Pharmazeutische Produktionsstrukturen entstehen nicht kurzfristig. Sie benötigen Kapital, technologisches Know-how, qualifizierte Fachkräfte und eine langfristige Planung. Mit dem Aufbau seines Standorts in Traiskirchen entscheidet sich Complex Pharmaceuticals bewusst für Österreich.
Das Unternehmen errichtet dort ein Verpackungszentrum mit sechs Linien und schafft damit zusätzliche Kapazitäten für die pharmazeutische Sekundärproduktion. Bis 2028 soll das Team auf mehr als 60 Mitarbeiter:innen wachsen. Die Investition zeigt, welches Potenzial Österreich als Life-Sciences-Standort besitzt und welche Voraussetzungen Unternehmen benötigen, um dieses Potenzial tatsächlich zu nutzen.
Investitionsentscheidungen brauchen Planbarkeit
Investitionen in pharmazeutische Produktion werden über viele Jahre geplant. Sie stehen im internationalen Wettbewerb um Kapital, Know-how, Talente und innovative Projekte. Neben qualifizierten Fachkräften und wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen spielt daher die Verlässlichkeit der Rahmenbedingungen eine zentrale Rolle.
„Wer in Forschung oder pharmazeutische Produktion investiert, trifft Entscheidungen mit einem sehr langen Zeithorizont. Unternehmen müssen darauf vertrauen können, dass Rahmenbedingungen nachvollziehbar und berechenbar bleiben“, erklärt Christoph Reinwald, General Manager von Complex Pharmaceuticals.
Fehlt diese Planungssicherheit, betrifft das nicht nur einzelne Projekte. Investitionen können verzögert, reduziert oder an anderen Standorten umgesetzt werden. Für ein Unternehmen im Aufbau sind deshalb klare Zuständigkeiten, verbindliche Entscheidungen und berechenbare Verfahren besonders wichtig.
Qualität und Effizienz gehören zusammen
Regulatorische Anforderungen sind die Grundlage der Pharmaindustrie. Sie gewährleisten Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimitteln. Für Complex Pharmaceuticals steht daher nicht eine Absenkung regulatorischer Standards zur Diskussion, sondern ihre effiziente und praktikable Umsetzung.
„Hohe Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen sind die Grundlage unserer Branche. Entscheidend ist jedoch, Verfahren effizient und praktisch umsetzbar zu gestalten“, sagt Reinwald.
Langwierige Genehmigungs- und Zertifizierungsverfahren, mangelnde Abstimmung zwischen Behörden oder uneinheitlich ausgelegte europäische Vorgaben erschweren die Planung. Gerade im Life-Sciences-Sektor ist Zeit jedoch ein entscheidender Faktor, sowohl für Unternehmen als auch für den zeitgerechten Zugang der Patient:innen zu Arzneimitteln und innovativen Therapien.
Aus Potenzial muss Wertschöpfung entstehen
Österreich verfügt über wissenschaftliche Kompetenz, erfahrene Fachkräfte und leistungsfähige Produktionsstrukturen. Damit daraus langfristige Wertschöpfung entsteht, müssen Forschung, Produktion, Marktzugang und Versorgung ineinandergreifen.
Complex Pharmaceuticals versteht seinen Aufbau in Traiskirchen als Teil dieser Wertschöpfungskette. Das Unternehmen schafft pharmazeutische Kapazitäten, baut Know-how auf und investiert langfristig in den Standort.
Der Aufbau von Complex Pharmaceuticals zeigt, welches Potenzial Österreich als Life-Sciences-Standort hat. Damit weitere Investitionen folgen, müssen die Rahmenbedingungen langfristig verlässlich und wirtschaftlich tragfähig sein.
