Gamechanger: Innovative Recyclingtechnologie sichert wichtige Rohstoffe Bernegger GmbH

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V.l.n.r.: Helmut Lugmayr (Geschäftsführer Bernegger GmbH), Kurt Bernegger (geschäftsführender Gesellschafter Bernegger GmbH), Kurt Bernegger (Geschäftsleitung Bernegger GmbH), Roland Pomberger (Montanuniversität Leoben)

08.03.2022 | 2 min

Gamechanger: Innovative Recycling-technologie sichert wichtige Rohstoffe

Revolutionäres und weltweit richtungsweisendes Verfahren der Thermischen Metallgewinnung (TMG) im Rohstoffpark Enns.

60 Millionen Euro werden in die Weiterentwicklung des Rohstoffpark Enns der Bernegger-Gruppe investiert. Das ist der erste Schritt im Rahmen eines 200 Millionen-Ausbau-Projektes am Ennser Standort: Ein weltweit einzigartiges Verfahren ermöglicht erstmalig die Verwertung von 99% der Rohstoffe aus Altautos, Elektro-und Elektronikschrott.

Rest vom Rest nutzen

Jedes Jahr entstehen in Österreich etwa 71 Millionen Tonnen Müll. Trotz aktiver Mülltrennung und modernster Recyclinganlagen bleiben immer Reststoffe, die bis dato verbrannt oder deponiert werden müssen. In den überwiegend feinen Rückständen sind oft noch wertvolle Materialien – insbesondere Metalle – enthalten, deren Gewinnung aufgrund mangelnder Technik bis jetzt nicht möglich ist. „Durch intensive Forschungsarbeit ist es uns gelungen, hier den Rohstoffkreislauf zu schließen und auch feinste Metalle wieder zu gewinnen“ beschreibt Geschäftsführer Helmut Lugmayr den Durchbruch. Ressourcenknappheit, steigende Rohstoff- und Energiepreise sowie Anspruch an nachhaltiges Wirtschaften fordern ein Umdenken. „Viele Rohstoffe werden knapp und können in Österreich nicht gewonnen werden. Mit unseren Technologien werden bisher weltweit ungenutzte Potentiale zugänglich gemacht“ so Geschäftsführer Kurt Bernegger über die Gamechanger-Rolle der neuen Technologie in der Ressourcenwirtschaft.

99% Recyclingquote durch thermische Metallgewinnung

Die Methode der thermischen Metallgewinnung (TMG) ist weltweit einzigartig. Nach jahrelanger Entwicklungsarbeit ist hier dem Forschungsteam der Bernegger Gruppe gemeinsam mit der Montanuniversität Leoben, der RWTH Aachen und der Firma Küttner ein genialer Durchbruch gelungen. Durch unser innovatives Verfahren wird es möglich, 99% der Rohstoffe aus Altautos, Elektro- und Elektronikschrott zu verwerten. Es verbindet erprobte Anlagentechnik aus der Metallurgie mit Techniken aus der modernen thermischen Abfallverwertung.

Die thermische Metallgewinnung ermöglicht es, den „Rest vom Rest“ so aufzusplitten, dass daraus praktisch alle Metalle, aber auch mineralische Rohstoffe zurückgewonnen werden können. Selbst aus sehr feinen Abfällen mit einem geringen Metallanteil von nur 1-2% lassen sich noch die Metalle lösen und der erneuten Verwendung steht nichts mehr im Weg. Rohstoffe wie Kupfer, Gold und andere Edelmetalle bleiben somit weiter im Materialkreislauf.

Mit dieser neuen Technologie werden nicht nur Metalle rückgewonnen, sondern auch weitere Produkte, wie z.B. Bindemittel für die Bauindustrieproduziert. Somit werden Rohstoffe zurückgewonnen, Energie wird optimal genutzt und die zu entsorgenden Reste betragen weniger als 1 Prozent.

Pionier der Kreislaufwirtschaft

Eine Studie der Montanuniversität Leoben stellt fest, dass durch die thermische Metallgewinnung Umweltbelastungen im Vergleich zum aktuellen Stand der Technikmassiv reduziert werden: „Im Vergleich zur Gewinnung von Primärrohstoffen verringern sich Treibhausgase, Energie- und Ressourcenverbrauch massiv. Aber auch andere positive Umweltwirkungen wie die Reduktion des Flächenverbrauchs und die Schonung des Deponievolumens können erreicht werden“ präzisiert Roland Pomberger von der Montanuniversität Leoben. Die logistische Anbindung des Ennshafen in Verbindung mit dem nachhaltigen Prozess der TMG bieten ideale Rahmenbedingungen. Dies wurde auch in einer Umweltverträglichkeitsprüfung für Mensch und Umwelt positiv beurteilt. „Die globale Situation zeigt, wie wichtig Investitionen in nachhaltige Versorgungssicherheit sind. Die Bernegger Gruppe setzt seit Jahren auf Energieeffizienz und investiert permanent in emissionssparende Projekte in Logistik und Rohstoffgewinnung.“ bringt Kurt Bernegger die Vorreiterrolle des Unternehmens auf den Punkt.