Sie wurde vom Wissenschaftlichen Beirat unter dem Vorsitz von Oliver Rathkolb als erstgereihte Bewerberin empfohlen. Ihre Kompetenz und ihre Vorstellungen für die Zukunft des hdgö gaben auch für die Entscheidung der Geschäftsführung der Österreichischen Nationalbibliothek den Ausschlag.
Der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats, Oliver Rathkolb:
„Mirjam Zadoff überzeugt als erfahrene, international renommierte und vielfach ausgezeichnete Kulturmanagerin und promovierte Historikerin mit einem Feuerwerk an innovativen Ideen. Unter ihrer Leitung wird das Haus der Geschichte Österreich am neuen Standort im MuseumsQuartier auch an internationaler Sichtbarkeit gewinnen.“
Generaldirektorin Michaela Mayr zur Ernennung:
„Mirjam Zadoff verbindet wissenschaftliche Exzellenz und internationale Vernetzung mit großer Erfahrung in der Leitung und Weiterentwicklung von Museen. Darüber hinaus bringt sie wertvolle Expertise im Bereich Museumsbau mit. Mit ihr gewinnt das Haus der Geschichte Österreich eine herausragende Persönlichkeit, die historische Zusammenhänge mit den gesellschaftlichen Fragen unserer Gegenwart verbindet. Der geplante neue Standort im MuseumsQuartier eröffnet dafür große Chancen: für zeitgemäße Vermittlung, gesellschaftlichen Dialog und ein Museum, das zur Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart einlädt. Mein besonderer Dank gilt Dr. Monika Sommer, die das hdgö als Gründungsdirektorin entscheidend geprägt hat. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie das Haus in der österreichischen Museumslandschaft etabliert und neue Ansätze im Ausstellen, Sammeln und Vermitteln vorangetrieben. Daran kann Mirjam Zadoff anknüpfen und gemeinsam mit dem Team die nächste Phase des Hauses gestalten.“
Mirjam Zadoff, 1974 in Innsbruck geboren, ist Historikerin, Kuratorin und Autorin. Sie studierte Geschichte und Judaistik in Wien, promovierte 2006 und habilitierte sich 2013 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Anschließend hatte sie einen Lehrstuhl für Geschichte und Jüdische Studien an der Indiana University Bloomington inne. Seit 2018 ist sie Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München und lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der Technischen Universität München. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die österreichische, europäische und jüdische Geschichte, die Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust, Museums- und Erinnerungspraxis im internationalen Raum sowie zeitgemäße Formen pädagogischer Vermittlung.
„Ich freue mich sehr auf diese große Aufgabe. Das Haus der Geschichte Österreich hat sich seit seiner Gründung zu einer wichtigen Kultureinrichtung entwickelt, die ebenso fundiert wie vielstimmig von österreichischer Geschichte erzählt. Jetzt geht es darum, den geplanten Neubau auf den Weg zu bringen und eine neue Dauerausstellung zu entwickeln. In den zukünftigen Ausstellungsräumen wird nicht nur die Geschichte der Ersten und Zweiten Republik erzählt, sondern auch die letzten sechs bis sieben Dekaden der Monarchie und des Vielvölkerstaates. Österreichische Geschichte wird damit auch zur Geschichte Mittel- und Osteuropas. Das erfahrene Vermittlungsteam des Hauses wird am neuen Standort mehr Platz für Seminare und Workshops haben, und mit dem geplanten Veranstaltungssaal soll das hdgö zu einem zentralen Ort der Diskussion und des Gesprächs werden. Ich wünsche mir ein Haus, das die gewaltvollen Erfahrungen – Krieg, Flucht, Holocaust – ebenso erzählt wie zentrale Themen der Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Heute sind Museen längst nicht mehr nur Räume des Bewahrens und Ausstellens, sondern auch und gerade der Kommunikation, der Beziehung und des Austausches: Sie sind Orte, an denen nicht nur die Vergangenheit, sondern auch eine gemeinsame Zukunft verhandelt wird“, ergänzt Mirjam Zadoff.
