgerechte Aufbereitung von Arzneimitteln für unterschiedliche Regionen.
Aktuell wird das Werk in Traiskirchen den Vorhaben und Bedürfnissen des Unternehmens entsprechend umgebaut. In den kommenden Monaten werden die technische Ausstattung finalisiert, regulatorische Prozesse vorbereitet und Schritt für Schritt das Team aufgebaut. Der Start der Produktion ist für Ende des Jahres geplant.

„Unser Werk besticht durch die Fähigkeit, sehr unterschiedliche Produktformate effizient zu verarbeiten – von kleinsten Chargen für Spezialtherapien bis hin zu kommerziellen Serien. Gerade im Bereich seltener Therapien fehlt es häufig an geeigneten Produktionskapazitäten. Hier braucht es Produktionsmodelle, die Geschwindigkeit und Präzision vereinen. Genau darauf ist unsere Architektur ausgelegt“, erklärt Reinwald.
Complex Pharmaceuticals verfügt über Expertise in Qualitätssicherung, regulatorischen Anforderungen, digitaler Produktionssteuerung und Lean-Operations. „Besonders entscheidend ist die Fähigkeit, hochvariable Produktionsprozesse stabil zu beherrschen. Diese Kombination aus pharmazeutischer Präzision und industrieller Effizienz ist international sehr gefragt“, weiß Reinwald.
Nachhaltigkeit von Anfang an mitgedacht
Nachhaltigkeit ist dabei kein Add-on, sondern fester Bestandteil der Firmenphilosophie. Bereits beim Bau setzt Complex Pharmaceuticals auf eine energieeffiziente Architektur, ressourcenschonende Materialien sowie eine intelligente Gebäudetechnik. Ziel ist ein Betrieb mit möglichst geringem Energiebedarf und hoher Eigenoptimierung. „Wir denken das Werk über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Energieversorgung bis zur Wartung.“
So wird die Produktion stark automatisiert und digital überwacht, was Ressourcenverbrauch deutlich reduziert. Kurze Umrüstzeiten bedeuten weniger Ausschuss, optimierte Materialflüsse senken Transportaufwand und modernste Anlagen arbeiten äußerst energieeffizient. Zudem wird an nachhaltigen Verpackungskonzepten und einem durchgängigen Abfallmanagement gearbeitet.
„Unser Standort soll zum Vorreiter für verantwortungsvolle Pharmaproduktion in Europa werden“, so Reinwald.
Vielfältige Vorteile für den heimischen Markt
Die positiven Auswirkungen gehen weit über den Standort in Traiskirchen hinaus. Complex Pharmaceuticals will einen Impuls für den gesamten Pharmamarkt setzen: „Europa hat in den letzten Jahrzehnten viel Produktionskompetenz ausgelagert – mit der Folge, dass Lieferketten fragiler geworden und Versorgungslücken bei wichtigen Medikamenten entstanden sind. Ein hochautomatisierter Standort wie Traiskirchen wirkt dieser Entwicklung aktiv entgegen, weil er wieder Produktionskompetenz nach Österreich zurückholt“, so Reinwald.
Für den heimischen Markt bedeutet das zunächst mehr Versorgungssicherheit. Wenn Produktionsschritte näher am Absatzmarkt stattfinden, verkürzen sich Reaktionszeiten erheblich. Gerade bei kleineren Chargen oder Spezialpräparaten ist Flexibilität entscheidend. Ein Standort, der variable Produktionsmengen effizient bedient, stabilisiert das gesamte System. „Das ist ein qualitativer Unterschied zu klassischen, auf Massenproduktion ausgerichteten Strukturen“ erklärt Reinwald.
Darüber hinaus entsteht ein Kompetenzzentrum, das Know-how im Land hält und gezielt weiterentwickelt. Moderne pharmazeutische Produktion ist heute stark automatisiert, digital vernetzt und regulatorisch hochkomplex. Diese Fähigkeiten lokal aufzubauen, stärkt nicht nur ein einzelnes Unternehmen, sondern den gesamten Industriestandort. Auch Ausbildungsstätten, Zulieferer und Dienstleister profitieren.
Nicht zuletzt spielt auch die Signalwirkung eine Rolle: „Unser Standort zeigt, dass Hightech-Pharmaproduktion in Europa wirtschaftlich und strategisch sinnvoll ist. Das schafft Vertrauen bei Investoren und Partnern und kann weitere Ansiedlungen nach sich ziehen“, ist Reinwald überzeugt, der sein Werk als Katalysator für eine resilientere, modernere europäische Arzneimittelversorgung.
Regional verankert, international vernetzt
„Die regionale Wertschöpfung ist ein weiterer zentraler Baustein unseres Ansatzes“, erklärt Reinwald. Bau, Technik, Logistik, Service – viele dieser Leistungen werden bewusst mit Partnern aus der Region umgesetzt. Darüber hinaus entstehen langfristige Kooperationen mit Ausbildungsstätten, technischen Dienstleistern und spezialisierten Zulieferern. „Ein moderner Produktionsstandort ist nie isoliert, sondern Teil eines industriellen Ökosystems. Genau dieses Netzwerk wollen wir aktiv stärken“, so Reinwald.

Hinzu kommen grenzüberschreitende Partnerschaften. So baut Complex Pharmaceuticals auch gezielt Beziehungen zu Herstellern, Technologiepartnern und spezialisierten Dienstleistern in mehreren europäischen Märkten auf. „Traiskirchen soll als Knotenpunkt im Herzen Europas fungieren: regional verankert, international vernetzt“, erklärt Reinwald.
Mehr als 60 neue Arbeitsplätze
Um diese Ziele zu erreichen, braucht es qualifiziertes Personal. Bis Ende 2027 sucht das Unternehmen für seinen Standort in Traiskirchen mehr als 60 Mitarbeiter:innen. „Bei uns entstehen eine ganze Reihe an attraktiven Arbeitsplätzen in einem technologisch anspruchsvollen Umfeld – von der Produktion über die Qualitätssicherung bis hin zur digitalen Prozesssteuerung“, sagt Reinwald und betont weiter: „Eine moderne pharmazeutische Produktion ist hochautomatisiert, aber sie lebt von Expertise. Wir investieren deshalb gezielt in Kompetenzen, Ausbildung und langfristige Entwicklung.“
Darüber hinaus entstehen indirekte Beschäftigungseffekte entlang der regionalen Wertschöpfungskette. „Unser Standort wirkt als Anker, der Know-how in Österreich aufbaut und bindet“, betont Reinwald abschließend stolz.
