Zurück in die Zukunft

Der Handelsverband unterstützt die Standortstrategie 2040 und die Händler kehren zu den gewohnten Öffnungszeiten zurück.

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© PantherMedia/Leung Cho Pan

Der Handelsverband setzt auf die Standortstrategie 2040 der Bundesregierung mit den sieben Fokusthemen Technologieführerschaft, Digitalisierung, Ausbau digitaler Geschäftsmodelle & Services, Energie- & Mobilitätswende, Green Tech & Green Materials, Life Science & Biotech sowie Lebensqualität, Kreativität & Kunst.

„Der Handel begrüßt die Bekanntgabe einer Standortstrategie 2040 und damit das Ziel, Österreich in den kommenden zwei Jahrzehnten zu einem der global führenden Wirtschaftsstandorte zu gestalten“, kommentiert Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. „Damit uns das gelingt, braucht es einen bundesweiten, branchenübergreifenden Schulterschluss, der alte Muster bricht und Neues zulässt. Das Selbstlob muss dem kritischen Blick auf verkrustete, überholte Strukturen weichen und in entschlossenes Handeln münden, um den Bürokratie-Dschungel zu lichten und den Faktor Arbeit entlasten.“

Der heimische Handel steht mit der Regierung in laufendem Austausch, welche Maßnahmen zu setzen sind. Hierfür hat der Handelsverband der Regierungsspitze die Ergebnisse einer groß angelegten Händlerbefragung übermittelt, damit ein wirtschaftlicher Aufschwung nach der Corona-Krise Fahrt aufnehmen kann.

© PantherMedia Randolf Berold

Comeback-Prämie und grand challenges

Die HV-Empfehlungen umfassen sowohl kurzfristig umsetzbare Maßnahmen („quick wins“) wie die Abschaffung der Mietvertragsgebühr, einen Beteiligungsfreibetrag für Investoren, eine Neuauflage der Corona-Prämie („Comeback-Prämie“) oder die Umsetzung der nächsten Stufen der paktierten Steuerreform, um den Kaufkraft-Turbo zu zünden.

Darüber hinaus stehen auch langfristige Herausforderungen („grand challenges“) auf der Wunschliste der österreichischen Händler, etwa eine signifikante Senkung der Lohnnebenkosten, um wettbewerbsfähiger zu werden, bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten, um Schlüsselarbeitskräfte freizuspielen, die Senkung der KÖSt und die Schaffung von Steuergerechtigkeit gegenüber internationalen Konzernen ohne Wertschöpfung in Österreich. Viele dieser Forderungen, z.B. die Ausbildung zum Ecommerce-Fachwirt, sind auch im „AID-MODELL“ – dem Corona-Masterplan des Handelsverbandes – enthalten.

„Wir wollen einen innovativen Handelsstandort, der digitale Geschäftsmodelle mit qualifizierten Arbeitskräften verbindet, um gemeinsam die Chancen der drei Megatrends der Digitalisierung, Ökologisierung und Regionalität zu heben“, fordert Will. „Dafür müssen wir künstliche und menschliche Intelligenz effektiv und ressourcenschonend nutzen können. Die Händler bekennen sich überdies zu den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs), denn Handel bildet nicht nur die Basis der Zwischenmenschlichkeit, sondern ist auch essenziell, um jedes einzelne Nachhaltigkeitsziel zu erreichen. Internationale Wettbewerbsfairness und das konsequente Durchforsten lähmender nationaler Hindernisse müssen ebenso im Fokus stehen. Nur so weichen folgenlose Sonntagsreden substanziellen Brücken, die wir in die Zukunft bauen. Am besten durch eine Standortstrategie 2040 mit gesetzlich verankerter Wirkung.“

„Die Österreicher haben sich in den letzten Monaten vorbildlich an die Corona-Restriktionen gehalten und damit die kommenden Öffnungsschritte ermöglicht“, lobt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

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Spannende Schritte in Richtung Normalität

Auf Basis der neuen Verordnung für die Öffnung von Hotellerie, Gastronomie, Sport-, Kunst- und Kulturbetrieben kehrt der heimische Handel ab dem 19.5. in den gewohnten Normalbetrieb mit allgemeinen Öffnungszeiten zwischen 6 und 21 Uhr und einer wöchentlichen Ladenöffnungszeit von maximal 72 Stunden zurück. Ab dem 1.7. sollen weitere Öffnungsschritte folgen.

„Die Österreicher haben sich in den letzten Monaten vorbildlich an die Corona-Restriktionen gehalten und damit die kommenden Öffnungsschritte ermöglicht“, lobt Will. „Die sinkenden Infektionszahlen und der niedrigste Inzidenzwert seit Oktober 2020 sind auch ein Beleg dafür, dass die Hygiene- und Sicherheitskonzepte im Handel bestens funktionieren.“

Mit dem Ende der nächtlichen Ausgangssperre und der Rückkehr zu den gewohnten Geschäftsöffnungszeiten geht der stationäre Handel einen weiteren Schritt „zurück in die Zukunft“. Damit können die heimischen Konsumenten künftig wieder stressfrei nach der Arbeit einkaufen. Überdies wird dadurch eine Entzerrung der Kundenströme erleichtert, was aus epidemiologischer Sicht sinnvoll ist.

Ebenso sinnvoll ist die bundesweite Wiedereröffnung von Gastronomie, Hotellerie und Sportstätten, wenngleich der Zutritt für Gäste nur mit Nachweis einer geringen epidemiologischen Gefahr, sprich einer Corona-Impfung, einer Genesung, eines negativen Corona-Tests oder eines positiven Antikörpertests erlaubt ist. Überdies gilt in der Gastro, in Hotels, bei Veranstaltungen und Messen künftig eine Registrierungspflicht. Alle, die voraussichtlich länger als 15 Minuten an einem der betreffenden Orte sind, müssen Name und Telefonnummer angeben. Nach 28 Tagen müssen die Daten gelöscht werden. Im Handel ist aufgrund des losen Kundenkontakts sinnvollerweise weder eine Registrierung noch ein Zutrittstest erforderlich.

Viele Österreicher lieben es, spontan einzukaufen und das am besten, wenn sie sich dazwischen in naheliegenden Gastronomiebetrieben stärken können.

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250 Mio. Euro Mehrumsatz pro Woche für den Handel

„Tourismus, Gastronomie und Handel sind verbundene Gefäße“, meint Will. „Vor allem Restaurants, Kaffeehäuser und Hotels haben einen gravierenden indirekten Einfluss auf die Aufenthaltsdauern und Kundenfrequenzen im Handel. Unsere Geschäfte erhoffen sich von der Öffnungsverordnung eine wöchentliche Umsatzsteigerung von bis zu 250 Millionen Euro.“

Viele Österreicher lieben es, spontan einzukaufen und das am besten, wenn sie sich dazwischen in naheliegenden Gastronomiebetrieben stärken können. Das steigert nicht nur die Shoppinglaune, sondern treibt auch die Umsatzzahlen im Handel nach oben. Die Handelsgastronomie ist damit als fixer und konzeptioneller Bestandteil vieler Einkaufsstraßen sowie Shoppingcenter anzusehen. Wichtig in diesem Kontext: Im Verbindungsbauwerk von Einkaufszentren dürfen voraussichtlich weiterhin keine Speisen und Getränke konsumiert werden.

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