Unsichtbares Vermögen in Serverräumen österreichischer Unternehmen

In der IT-Infrastruktur sind oft Millionenbeträge in ungenutzten Software-Lizenzen gebunden.
© Daniel Auer
Unsichtbares Vermögen in Serverräumen österreichischer Unternehmen
Stefan Tauchhammer, Gründer und Geschäftsführer von Software ReUse.

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Was viele IT-Abteilungen als Nebenthema betrachten, entwickelt sich zunehmend zu einem relevanten Finanzhebel.

Expert:innen schätzen, dass in Österreich allein bei Microsoft-Perpetual-Lizenzen jährlich ein Marktvolumen von rund 90 Millionen Euro generiert wird – davon 50 Millionen durch Unternehmen und 40 Millionen im öffentlichen Sektor. Ein beträchtlicher Teil davon bleibt jedoch ungenutzt in IT-Beständen gebunden.

„Mit dem zunehmenden Wechsel zu Cloud-Modellen bleiben zahlreiche klassische Dauerlizenzen in Unternehmen zurück. Diese können jedoch legal weiterverkauft werden – und damit bislang gebundenes Kapital wieder freigesetzt werden“, erklärt Stefan Tauchhammer, Gründer und Geschäftsführer von Software ReUse.

Millionenpotenzial durch ungenutzte Lizenzen

Den Schätzungen zufolge könnten rund 30 Prozent dieser Lizenzen nach einem Wechsel auf Cloud-Modelle tatsächlich weiterverkauft werden. Das entspricht in Österreich einem potenziellen Marktvolumen von etwa 30 Millionen Euro pro Jahr allein bei Microsoft-Lizenzen.

Berücksichtigt man weitere große Software-Anbieter wie Oracle, VMware by Broadcom oder Adobe, könnte sich dieses Volumen sogar auf bis zu 60 Millionen Euro jährlich erhöhen.

„Der Ankaufspreis für gebrauchte Software-Lizenzen liegt typischerweise bei durchschnittlich etwa einem Drittel des ursprünglichen Neupreises“, verdeutlicht Stefan Tauchhammer.

Damit könnten österreichische Unternehmen jährlich rund 20 Millionen Euro an gebundenem IT-Kapital wieder mobilisieren. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten, in denen Unternehmen ihre Kostenstrukturen überprüfen müssen, gewinnt dieses Thema an Bedeutung.

Unsichtbares Vermögen in Serverräumen österreichischer Unternehmen
© smarterpix / Jirsak

Strategisch wertvoller Finanzhebel

„Viele Unternehmen betrachten Software-Lizenzen ausschließlich aus technischer Perspektive. Dabei handelt es sich faktisch um Vermögenswerte in der Bilanz. Wer seine Lizenzbestände regelmäßig analysiert, kann erhebliche Budgets freisetzen“, unterstreicht Stefan Tauchhammer.

Eine systematische Lizenzbestandsanalyse kann zeigen, welche Lizenzen noch benötigt werden und welche durch den Umstieg auf Cloud-Lösungen oder neue Softwaregenerationen obsolet geworden sind.

Nachhaltiger Umgang mit Software-Lizenzen

Neben dem finanziellen Effekt gewinnt auch der Nachhaltigkeitsaspekt an Bedeutung:

Der Weiterverkauf von Software-Lizenzen verlängert deren Nutzungsdauer und vermeidet unnötige Neuanschaffungen – ein Ansatz, der zunehmend auch von IT- und Beschaffungsabteilungen im öffentlichen Sektor berücksichtigt wird.

Denn der Handel mit gebrauchten Software-Lizenzen ist in der Europäischen Union seit dem wegweisenden EUGH-Urteil von 2012 rechtlich zulässig und gewinnt seit einigen Jahren an Dynamik.

Dennoch ist vielen Unternehmen noch nicht bewusst, welche finanziellen Potenziale in ihren bestehenden Lizenzbeständen liegen.

„Deshalb kann sich ein genauer Blick in die eigenen IT-Inventare lohnen. Denn in vielen Serverräumen schlummern nicht nur Daten, sondern auch Millionenwerte“, ergänzt Stefan Tauchhammer abschließend.

https://www.software-reuse.eu

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