83% der Österreicher:innen befürworten Verbot von Produkten aus Waldzerstörung

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15.09.2022 | 2 min

83% der Österreicher:innen befürworten Verbot von Produkten aus Waldzerstörung

Südwind: „Ein effektives EU-Waldschutzgesetz muss streng und lückenlos sein“.

Im Vorfeld der Abstimmung über ein neues EU-Waldschutzgesetz im Europäischen Parlament zeigt eine neue Umfrage in Österreich und acht weiteren EU-Ländern eine überwältigende Befürwortung für das Gesetz: Entwaldung ist demnach die größte Umweltsorge der Österreicher:innen . 82% der Befragten in Österreich geben an, dass sie über die Zerstörung und Schädigung der weltweiten Wälder besorgt sind. 83% sprechen sich für ein EU-Waldschutzgesetz aus, das es Unternehmen untersagt, Waren aus waldschädigendem Anbau zu verkaufen. 

Europaweit

Europaweit sind 82% der Ansicht, dass Unternehmen keine Produkte verkaufen sollten, die auf Waldzerstörung zurückgehen und 78% befürworten gesetzliche Verbote von Produkten aus Waldzerstörung. Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Umfrage vom Marktforschungsunternehmen Globescan im Juli 2022 mit je 1.000 Befragten in Österreich, der Tschechischen Republik, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Portugal, Spanien und Schweden.

Klarer Auftrag

Prater-Aktion „Wälder retten“

© Markus Kremser

Die österreichische Menschenrechtsorganisation Südwind sieht in den Umfrageergebnissen einen klaren Auftrag für eine Nachschärfung des aktuellen EU-Gesetzesentwurfs und kritisiert die anhaltenden Aufweichungsversuche. „Mit Minimalkompromissen und immer neuen Schlupflöchern wird kein gutes Gesetz gelingen“, sagt Joachim Raich, Südwind-Experte für Waldschutz. „Der politische Auftrag ist klar: Die Abgeordneten zum EU-Parlament sind gut beraten, die Forderungen der Bevölkerung nach einem strengen EU-Waldschutzgesetz ernst zu nehmen und den aktuellen Gesetzesentwurf entsprechend nachzuschärfen“, so Raich. Die neue Globescan-Umfrage zeigt in allen Untersuchungsländern eine eindeutige, über alle Parteienzugehörigkeiten und Generationen hinwegreichende Übereinstimmung für strenge Regeln gegen Entwaldung.

Kund:innen zum Umdenken bereit

Drei von vier Österreicher:innen (75%) geben an, gegen Unternehmen vorgehen zu wollen, die Produkte herstellen oder verkaufen, die Abholzung vorantreiben. 39% würden ganz aufhören, bei diesen Unternehmen zu kaufen, 36% geben an, ihre Einkäufe reduzieren zu wollen und fast jede und jeder Fünfte (18%) würde sogar so weit gehen, Bekannte davon zu überzeugen, ebenfalls nicht mehr bei diesen Unternehmen zu kaufen. Diese Boykotts- und Reduktionsbereitschaft liegt in Österreich über dem Durchschnitt der neun Untersuchungsländer.

Die Hälfte der Österreicher:innen (50%) ist der Ansicht, dass große Unternehmen die größte Verantwortung für den Schutz der Wälder tragen, gegenüber 46% in sämtlichen anderen Untersuchungsländern. Gleichzeitig sind in Österreich fast drei Viertel (73%) der Meinung, dass große Unternehmen am schlechtesten abschneiden, wenn es darum geht, Waldzerstörung zu verhindern, gegenüber 64% in den anderen Untersuchungsländern.

Unternehmen in Europa sind aufgrund ihrer Importe zusammengenommen der zweitgrößte Verursacher weltweiter Entwaldung. Laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist die industrielle Landwirtschaft für fast 90% der Abholzung von Tropenwäldern verantwortlich. Fast 1,2 Millionen EU-Bürger:innen forderten bereits im Dezember 2020 in einer Petition eine strenge Verordnung, um die importierte Entwaldung zu stoppen.

Umfrage „Waldschutz“, Grafik Globescan

© Globescan

Über die Umfrage

Diese von GlobeScan durchgeführte Verbraucherumfrage wurde von einer breiten Koalition von Umwelt- und Verbraucherorganisationen in Auftrag gegeben, darunter Fern, WWF EU Office, Ecologistas en Acción, Envol Vert, Deutsche Umwelthilfe, CECU, Adiconsum, Zero, Verdens Skove, um die Einstellung von Verbraucher:innen gegenüber dem EU-Waldschutzgesetz in Österreich, der Tschechischen Republik, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Portugal, Spanien und Schweden zu erheben. Alle Verweise in dieser Pressemitteilung auf Ergebnisse von Europäer:innen beziehen sich auf die gepoolten Umfrageergebnisse in den neun untersuchten Ländern. 

Die Gesamtstichprobe umfasste 9.000 Verbraucher:innen in neun EU-Ländern. Nationale repräsentative Stichproben von n=1.000 Verbraucher:innen pro Markt. Alle Zahlen stammen, sofern nicht anders angegeben, von Globescan. Die Umfrage wurde zwischen 10. und 28. Juli 2022 unter Verwendung etablierter Online-Panels durchgeführt. Die Quoten wurden nach Alter, Region, Geschlecht und Bildung festgelegt. Die endgültige Stichprobe wurde so gewichtet, dass sie die Allgemeinbevölkerung gemäß den letzten verfügbaren Volkszählungsdaten widerspiegelt.

Download der Studienergebnisse im Detail: EU Legislation Opinion Poll 

https://www.suedwind.at