Marktreife der E-Mobilität und die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur

Mit wachsendem E-Mobilitätsanteil steigen auch die Ansprüche an die Ladeinfrastruktur.
© Roland Berger
Marktreife der E-Mobilität und die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur
Wettbewerbsdynamik der Infrastruktur

Teilen:

Facebook
Twitter
LinkedIn
WhatsApp

Die Elektromobilität erreicht weltweit einen neuen Meilenstein: Im Jahr 2025 war jedes vierte neu verkaufte Fahrzeug ein Elektroauto. Die Transformation des globalen Automobilmarktes schreitet damit schneller voran als je zuvor.

Laut der aktuellen Ausgabe des „EV Charging Index“ von Roland Berger stiegen die weltweiten Verkäufe von Elektrofahrzeugen um mehr als 20%. Besonders Europa verzeichnete nach einem schwachen Vorjahr eine deutliche Erholung: Die Verkäufe legten um rund ein Drittel auf 3,7 Millionen Fahrzeuge zu.

Marktreife der E-Mobilität und die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur
© Roland Berger

Damit erreichte die Elektromobilität in Europa einen Anteil von nahezu 30% an allen Neuwagenverkäufen. In Nordamerika dagegen führten politische Unsicherheiten und eine schwächere Konsumentenstimmung zu einer rückläufigen Marktentwicklung.

E-Mobilität und Ladeinfrastruktur

„Die nächste Phase der Elektromobilität entscheidet sich nicht mehr allein durch Fahrzeuge, sondern an der Ladesäule. Europas und Deutschlands Aufgabe ist klar: Das rasante Wachstum der E-Mobilität muss mit einem Ladeangebot einhergehen, das den Bedürfnissen der E-Auto-Fahrer von morgen gerecht wird“, unterstreicht Martin Weissbart, Partner bei Roland Berger.

Weltweit wurden 2025 rund 1,1 Millionen neue öffentliche Ladepunkte installiert – ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Dies ist kein Zeichen nachlassender Investitionen, sondern Ausdruck eines reifenden Marktes: Der Fokus verschiebt sich vom reinen Netzausbau hin zur Leistungsfähigkeit der Infrastruktur sowie schnellem und ultraschnellem (150 kW+) Laden.

Marktreife der E-Mobilität und die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur
© Roland Berger

Dafür sorgt die steigende Nachfrage nach kurzen Ladezeiten und die zunehmende wirtschaftliche Attraktivität der Schnellladesäulen.

China bleibt Taktgeber der Elektromobilität. Das Land hat nicht nur die Marke von 50 Prozent Elektrofahrzeuganteil bei den Neuzulassungen überschritten, sondern prägt die globale Branche zunehmend durch seine technologische Führungsrolle und Kostenvorteile.

© Roland Berger

Dieser Vorsprung zeigt sich auch beim Ausbau der Ladeinfrastruktur: In China ist bereits fast jeder zweite öffentliche Ladepunkt ein Schnell- oder Ultraschnelllader, in Europa dagegen nur gut jeder fünfte.

Marktreife eröffnet neue Entwicklungsphase

Gleichzeitig tritt die Ladeinfrastruktur in eine neue Entwicklungsphase ein. In den vergangenen Jahren haben Betreiber massiv in Schnellladenetze investiert und damit Engpässe beseitigt, die viele E-Autofahrer in der frühen Marktphase noch als Hindernis wahrgenommen haben. Mit dem weiteren Hochlauf der Elektromobilität wächst die Zahl der Elektrofahrzeuge inzwischen wieder schneller als die Schnellladeinfrastruktur.

Westeuropa kommen derzeit durchschnittlich rund 45 batterieelektrische Fahrzeuge auf einen Schnellladepunkt.

Dieses niedrige Verhältnis zeigt, dass die Ladeinfrastruktur bislang mit der steigenden Nachfrage Schritt hält. Gleichzeitig eröffnet es Potenzial für eine höhere Auslastung der bestehenden Netze und damit für eine verbesserte Wirtschaftlichkeit der Infrastruktur in den kommenden Jahren.

Dynamik im österreichischen E-Mobilitätsmarkt

Mit einem Anteil von 29,1 Prozent bei den Neuwagenverkäufen liegt Österreich international im vorderen Mittelfeld. Innerhalb Europas reicht das für Rang elf der dargestellten Länder.

© Roland Berger

Damit liegt Österreich zwar deutlich hinter den Vorreitern Norwegen, den Niederlanden und Schweden, aber auch klar vor großen Automobilmärkten wie Frankreich, Spanien, Italien und Polen. Global zeigt sich ein ähnliches Bild: Österreich liegt deutlich über den USA, Japan, Indien und zahlreichen weiteren Märkten, bleibt aber hinter China und einigen kleineren, besonders dynamischen Elektromobilitätsmärkten zurück.

Der österreichische Automarkt ist damit auf dem Weg in eine neue Phase der Elektromobilität, hat gegenüber den führenden Märkten aber durchaus noch Aufholpotenzial.

Nähere Informationen zur vollständigen Studie finden Sie hier.

https://www.rolandberger.com

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

Melden Sie sich hier an

Sie sind noch nicht registriert?