Deloitte untersucht die Folgen des Klimawandels auf den Arbeitsmarkt

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Anna Nowshad, New-Work-Expertin und Partnerin bei Deloitte Österreich

14.11.2022 | 2 min

Deloitte untersucht die Folgen des Klimawandels auf den Arbeitsmarkt

Mit der „Work toward net zero“ – Studie wird gezeigt, wie Klimawandel Branchen und Beschäftigung beeinflusst.

Die aktuelle Untersuchung, die auf der diesjährigen Weltklimakonferenz COP27 vorgestellt wurde, liefert eindeutige Ergebnisse: Jeder vierte Arbeitsplatz weltweit ist bereits von den Folgen des Klimawandels und der notwendigen Transformation hin zu CO2-neutraler Wirtschaft betroffen.

„Vor allem die Bereiche Landwirtschaft, Energie und Bergbau, Schwerindustrie und verarbeitendes Gewerbe, Transport sowie Bauwesen sind, laut unserer Analyse, angesichts der immer größer werdenden Klimakatastrophe besonders fragil. Um hier die wirtschaftliche Disruption zu verringern und neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen, braucht es vor allem eines: der rasche Wandel unserer Wirtschaft hin zur Klimaneutralität“, erklärt Gerhard Marterbauer, Sustainability Experte und Partner bei Deloitte Österreich.

„Green Transformation“ als Chance

Die Vorteile, die ein schnellerer, geplanter Übergang zu einer Net-Zero-Wirtschaft bringen könnte, sind laut Studie zahlreich: So würde eine aktive Gestaltung der Transformation weltweit bis 2050 nicht nur Millionen zusätzliche Arbeitsplätze hervorbringen, sondern auch gerechtere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Arbeitsplatzsicherheit.

Gerhard Marterbauer, Sustainability Experte und Partner bei Deloitte Österreich

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„Green Collar Workforce“ und die Jobs der Zukunft

Um die fortschreitende Klimaerwärmung zu bremsen, wird der Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft in den kommenden Jahren zu einer zentralen Voraussetzung. Gelingen kann sie allerdings nur mit einer neuen, „grünen“ Arbeiterschaft, die den Anforderungen der Jobs der Zukunft gewachsen sind.

„Die Fähigkeiten dieser Green-Collar-Arbeitskräfte werden zu Treibern des nachhaltigen Wandels. Das Erfreuliche: 80% der Qualifikationen, die kurz- bis mittelfristig für transformierte oder neue Jobs benötigt werden, sind bereits vorhanden. Statt vollständiger Umschulung können daher die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch Fortbildung in ihrer derzeitigen Tätigkeit bleiben oder eine neue annehmen. Damit das gelingt, sind Investitionen in die Kompetenzförderung der Schlüssel. Sie müssen zu den Top-Prioritäten für Politik und Unternehmen gehören“, betont Anna Nowshad, New-Work-Expertin und Partnerin bei Deloitte Österreich.

Gemeinsames Handeln von Politik und Wirtschaft gefordert

Eine rasche Transformation zu einer Net-Zero-Wirtschaft erfordert drastische Maßnahmen. Folgende Bereiche verlangen besondere Aufmerksamkeit:

  • Festlegung und Umsetzung klarer Zwischenziele für die Emissionsreduktion, um Branchen, Unternehmen und Einzelpersonen dabei zu helfen, wirksame Investitionsentscheidungen zu treffen.
  • Gestaltung einer neuen Industriepolitik unter Berücksichtigung der neu entstehenden, emissionsfreien Wirtschaftssysteme und der Green-Collar-Arbeitskräfte. So kann eine rasche Dekarbonisierung mit den geringsten Kosten für Wirtschaft sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erreicht werden.
  • Schaffung von Qualifizierungspfaden für hochwertige Arbeitsplätze, um Löhne, Arbeitsbedingungen und Arbeitsplatzsicherheit zu verbessern.
  • Reform der allgemeinen und beruflichen Bildungssysteme, die Wege in wachstumsstarke Sektoren mit gefragten Qualifikationen für Berufe der emissionsarmen Zukunft ermöglichen.
  • Gezielte Personalpolitik, um Kompetenzen dorthin zu lenken, wo sie gebraucht werden – je nach Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Qualifikationen oder Regionen.

Mehr Infos zur Studie finden Sie hier

http://www.deloitte.at