Erste Anzeichen einer Stabilisierung der österreichischen Industrie

Während die Gesamtindustrie um Stabilität ringt, entwickeln sich einzelne Branchen deutlich besser.
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Axel Preiss, Sector Leader Industrials bei EY Österreich.

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Die Rezession in der österreichischen Industrie hält an aber zeigt erste Zeichen einer Stabilisierung. Die heimischen Unternehmen des produzierenden Bereichs erwirtschafteten im dritten Quartal 2025 einen Umsatz von 94,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Positiv ist jedoch, dass sich die Rückgänge im laufenden Jahr deutlich abgeschwächt haben: Bereits im ersten und zweiten Quartal lagen die Umsatzrückgänge jeweils unter einem Prozent.

Erste Anzeichen einer Stabilisierung der österreichischen Industrie
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„Die österreichische Industrie befindet sich weiterhin in schwierigem Fahrwasser. Gleichzeitig sehen wir aber, dass sich die Dynamik der Rückgänge zuletzt abgeschwächt hat – ein erstes Signal für eine mögliche Stabilisierung, wenn auch auf niedrigem Niveau“, erörtert Axel Preiss, Sector Leader Industrials bei EY Österreich.

Rückgang der Beschäftigung

Zum Ende des dritten Quartals 2025 waren im produzierenden Bereich in Österreich rund 1,07 Millionen Menschen beschäftigt – das sind 1,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Innerhalb von zwölf Monaten gingen damit rund 20.900 Arbeitsplätze verloren. Der Rückgang fiel damit etwas stärker aus als im zweiten Quartal (-1,8 %).

In sieben von acht untersuchten Industriebranchen lag die Beschäftigung unter dem Vorjahresniveau.

Am stärksten betroffen ist erneut die Automobilindustrie: Dort sank die Zahl der Beschäftigten im Jahresvergleich um gut acht Prozent, was einem Abbau von rund 2.900 Stellen entspricht. Einzig die Chemie- und Pharmabranche konnte im Vergleich zum Vorjahr Personal aufbauen – knapp 280 Stellen.

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Langfristig zeigt sich ein differenziertes Bild: Seit 2019 wurden in vier der acht untersuchten Industriebranchen zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen – allen voran in der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (+9.728 Stellen / +14 %), im Maschinenbau (+6.952 / +8 %) sowie in der Chemie-/Pharmabranche (+5.139 / +14 %). Dagegen verlor die Automobilindustrie seit 2019 insgesamt rund 7.670 Arbeitsplätze (-20 %).

Verwundbarkeit der Exportindustrie

Die Ausfuhren beweglicher Güter inklusive elektrischem Strom beliefen sich im dritten Quartal 2025 auf 45,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 1,7 Prozent bzw. 811 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit sind die Exporte nun seit sieben Quartalen in Folge rückläufig.

Haupttreiber des Exportrückgangs war der massive Einbruch der Ausfuhren in die USA, die um 27 Prozent beziehungsweise 1,6 Milliarden Euro sanken. Auch die Exporte nach China (-11 %) sanken deutlich – jene nach Deutschland, dem wichtigsten Handelspartner Österreichs, gingen um gut vier Prozent zurück.

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Positiv entwickelten sich hingegen die Ausfuhren nach Großbritannien und in die Schweiz (jeweils +21 %) sowie nach Italien.

Innerhalb der Industrie zeigten fünf von acht Branchen ein Exportwachstum. Angeführt wurde das Ranking von der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (+9,2 %), gefolgt von Chemie/Pharma (+5,5 %). Die Automobilindustrie verzeichnete dagegen einen Rückgang der Exporterlöse um gut acht Prozent.

„Der Einbruch der Exporte in die USA ist außergewöhnlich stark und unterstreicht, wie verwundbar die exportorientierte Industrie gegenüber globalen Konjunktur- und Handelsschocks ist. Umso wichtiger sind Investitionen in Innovationskraft, technologische Differenzierung und neue Absatzmärkte“, betont Axel Preiss.

Innovative Industrien am Vormarsch

Während energie- und kostenintensive Industrien weiter unter Margendruck stehen, profitieren technologie- und innovationsgetriebene Branchen von strukturellen Zukunftstrends.

Chemie/Pharma sowie Elektrotechnik/Elektronik profitieren insbesondere von der Nachfrage nach nachhaltigen Materialien, Digitalisierung und Energieeffizienzlösungen. Dagegen kämpfen klassische Industrien wie Automobil, Papier/Pappe oder Metallerzeugung weiterhin mit Nachfrageschwäche, hohen Kosten und strukturellem Anpassungsbedarf.

Transformation entscheidet über Wettbewerbsfähigkeit

Die österreichische Industrie bleibt auch im dritten Quartal 2025 unter Druck: Umsatz, Beschäftigung und Exporte sind weiter rückläufig. Positiv ist, dass sich die Rückgänge zuletzt abgeschwächt haben.

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Gleichzeitig zeigen einzelne Branchen, dass Wachstum auch in einem schwierigen Umfeld möglich ist.

„Die kommenden Quartale werden entscheidend sein. Gelingt es, Investitionen in Zukunftstechnologien, Qualifizierung und nachhaltige Produktionsmodelle zu mobilisieren, kann die Industrie gestärkt aus dieser Phase hervorgehen. Bleiben diese Impulse aus, droht eine weitere Erosion der Wettbewerbsfähigkeit“, ergänzt Axel Preiss abschließend.

Das sind Ergebnisse des aktuellen Industriebarometers der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsorganisation EY.

https://www.ey.com

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