Jan Willhöft: Rohstoffe – vom Randthema zum strategischen Asset

Gold war etwas für Krisenzeiten, Silber für Sammler, Minenaktien für Spezialisten – das hat sich geändert.
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Jan Willhöft: Rohstoffe – vom Randthema zum strategischen Asset
Jan Willhöft, Rohstoff‑ und Investment‑Experte sowie Partner bei AXINO Capital.

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In einer Welt niedriger Zinsen, stabiler Lieferketten und scheinbar kontrollierbarer Inflation schien reale Knappheit kein Faktor mehr zu sein. Diese Phase ist nun tatsächlich vorbei.

Heute kehren Rohstoffe nicht laut, sondern strukturell zurück – als Spiegel geopolitischer Verschiebungen, wachsender Staatsverschuldung und eines monetären Systems, welches zunehmend unter Druck gerät.

Der blinde Fleck des modernen Managements

Menschen sind es gewohnt, in Wachstumslogiken zu denken: Skalierung, Technologie, Produktivität. Oder kurz gesagt: Arbeiten und Geld verdienen.

Doch kaum jemand beschäftigt sich mit der definitorischen Frage, was Geld eigentlich ist, was es wertstabil macht, und was passiert, wenn das Vertrauen in bestehende Währungen erodiert.

Inflation ist dabei kein einmaliges Ereignis, sondern ein zyklisches Phänomen. Historisch trat Teuerung selten linear, sondern in Wellen auf. Auch heute zeigen viele Indikatoren: Der Inflationsdruck ist strukturell, nicht temporär. Hohe Staatsverschuldung, politische Eingriffe in Notenbanken und zunehmende Handelskonflikte wirken wie ein permanenter Verstärker.

Verschuldung ohne Gegenwert

Global übersteigen die Schulden inzwischen deutlich die jährliche Wirtschaftsleistung. Besonders auffällig ist die Dynamik in den USA: Die Zinslast wächst schneller als zentrale Staatsausgaben. In einem solchen Umfeld wird Geld zwangsläufig politisch – und verliert an Neutralität.

Mit dem Einfrieren russischer Dollar-Vermögenswerte ist Geld zudem zu einer politischen Waffe geworden – ein historisch einmaliges Ereignis in diesem Ausmaß.

Für Unternehmen und Staaten stellt sich damit eine alte, aber durchaus akute Frage: Was ist ein verlässlicher Wertspeicher, wenn Geld beliebig vermehrbar ist?

Gold: Kein Investment, sondern ein Maßstab

Gold ist kein produktives Asset. Genau darin liegt seine Stärke. Es verspricht keine Rendite, sondern bewahrt Kaufkraft. Zentralbanken haben diese Logik längst wiederentdeckt. Nach Jahrzehnten der Vernachlässigung kaufen sie Gold in einem Ausmaß, das es seit den 1970er-Jahren nicht mehr gab. Bemerkenswert ist dabei nicht nur das Volumen, sondern die Motivation: Gold ist politisch neutral, nicht einfrierbar und nicht digital kontrollierbar.

Jan Willhöft Rohstoffe – vom Randthema zum strategischen Asset
© smarterpix / Inokos

Silber: Strategischer Rohstoff im Schatten

Während Gold primär monetär wirkt, ist Silber beides: Wertaufbewahrungsmittel und industrieller Rohstoff. Es wird für Elektronik, Energieinfrastruktur und Verteidigung benötigt. Gleichzeitig ist der Markt strukturell angespannt.

Die globale Nachfrage übersteigt seit Jahren das Angebot. Lagerbestände schrumpfen, neue Minen entstehen kaum – unter anderem, weil der Sektor lange unterinvestiert war und es kaum primäre Silberminen gibt. Minenprojekte benötigen oft ein Jahrzehnt von der Entdeckung bis zur Produktion. Diese Zeit lässt sich nicht signifikant verkürzen.

Hinzu kommt ein systemischer Widerspruch: Ein Großteil des Silberhandels findet auf dem Papier statt, während die Industrie physisches Material benötigt. Doch wenn die Lager leer sind, beginnt die Realität – ein Stück Papier lässt sich nicht in Elektroautos oder Solaranlagen einbauen. Es braucht physische Ware und die fehlt an allen Enden. Nicht nur bei Silber, auch andere Rohstoffe haben eine kritische Phase erreicht und die Explosion der Preise ist nur eine Frage der Zeit.

Geopolitik trifft Rohstoffrealität

China kontrolliert heute zudem große Teile der Rohstoffverarbeitung – von seltenen Erden über Graphit bis zu Silber. Gleichzeitig setzen westliche Staaten zunehmend auf Sanktionen, Exportkontrollen und wirtschaftlichen Druck. Rohstoffe werden damit zum Machtfaktor.

Die Folge ist ein Paradigmenwechsel: Versorgungssicherheit wird wichtiger als Preisoptimierung. Strategische Reserven ersetzen Just-in-Time-Logiken. Für Unternehmen bedeutet das, Rohstoffe nicht mehr nur operativ, sondern strategisch zu denken.

In einer Zeit der Veränderung gibt es immer Chancen und Risiken. Während Geld seinen Wert verliert, Konflikte zunehmen und dringend benötigte Güter in einen politischen und strukturellen Machtkampf geraten, bildet der Kapitalmarkt für interessierte Anleger herausragende Möglichkeiten – nämlich Minenaktien!

Minenaktien

Minenaktien spiegeln diese Entwicklungen oft zeitverzögert wider. Historisch reagierten sie mit einem Hebel auf ansteigende Rohstoffpreise, da sich höhere Preise direkt auf die Margen auswirken.

In der aktuellen Phase bleiben viele Minenbewertungen trotz gestiegener Rohstoffpreise vergleichsweise niedrig – ein Hinweis darauf, dass der Sektor noch nicht im Zentrum der breiten Aufmerksamkeit angekommen ist.

Meine Empfehlung: nutzen Sie diese Informationen zu Ihrem Vorteil – für die persönliche und unternehmerische Absicherung, aber auch für Renditechancen am Kapitalmarkt. Die Rohstoffzyklen der Vergangenheit zeigen, dass ein großer Wohlstand entstehen kann – und dieser Zyklus fängt jetzt erst an.

RISIKOHINWEIS: Die Inhalte des Artikels sind weder eine individuelle Anlageempfehlung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten. Weiterhin stellt die vergangene Performance eines Finanzprodukts keine Vorhersage für die zukünftige Entwicklung dar. Eine Haftung ist ausgeschlossen.

Autor: Jan Willhöft

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