Führungskräfte setzen zusehends auf pragmatische KI-Strategien

Prioritäten im Jahr 2026 liegen auf Infrastruktur, Daten, Governance und Fortbildung der Mitarbeitenden.
© Capgemini
Führungskräfte setzen zusehends auf pragmatische KI-Strategien
Martina Sennebogen, Vorstandsvorsitzende bei Capgemini Österreich.

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Nach einer Phase der „KI-Euphorie“ verfolgen Führungskräfte zunehmend pragmatische KI-Strategien, wobei KI bereits heute in Entscheidungsprozesse eingebunden wird. Das zeigen zwei neue Studien des Capgemini Research Institute mit dem Titel „The multi-year AI advantage: Building the enterprise of tomorrow“ sowie „How AI is quietly reshaping executive decisions“.

Die Studienergebnisse bieten Orientierung für Entscheidungen: Um den Mehrwert von KI auszuschöpfen, müssen Organisationen und ihre Führungskräfte 2026 verstärkt auf Governance, Skills, Verantwortlichkeit und das Zusammenspiel von Menschen und KI setzen.

Unternehmen der Zukunft

Laut der Studie „The multi-year AI advantage: Building the enterprise of tomorrow“, für die weltweit 1.505 Führungskräfte großer Unternehmen befragt wurden, operationalisieren bereits 38 Prozent der Organisationen Anwendungsfälle generativer KI.

Führungskräfte setzen zusehends auf pragmatische KI-Strategien
© Capgemini Research Institute / The multi-year AI advantage

Sechs von zehn Unternehmen prüfen derzeit den Einsatz agentischer KI. Fast die Hälfte der befragten chinesischen Unternehmen pilotiert oder implementiert agentische KI – und liegt damit vor den USA und Europa.

Zwei Drittel der Führungskräfte sind überzeugt: Wer KI nicht so schnell skaliert wie die Konkurrenz, setzt strategische Chancen aufs Spiel und riskiert Wettbewerbsnachteile.

Führungskräfte setzen zusehends auf pragmatische KI-Strategien
© Capgemini Research Institute / The multi-year AI advantage

Auch die Bewertung der KI-Nutzung verändert sich: Operative Effizienz und Kostensenkung sind nicht mehr die einzigen Benchmarks. Neue ROI-Kriterien sind Umsatzwachstum, Risikomanagement und Compliance, Wissensmanagement sowie Kundenerlebnis und Personalisierung.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen priorisiert außerdem inzwischen Datensouveränität, um sicherzustellen, dass sensible oder regulierte Daten unter eigener Kontrolle bleiben.

Pragmatik hält Einzug

Der Blick nach vorn zeigt: Unternehmen wollen ihre KI-Investitionen beschleunigen und sich auf Funktionen mit klar definierten Prozessen und messbaren Ergebnissen konzentrieren.

© Capgemini Research Institute / The multi-year AI advantage

Das bedeutet eine Abkehr von Experimenten hin zu langfristiger Wertschöpfung. Fast zwei Drittel pausieren bereits Projekte mit geringem Mehrwert, um Ressourcen auf Bereiche mit hohem Erfolgsversprechen umzulenken. Im Durchschnitt planen Unternehmen, 2026 rund fünf Prozent ihres Jahresbudgets für KI bereitzustellen, gegenüber drei Prozent im Jahr 2025. Sie setzen dabei auf Infrastruktur, Daten, Governance und Qualifizierung der Mitarbeitenden als Fundament für erfolgreiche KI-Adoption.

„Die KI-Euphorie weicht einer Hands-On-Pragmatik. Der Fokus verlagert sich auf langfristige, unternehmensweite Implementierungen, die Produktivität steigern und Entscheidungsfindung für Führungskräfte verbessern. Zudem rücken Umsatz, Kundenerlebnis, Risikomanagement und Innovationen in den Blick. KI hat eine entscheidende Schwelle überschritten: Die Frage ist nicht mehr, ‚ob‘ sondern ‚wie‘ man KI in die Unternehmensstruktur integriert. Viele Organisationen machen es bereits richtig: sie setzen auf starke Grundlagen aus Daten, Governance und das Zusammenspiel von Menschen und KI. Jetzt kommt es auf die Führungskräfte an: Können sie eine klare Vision kommunizieren und Verantwortung übernehmen? Das wird darüber entscheiden, ob die transformative Kraft von KI greifbaren Mehrwert liefert“, erklärt Martina Sennebogen, Vorstandsvorsitzende bei Capgemini Österreich.

KI verändert Entscheidungsprozesse

Die Spotlight-Studie „How AI is quietly reshaping executive decisions“, basierend auf einer Befragung von 500 CXOs, darunter 100 CEOs, zeigt: Mehr als die Hälfte der CXOs nutzt KI bereits heute „aktiv“ oder „selektiv“ zur Unterstützung strategischer Entscheidungen – ein Trend, der sich in den nächsten drei Jahren verstärken wird.

© Capgemini Research Institute / How AI is reshaping executive decisions

Ein weiteres Drittel befindet sich in der „Experimentier“-phase. Während KI aktuell vor allem bei E-Mails, Meeting-Notizen, Dokumenten sowie Recherche und Analyse unterstützt, erwarten Führungskräfte, dass sie in drei Jahren vor allem strategisches Denken ergänzen und hinterfragen wird.

Führungskräfte setzen zusehends auf pragmatische KI-Strategien
© Capgemini Research Institute / How AI is reshaping executive decisions

Der frühzeitige Einsatz zahlt sich aus: Mehr als die Hälfte der CXOs berichtet von reduzierten Zeit- und Kostenaufwänden bei Entscheidungen sowie von mehr Kreativität und Weitsicht durch KI.

Gleichzeitig bleibt klar: KI ist eine Ergänzung, kein Ersatz für menschliches Urteilsvermögen. Nur ein Prozent der CXOs glaubt, dass KI in den nächsten ein bis drei Jahren bestimmte strategische Entscheidungen autonom treffen könnte.

CEOs, CFOs und COOs sind sich jedoch auch der Grenzen der Technologie bewusst. Sie haben Bedenken hinsichtlich rechtlicher Auswirkungen und Sicherheitsrisiken sowie der Schwierigkeit, KI-gestützte Entscheidungen zu erklären. Zudem zögern viele Führungskräfte, ihre eigene KI-Nutzung öffentlich zu machen: Nur elf Prozent geben an, den Einsatz von KI in Geschäftsentscheidungen zu kommunizieren oder zu planen.

Gründe für die Zurückhaltung sind Reputationsrisiken bei Fehlentscheidungen und Unsicherheit über die Wahrnehmung durch Kunden, Partner und Öffentlichkeit.

Nähere Informationen zur Studie „The multi-year AI advantage“ finden Sie hier.

Nähere Informationen zur Studie „How AI is reshaping executive decisions“ finden Sie hier.

https://www.capgemini.com

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