Extremwetter in Österreich: Folgen des Klimawandels werden spürbar

Fast 75% der Österreicher erwarten, dass Extremwetterereignisse künftig ihren Alltag beeinträchtigen werden.
© INTEGRAL Markt- und Meinungsforschungsges.m.b.H
Extremwetter in Österreich: Folgen des Klimawandels werden spürbar
Bertram Barth, Geschäftsführender Gesellschafter der INTEGRAL Markt- und Meinungsforschungsges.m.b.H.

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Die Hitze hatte uns Mitte Juli wieder fest im Griff. Während der Klimawandel angesichts multipler Krisen zuletzt etwas an Aufmerksamkeit verloren hat, beschäftigt das Thema uns nun wieder deutlich stärker. Vor allem die Trockenheit im Frühsommer und Sommer bereitet vielen große Sorge.

Doch welche Folgen der Klimaveränderungen werden darüber hinaus befürchtet? Wie stehen die Menschen in Österreich zu erneuerbaren Energien und wie stark sehen sie sich selbst in der Pflicht, mit Verhaltensänderungen zum Klimaschutz beizutragen?

Eine aktuelle INTEGRAL-Studie hat die Stimmungslage in Österreich untersucht.

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„Wir befinden uns in einem von Hitzewellen geprägten Hochsommer, in dem laufend Temperaturrekorde fallen. Das spiegelt sich auch in der Wahrnehmung der Menschen wider. Während im März nur 28% innerhalb der letzten Woche einen konkreten Anlass fanden, um über den Klimawandel nachzudenken, stieg dieser Anteil Mitte Juni auf 42% und Ende Juni auf 59%“, betont Bertram Barth, Geschäftsführer von INTEGRAL.

Wenig überraschend gewinnt der Klimawandel damit auch insgesamt wieder an Bedeutung. Knapp zwei Drittel (64%) halten ihn derzeit für wichtig. Im März waren es noch 57%. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung sind dabei nicht die Jüngeren die treibende Kraft: 67% der 16- bis 29-Jährigen machen sich Sorgen über den Klimawandel und liegen damit auf dem Niveau der 50- bis 75-Jährigen (66%).

„Wie wichtig Menschen den Klimawandel einschätzen, hängt stark mit ihren Werthaltungen und Lebensperspektiven zusammen. Aktuell sehen wir wieder eine gespaltene Mitte. Die moderne und zukunftsorientierte Mitte, das Milieu der Adaptiv-Pragmatischen, reagiert besorgt und fordert Maßnahmen gegen den Klimawandel. Die alte Mitte dagegen, das Milieu der Nostalgisch-Bürgerlichen, spielt die Hitzewelle herunter (‘Heiße Sommer hat es früher auch gegeben’) und wehrt so eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Klimawandel ab“, erklärt Bertram Barth.

Klimaflucht, Ernteausfälle und Trockenheit

Dass sich die Klimaveränderungen auf zahlreiche Lebensbereiche auswirken, ist der österreichischen Bevölkerung in hohem Maß bewusst. 80% erwarten einen Anstieg der klimabedingten Migration. 83% befürchten, dass Klimaveränderungen künftig die weltweite Versorgung mit Lebensmitteln beeinträchtigen werden. Mit Blick auf Österreich werden die Sorgen noch größer: 90% erwarten, dass die heimische Landwirtschaft stärker unter Druck gerät.

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Große Sorge gilt derzeit der anhaltenden Trockenheit. 74% der Bevölkerung zeigen sich darüber besorgt. Ebenso viele erwarten, dass Extremwetterereignisse ihren Alltag in Zukunft beeinträchtigen werden. Frauen und Personen mit Matura- oder Universitätsabschluss sind dabei besonders besorgt. Regionale Unterschiede gibt es hingegen kaum.

Klimavorbereitung und Bereitschaft zur Verhaltensänderung

Die Vorkehrungen Österreichs für klimabedingte Veränderungen überzeugen entsprechend nur wenige.

Extremwetter in Österreich: Folgen des Klimawandels werden spürbar
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Nur 40% finden, dass das Land gut vorbereitet ist. Mit zunehmender Ortsgröße fällt die Bewertung kritischer aus. In größeren Städten, besonders in Wien, wo die Hitze am stärksten zu spüren ist, bewerten die Menschen die Situation deutlich kritischer als in kleineren Gemeinden.

Für viele Menschen ist der Ausbau erneuerbarer Energien ein wichtiger Bestandteil im Umgang mit dem Klimawandel. Das zeigt sich auch in den Ergebnissen der Studie: 84% befürworten den Ausbau grundsätzlich, 44% sogar sehr stark.

Auch die Bereitschaft, das eigene Verhalten zu ändern und damit einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, ist seit März deutlich gestiegen. Aktuell liegt sie bei 62%, im März waren es noch 53%.

„Die Klimaproblematik wird nach wie vor gerne verdrängt. Erst wenn die Folgen für die Menschen spürbar werden, wird das Thema wieder präsent. Das wird sich wieder ändern, aber ein Unbehagen bleibt und der Vorwurf an die Politik, hier zu versagen, wird mit jedem neuen Extremwetterereignis neu bestätigt“, ergänzt Bertram Barth abschließend.

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