Marktwert globaler börsennotierter Unternehmen deutlich gestiegen

Getrieben wird diese Entwicklung weiterhin vor allem vom Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI).
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Marktwert globaler börsennotierter Unternehmen deutlich gestiegen
Gunther Reimoser, Country Managing Partner von EY Österreich.

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Trotz geopolitischer Spannungen, Konjunkturflaute und hoher Inflation konnten die wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt ihren Marktwert kräftig steigern. Der kumulierte Börsenwert der 100 teuersten Unternehmen weltweit lag zum Ende des ersten Halbjahres (30.06.) bei rund 61,9 Billionen US-Dollar – 18 Prozent mehr als zu Jahresbeginn.

Besonders stark profitieren Technologieunternehmen: Ihr Gesamtwert innerhalb der Top 100 stieg seit Jahresbeginn um 30 Prozent auf rund 35,2 Billionen US-Dollar. Genauso stark legten Industrieunternehmen zu, von denen viele als KI-Infrastruktur-Titel gelten, da sie am Bau von Rechenzentren beteiligt sind. Dahinter folgt die Rohstoffbranche mit einem Plus von 27 Prozent.

Marktwert globaler börsennotierter Unternehmen deutlich gestiegen
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Deutlich schwächer entwickelten sich Konsumgüterhersteller und der Finanzsektor, die jeweils nur um ein Prozent zulegten, sowie Kommunikations- beziehungsweise Medienunternehmen, deren kumulierter Börsenwert sogar um acht Prozent sank.

US-Unternehmen als Taktgeber

Die Top 10 der höchstbewerteten Unternehmen sind weitgehend in US-amerikanischer Hand: Acht der zehn wertvollsten Unternehmen der Welt haben ihren Hauptsitz in den Vereinigten Staaten – darunter auch der Neuzugang SpaceX: Das Raumfahrt-/Technologieunternehmen belegt mit einem Börsenwert von 2,25 Billionen US-Dollar aktuell den sechsten Rang.

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Angeführt wird das Ranking weiterhin vom Chiphersteller Nvidia, dessen Marktkapitalisierung zum Stichtag bei rund 4,8 Billionen US-Dollar lag. Auf den weiteren Plätzen folgen Alphabet mit rund 4,3 Billionen US-Dollar, Apple mit rund 4,2 Billionen US-Dollar und Microsoft mit rund 2,8 Billionen US-Dollar.

Neben den USA sind in den Top 10 Taiwan mit TSMC und Saudi-Arabien mit Saudi Aramco vertreten.

Auch jenseits der Top 10 dominieren US-Konzerne weiterhin das Ranking: Unter den Top 100 finden sich aktuell 56 Unternehmen aus den USA. Auf Rang zwei folgt China einschließlich Hongkong mit zwölf Unternehmen, vor Großbritannien und Japan mit jeweils fünf Unternehmen. Die Schweiz ist mit vier Unternehmen vertreten, Frankreich mit zwei. Die Zahl europäischer Unternehmen unter den Top 100 liegt aktuell bei 16 – zu Jahresbeginn waren es noch 18.

Zum Vergleich: Im Jahr 2007 hatten noch 46 europäische Konzerne zu den 100 wertvollsten Unternehmen der Welt gezählt.

Teuerstes europäisches Unternehmen ist ASML auf Rang 20. Dahinter folgen unter anderem ARM, Roche, HSBC, AstraZeneca, Novartis und LVMH. Europa ist damit zwar branchenübergreifend präsent, bei wachstumsstarken Technologie- und KI-Werten aber nur vereinzelt.

„Der KI-Boom hat die Dynamik an den globalen Kapitalmärkten deutlich verändert. Der Schwerpunkt liegt weiterhin klar in den USA und zunehmend auch in Asien. Europa ist in diesem Umfeld bislang schwach vertreten“, unterstreicht Gunther Reimoser, Country Managing Partner von EY Österreich.

Dominanz der Tech-Branche durch KI-Boom

Die Dominanz der Technologiebranche zeigt sich immer deutlicher im Ranking: Die Zahl der Technologieunternehmen unter den Top 100 ist seit Jahresende 2025 von 27 auf 38 gestiegen.

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Damit stellt der Technologiesektor inzwischen mit Abstand die meisten Unternehmen in der Spitzengruppe.

Der Gesamtwert der Technologieunternehmen ist seit Jahresbeginn zudem um 30 Prozent angewachsen – der stärkste Wertzuwachs aller Branchen. Auf Rang zwei folgt der Finanzsektor mit 19 Unternehmen, vor der Konsumgüterbranche mit 16 Unternehmen. Die Gesundheitsbranche ist nur mit neun Unternehmen vertreten.

„Künstliche Intelligenz ist längst ein zentraler Kapitalmarkttreiber. Unternehmen, denen Anleger:innen eine führende Rolle in der KI-Wertschöpfungskette zutrauen, werden mit enormen Bewertungsaufschlägen belohnt. Das gilt für Chipkonzerne ebenso wie für Plattformanbieter sowie Rechenzentren- und Cloud-Anbieter“, erklärt Gunther Reimoser.

Bei dieser Entwicklung spielt Europa derzeit kaum eine Rolle: Von den 36 Technologieunternehmen in den Top 100 haben 26 ihren Sitz in Nordamerika, zehn in Asien und zwei in Europa.

„Warnungen vor einer KI-Blase sollte man ernst nehmen. Gleichzeitig zeigen die Zahlen klar, wo Investor:innen derzeit Wachstum, technologische Führungsstärke und künftige Marktchancen sehen. Europa darf bei einer Schlüsseltechnologie wie Künstlicher Intelligenz nicht erneut den Anschluss verlieren“, ergänzt der Experte.

Als zentrale Bremsfaktoren nennt Gunther Reimoser die weiterhin fragmentierten europäischen Kapitalmärkte, eine im internationalen Vergleich schwächer ausgeprägte Risikokapitalkultur und die Schwierigkeit, junge Technologieunternehmen in Europa schnell auf globale Größe zu skalieren.

„Ohne deutlich bessere Finanzierungsbedingungen, mehr Risikobereitschaft und eine stärkere Kapitalmarktintegration wird es für Europa schwer, im globalen KI-Wettbewerb aufzuholen“, meint Gunther Reimoser.

Ausblick

Die KI-getriebenen Umbrüche an den Weltbörsen könnten sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Weitere große Börsengänge von KI-Unternehmen könnten das Gewicht der USA zusätzlich erhöhen und die regionale Konzentration an den Kapitalmärkten weiter verstärken.

„Europa hat keine Zeit zu verlieren. Forschung und industrielle Stärke sind wichtige Grundlagen – aber sie reichen nicht aus. Entscheidend ist, ob daraus schnell genug skalierbare Geschäftsmodelle, Kapitalmarkterfolge und neue globale Technologieführer entstehen“, so Gunther Reimoser abschließend.

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