Nachdem die rechtlichen Rahmenbedingungen durch das Mobilitätsministerium geschaffen worden und in Kraft getreten sind, kann nach einer mehrmonatigen Testphase die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung (BNK) für Windräder ab sofort in den Regelbetrieb gehen.
„Mit der bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung zeigen wir, wie technologische Innovation und Rücksichtnahme Hand in Hand gehen können. Die Reduktion der nächtlichen Lichtsignale stärkt die Akzeptanz von Windkraftanlagen in der Bevölkerung und unterstützt zugleich den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien. Dieses System ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Erfindergeist den Menschen zugutekommen kann“, verdeutlicht Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur.
Damit hat das nächtliche Dauerblinken für die Bevölkerung im Umfeld von Windkraftstandorten ein Ende, bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung höchster Sicherheits-Standards für die Luftfahrt.
Inbetriebnahme durch Burgenland Energie
Nach den durchgeführten erfolgreichen Tests, den notwendigen neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie den erforderlichen Genehmigungen kann Burgenland Energie gemeinsam mit Austro Control diese Windkraft-Innovation starten.

Als erster Windkraftbetreiber in Österreich nimmt Burgenland Energie die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung für 38 Windanlagen in Andau in Betrieb. Weitere Windparks in Neusiedl / Weiden und Parndorf sind bereits zur Umrüstung in Genehmigung und werden demnächst folgen.
„Wir setzen damit ein starkes Zeichen für unser Bundesland: Die Menschen im Burgenland sollen von Windrädern und eigener Energieerzeugung direkt profitieren. Das bedeutet einerseits günstige, langfristige Preise – etwa durch Modelle wie den Fanclub – und andererseits, dass wir jede technologische Innovation konsequent im Interesse der Bevölkerung umsetzen. So reduzieren wir belastendes Dauerlicht für unsere Gemeinden und stärken gleichzeitig eine sichere und nachhaltige Energiewende“, erklärt
der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.
Bis 2027 plant die Burgenland Energie als größter Windanlagenbetreiber Österreichs bei allen Windrädern diese Umstellung vorzunehmen.
Innovation von Austro Control
Ermöglicht wird das durch eine innovative technische Lösung von Austro Control. Durch die umfassende Integration verschiedener Datenquellen und Technologien wird ein Höchstmaß an Sicherheit, Effizienz und Flexibilität gewährleistet. Auf Basis zur Verfügung stehender Informationen wie Radar- und Flugplandaten stellt das System fest, ob sich Flugzeuge in der Nähe von Windrädern befinden.
Das System definiert dabei einen Schutzbereich mit einem Abstand von mindestens 8 km zum Hindernis. Dieser Raum wird dazu durch eine Höhe von mindestens 600 Metern über dem höchsten Punkt des Hindernisses begrenzt. Befindet sich ein Flugzeug in diesem Schutzbereich, wird die Beleuchtung aktiviert, andernfalls bleibt die Anlage dunkel.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Sicherheit von Rettungs- und Einsatzflügen gelegt, die über die Möglichkeit einer Fernaktivierung verfügen und im Bedarfsfall die Beleuchtung über die jeweilige Leitstelle jederzeit selbst einschalten können.

„Für Austro Control hat die Sicherheit der Luftfahrt oberste Priorität. Mit der Entwicklung unseres innovativen Systems zur bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung verbinden wir höchste Sicherheitsstandards mit einer deutlichen Verringerung der Lichtbelastung für die Bevölkerung“, meint Austro Control Geschäftsführer Philipp Piber.
„Unser Anspruch als größter Windanlagenbetreiber Österreichs ist es, Vorreiter zu sein. So wie vor knapp 30 Jahren als mit dem ersten Windrad die Energieunabhängigkeitsbewegung im Burgenland gestartet hat. Es macht mich persönlich stolz, dass es uns nun gelungen ist, durch eine Innovation das blinkende rote Nachtlicht bei den Windanlagen abschalten zu können. Klingt einfach, ist jedoch technisch komplex. Das Projekt „Nachtlicht Aus für Windräder“ konnte nun nach vier Jahren Projektlaufzeit mit vielen technischen Tests, neuer Infrarot-Lichter, neuer Gesetze und Genehmigungen abgeschlossen werden. Auf rund 150 Meter Höhe sind Infrarot-Lichter und Windpark-Rechner installiert worden. Damt schalten sich die Lichter nur ein, wenn sich ein Flugzeug oder Hubschrauber nähert. Wir machen die Windräder unsichtbar – nicht durch einen Zaubertrick, sondern durch Innovation. Mit dieser Innovation heben wir die Windkraft in eine neue Dimension für die österreichische Energieversorgung. Damit geben wir eine weitere Antwort auf die Energiekrise. Wind ist unsere österreichische Energiequelle. Gerade im Herbst / Winter und in der Nacht liefert die Windkraft Strom für Österreich und macht uns unabhängig vom Ausland. Genau dann, wenn die Windanlagen am meisten Strom erzeugen, machen wir sie nun zur unsichtbaren Stromerzeugung Österreichs“, ergänzt Stephan Sharma, CEO der Burgenland Energie.
Für Gemeinden mit Windparks wird die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung eine spürbare Verbesserung bringen. Studien und die Erfahrungen zeigen, dass die nächtlichen Blinklichter dadurch in bis zu 90 Prozent der Nachtzeit ausgeschaltet bleiben können.
