Stiftungsmonitor 2025 – ein repräsentatives Bild des Stiftungswesens

Erneut konnten, mit mehr als 300 Befragten, rund 10% der heimischen Stiftungen erreicht werden.
© stiftung-nextgen
Stiftungsmonitor 2025 – ein repräsentatives Bild des Stiftungswesens
Manfred Wieland, Gründer der Plattform stiftung-nextgen und Initiator des jährlichen Stiftungsmonitors.

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Die groß angelegte Stiftungsumfrage „Stiftungsmonitor 2025“ lud im Verlauf der letzten Wochen des Jahres 2025 Vertreterinnen und Vertreter von Stiftungen ein, Fragen aus drei thematischen Bereichen zu beantworten. Der Fragebogen reichte von den Beweggründen für die Gründung über die Wahrnehmung von Privatstiftungen in der Öffentlichkeit bis hin zu Erwartungen an die langfristige Entwicklung des veranlagten Vermögens.

Manfred Wieland, Gründer der Plattform stiftung-nextgen und Initiator des jährlichen Stiftungsmonitors, stellt die Ergebnisse der Umfrage vor und bietet Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der Stiftungslandschaft.

In diesem Jahr werden die Erkenntnisse des Stiftungsmonitors wieder in die bekannten zentralen Themenfelder gegliedert:

  1. Das Innenleben der Stiftung
  2. Die öffentliche Wahrnehmung von Privatstiftungen
  3. Das Vermögen in der Stiftung

Innenleben der Stiftung – der Maschinenraum der Zukunft

Das Innenleben einer Stiftung ist ihr Herzstück, ihr Maschinenraum. Nur wenn hier Vertrauen, Professionalität und ein konstruktives Miteinander herrschen, kann eine Stiftung stabil wirken, ihren Zweck erfüllen und Generationen überdauern.

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  • Für rund zwei Drittel war die Sicherung der Familie und die Nachfolgeplanung der Hauptgrund für die Gründung. Steuerliche Motive spielten nur bei einem Drittel die entscheidende Rolle.

  • Trotz des klaren Fokus auf Langfristigkeit haben 35 % noch keine konkreten Schritte für den Generationenübergang gesetzt.

  • 59 % haben bereits darüber nachgedacht oder Maßnahmen eingeleitet, Teile der Stiftung ins Ausland zu verlagern.

  • Jeweils ein Drittel sieht die größten zukünftigen Herausforderungen in neuen steuerlichen Hürden, politischen Veränderungen in Österreich und der EU, gesellschaftlicher Kritik und öffentlicher Anprangerung.

Folgefragen: Wie sichern Familien die Zukunft ihrer Stiftung wirklich langfristig? Ist ein Schritt ins Ausland strategisch sinnvoll und wie kann eine Stiftung souverän mit externen Unsicherheiten umgehen?

Öffentliche Wahrnehmung – zwischen Realität und Vorurteil

Wie Stifterinnen und Stifter die Wahrnehmung von Stiftungen einschätzen, ist mehr als ein Stimmungsbild – es ist ein Gradmesser für Vertrauen, Akzeptanz und gesellschaftliche Wirkung. Immerhin beheimaten die rund 3.000 Stiftungen in Österreich über 10.000 Unternehmen und sind damit ein bedeutender volkswirtschaftlicher Motor.

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  • Die mediale Berichterstattung erhält nur die Schulnote 4.

  • 82 % empfinden das öffentliche Image als vorurteilsbehaftet bis ablehnend.

  • Während ein Drittel die Rolle der Stiftung primär im Vermögenserhalt sieht, wünschen sich zwei Drittel eine aktivere gesellschaftliche Rolle.

Folgefragen: Wie kann das Image von Stiftungen nachhaltig verbessert werden? Wie können sie ihre gesellschaftliche Wirkung sichtbarer machen und wie lässt sich das vielfach vorhandene positive Engagement überzeugend kommunizieren?

Vermögen in der Stiftung – zwischen Anspruch und Realität

Das wirtschaftliche Umfeld ist geprägt von Unsicherheit und raschem Wandel. Gerade Stiftungen, die auf Beständigkeit und Generationenwirkung ausgelegt sind, stehen vor der Herausforderung, Stabilität mit zeitgemäßer Vermögensstrategie zu verbinden.

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  • Die Transparenz interner Entscheidungen wird mit der hervorragenden Note 1,3 bewertet.

  • Die Professionalität der Organisationsstruktur mit 2,5.

  • 32 % der Stiftungen investieren dynamisch (30 % Anleihen / 70 % Aktien), während der Rest konservativ (39 %) oder ausgewogen (29 %) veranlagt ist.

  • Die Hälfte erwartet langfristig über 4 % Rendite nach Inflation.

  • Tatsächlich lag die Rendite bis Oktober 2025 bei 57 % unter 6 %.

Spannungsfelder: Ausgewogene Portfolios entwickelten sich durchschnittlich um 6,6 % – ein Hinweis darauf, dass die Anlagestrategien vieler Vermögen vorsichtiger ausgerichtet sind, als erwartet. Gleichzeitig bedeutet eine Zielrendite von über 4 % nach Inflation, dass real rund 9 % vor Kosten, Steuern und Inflation erzielt werden müssten – ein Wert, der meist nur mit stark aktienorientierten Strategien erreichbar ist.

Die sehr positive Selbsteinschätzung bei Professionalität und Transparenz wirft daher eine zentrale Frage auf: Wie gut passen Erwartung, Strategie und tatsächliche Ergebnisse wirklich zusammen?

Conclusio

Die Ergebnisse des Stiftungsmonitors zeigen klar: In vielen Bereichen des Stiftungslebens besteht Dialog- und Handlungsbedarf – zugleich eröffnen sich große Chancen für Weiterentwicklung.

Die Wahrnehmung von Stiftungen – und damit ihr Einfluss in der Zivilgesellschaft – gewinnt für Familien zunehmend an Bedeutung. Externe Unsicherheiten regen zu Überlegungen an, wie die langfristige Stabilität von Stiftungen gewährleistet werden kann. Die Vermögensverwaltung bleibt dabei ein zentrales Thema: Vom strategischen Rahmen bis zur laufenden Qualitätskontrolle besteht weiterhin erhebliches Potenzial für Optimierung.

„Themen wie Familienleitfaden, Entscheidungs- und Kontrollprozesse und Gedanken über die Rolle von Stiftungen werden daher 2025 stärker, denn je, in den Fokus rücken müssen. Denn eines zeigt der Monitor deutlich: Die Zukunft erfolgreicher Stiftungen entscheidet sich dort, wo Weitblick auf Konsequenz trifft“, ergänzt Manfred Wieland.

https://stiftung-nextgen.at

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