Aktien aus Schwellenländern bieten Anlegern eine Reihe potenzieller Vorteile, darunter eine Diversifikation weg von US-dominierten globalen Benchmarks, vergleichsweise niedrige Bewertungen gegenüber entwickelten Märkten sowie Zugang zu dynamischen Unternehmen und Volkswirtschaften.
Nach Angaben der Weltbank erwirtschaften die Schwellen- und Entwicklungsländer mittlerweile rund 45% des weltweiten BIP – gegenüber 25% im Jahr 2000 – und haben in diesem Zeitraum etwa 60% zum weltweiten Wirtschaftswachstum beigetragen.
Ein Großteil dieses Wachstums geht auf das Konto der drei größten Schwellenländer: China, Indien und Brasilien.
Emerging-Market-Universum als „günstigerer Nasdaq“
Das Wachstumspotenzial der Schwellenländer ist weithin bekannt.
„Aus unserer Sicht liegt die aktuelle Attraktivität dieser Märkte jedoch vor allem darin, dass sie die Möglichkeit bieten, in Unternehmen zu investieren, die direkt von den parallel verlaufenden Investitionswellen in zwei Schlüsselbereichen – KI und Robotik – profitieren“, erklären Nerys Weir, Chris Carter und Tarlock Randhawa, Investmentmanager bei Jupiter Origin.
Tatsächlich könnte man das Emerging-Market-Universum fast als eine Art „günstigeren Nasdaq“ bezeichnen, mit führenden Halbleiter- und Speicherchip-Herstellern wie Taiwan Semiconductor beziehungsweise Samsung Electronics und SK Hynix. Diese Unternehmen sind kritische Zulieferer der sogenannten „Hyperscaler“, jener (vorwiegend US-amerikanischen) Firmen, die weltweit riesige Cloud-Computing-Infrastrukturen betreiben.

Gemessen am Börsenwert gehören diese drei Unternehmen zu größten Komponenten des MSCI EM Index, in dem Informationstechnologie der größte Sektor ist. Weitere Indexschwergewichte sind Tencent und Alibaba, zwei Titel, über die Anleger an Chinas Wandel hin zu einer stärker konsumorientierten Wirtschaft partizipieren können.

Der MSCI EM Index notiert derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Gewinne der nächsten zwölf Monate von rund 14,5, gegenüber 18,3 für den MSCI World Index und 23 für den Nasdaq selbst.
Höheres Risiko, höhere Renditestreuung
Anlagen in Aktien aus Schwellenländern können mit höheren Risiken verbunden sein als Anlagen in Industrieländeraktien – etwa durch eine höhere Volatilität, Währungsschwankungen, politische Instabilität und Änderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen.
Deutlich wurde dies zum Beispiel während der Finanzkrisen in Südostasien (1997), Brasilien (1999) und Argentinien (2001–02).
Das Wachstum der Schwellenländer hat in den vergangenen 25 Jahren tiefgreifende Veränderungen bewirkt. Wie die Weltbank betont, stehen diese Länder jedoch weiterhin vor Herausforderungen wie einer wachsenden Schuldenlast, demografischen Veränderungen und den steigenden Kosten des Klimawandels.

Auch die Performance hat sich als zyklisch erwiesen. Nach einer unterdurchschnittlichen Performance Ende der 1990er Jahre legten Schwellenländeraktien bis 2010 kräftig zu, bevor eine erneute Phase relativer Schwäche gegenüber dem außergewöhnlich starken US-Aktienmarkt folgte. Von diesem niedrigen Niveau aus haben sich die Emerging Markets zuletzt jedoch wieder überdurchschnittlich entwickelt.
„Aus unserer Sicht könnte die jüngste Aufholjagd den Auftakt eines neuen Zyklus relativer Stärke markieren“, meinen die Experten.
„Wir halten ein aktives Investmentmanagement in den Emerging Markets mit ihrer hohen Renditestreuung zwischen einzelnen Unternehmen für unerlässlich. Ein sorgfältig zusammengestelltes Portfolio von Schwellenländeraktien kann Diversifikationsvorteile bieten und helfen, Volatilität abzufedern. Die Jupiter Origin Emerging Market Strategie hält in der Regel 100 bis 150 Aktien“, ergänzen Nerys Weir, Chris Carter und Tarlock Randhawa abschließend.
