Industrieunternehmen rechnen branchenübergreifend mit höheren Kosten

Kostensteigerungen können jedoch nur teilweise über Preiserhöhungen an Kunden weitergegeben werden.
© Simon - Kucher & Partners
Industrieunternehmen rechnen branchenübergreifend mit höheren Kosten
Carola Golz, Senior Director bei Simon-Kucher.

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Steigende Rohstoffpreise, höhere Logistikkosten und geopolitische Unsicherheiten verschärfen die wirtschaftlichen Herausforderungen für Industrieunternehmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Laut der aktuellen „B2B Price Increase Study 2026“ der globalen Strategieberatung Simon-Kucher rechnen Unternehmen branchenübergreifend mit durchschnittlich elf Prozent höheren Kosten.

Industrieunternehmen unter Druck

Besonders kritisch sind gemäß Studie zwei Entwicklungen: Viele Unternehmen geben steigende Kosten von vornherein nur teilweise weiter. Gleichzeitig gelingt es häufig nicht, angekündigte Preiserhöhungen vollständig durchzusetzen. Im Durchschnitt werden nur rund zwei Drittel der kommunizierten Preiserhöhungen realisiert.

Viele Unternehmen bleiben dadurch auf einem erheblichen Teil der gestiegenen Kosten sitzen.

Überdurchschnittlich stark betroffen sind gemäß Studie Verpackungshersteller, Baustoffunternehmen und Komponentenhersteller. In der Verpackungsindustrie erwarten die befragten Unternehmen Kostensteigerungen von knapp 17 Prozent.

„In vielen Unternehmen gelten Preiserhöhungen noch immer als einmaliges Kriseninstrument. Wer Preise nur reaktiv erhöht und keine agilen Prozesse etabliert, reagiert schlicht zu langsam auf geopolitische Kostenschocks“, erörtert Markus Mayer, Partner bei Simon-Kucher.

Preisdurchsetzung und Preismanagement

Aus Sorge vor Wettbewerbsverlusten, schwierigen Kundenverhandlungen oder langfristigen Vertragsbindungen verzichten viele Unternehmen auf konsequente Kostenweitergabe.

„Das eigentliche Problem ist oft nicht die Höhe der Kostensteigerung, sondern die fehlende Fähigkeit, Preise konsequent durchzusetzen. Viele Unternehmen verlieren Preiserhöhungen nicht im Markt, sondern im eigenen Vertriebsprozess“, betont Carola Golz, Senior Director bei Simon-Kucher.

Industrieunternehmen rechnen branchenübergreifend mit höheren Kosten
© Simon – Kucher & Partners

Die Studie zeigt zudem deutlichen Nachholbedarf im Pricing vieler Unternehmen. Zwar wollen zwei Drittel der Befragten Preiserhöhungen innerhalb von drei Monaten umsetzen, viele Unternehmen arbeiten intern weiterhin in starren jährlichen Preisprozessen.

Auch in der Vertriebssteuerung fehlt es häufig an klaren Vorgaben: Nur rund 30 Prozent der Unternehmen definieren klare Ziel- oder Mindestpreise für Verhandlungen. Weniger als jedes fünfte Unternehmen plant Zugeständnisse systematisch im Voraus. Verbesserungspotenzial sehen die Befragten vor allem in einer besseren Nachverfolgung realisierter Preissteigerungen, stärker differenzierten Preiserhöhungen und einer stärkeren Vorbereitung von Preisverhandlungen.

„Viele Unternehmen haben zudem ein Kommunikationsproblem. Sie begründen Preiserhöhungen fast ausschließlich mit gestiegenen Kosten. Das wird jedoch zum Risiko, sobald Kosten wieder sinken – denn dann geraten auch Preise unmittelbar unter Druck“, so Markus Mayer.

Die aktuellen geopolitischen Verwerfungen zeigen, wie schnell politische Entscheidungen Auswirkungen auf ganze Branchen haben.

„Unternehmen, die ihr Pricing nicht modernisieren, riskieren dauerhaft ihre Profitabilität. Top-Performer etablieren klare Entscheidungsregeln, schnelle Umsetzungsprozesse und eine konsequente Kontrolle tatsächlich realisierter Preiserhöhungen“, ergänzt Markus Mayer abschließend.

https://www.simon-kucher.com

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