Registrieren

„Wir werden noch weiterwachsen!“

Exklusiv-Interview mit Andreas Holler, Geschäftsführer der BUWOG Group GmbH.

Lesezeit: ca. 5 min

Placeholder image

Seit Ende 2013 ist Andreas Holler bei der BUWOG verantwortlich für die Bereiche Projektentwicklung, Baumanagement, Vertrieb und Akquisition. TOP LEADER sprach mit ihm u.a. – natürlich – über die Pandemie, über die Nachhaltigkeitsaktivitäten und über die aktuell spannendsten Projekte der BUWOG.

Wie sieht der aktuelle Geschäftsgang in Ihrem Unternehmen aus?

Gut! Wir können trotz der Corona-Krise eine weiterhin hohe Nachfrage nach unseren Wohnungen verzeichnen. In der Hinsicht sind wir sehr froh, dass Wohnimmobilien auch in Zeiten wie diesen ein im Großen und Ganzen sicherer Hafen sind, sowohl für unsere Kunden und interessierte Anleger, aber natürlich auch als Arbeitgeber im Sinne unserer Mitarbeiter.

Hat Covid-19 Auswirkungen auf Ihr Business? Wie gehen Sie damit intern um?

Es gab zu Beginn des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 kurze Einschränkungen im Bereich der Projektentwicklung, speziell was die Bauausführung vor Ort auf den Baustellen betrifft. Diese konnten aber rasch wieder aufgehoben werden, so dass seitdem unter Einhaltung strenger Sicherheitsvorschriften unentwegt weitergebaut wird und unsere Projekte wachsen und wachsen.

Auch intern haben wir ein sehr strenges Sicherheitskonzept umgesetzt, das das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sowie die Einhaltung eines Sicherheitsabstands von mindestens 1,5 Metern und eine regelmäßige Handhygiene miteinschließt.

Aktuell sind wir größtenteils – wie schon im ersten Lockdown – im Home-Office. Das funktioniert ausgesprochen gut, wir sind ein eingespieltes Team und die technische Infrastruktur ist ausgezeichnet, so dass Meetings und Abstimmungen wie gewohnt – nur eben von Zuhause aus – durchgeführt werden können.

Wir haben für die kommenden Jahre einige spannende Projekte in der Pipeline, erklärt Andreas Holler.

Welche Ziele hat die BUWOG für 2021 bzw. bis 2025?

Wir haben für die kommenden Jahre einige spannende Projekte in der Pipeline, die in die Entwicklung gehen werden, das heißt wir werden gerade im Bereich Property Development noch weiterwachsen. Ziel in diesem Geschäftssegment sowie auch in unserem Bestandsmanagement ist es, im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz noch aktiver zu werden, als wir es ohnehin schon sind.

Nachhaltigkeit steht seit mehr als 15 Jahren auf unserer Agenda und wir sind stolz darauf, als einziges Unternehmen der Immobilienbranche im klimaaktiv Pakt 2020 vertreten zu sein. Hier streben wir natürlich an, weiterzumachen und verpflichten uns gerne ambitionierten Zielen. Immerhin haben wir als größter privater Bauträger Österreichs auch eine Verantwortung wahrzunehmen – gegenüber der Gesellschaft, aber auch der Umwelt.  

Welche Vorhaben möchten Sie unseren Lesern besonders ans Herz legen?

Zwei ganz unterschiedliche, aber dennoch sehr besondere Projekte sind für mich aktuell „Kennedy Garden“ im 14. Bezirk und der MARINA TOWER am Wiener Handelskai.

MARINA TOWER am Wiener Handelskai.

Mit „Kennedy Garden“ entwickeln wir in der Penzinger Straße, aufgeteilt auf sechs Bauteile, insgesamt 512 Wohneinheiten – davon 273 Eigentumswohnungen, 114 Mietwohnungen und 124 Mietwohnungen im Rahmen der Wiener Wohnbauinitiative. Das Projekt erhielt erst kürzlich aufgrund der nachhaltigen Umsetzungen das Greenpass-Zertifikat und besticht vor allem mit der großzügig geplanten Grünanlage, die die einzelnen Bauteile nach der Fertigstellung Ende 2022 umschließen wird.

MARINA Deck, mit Zugang über den Handelskai zur Donau.

Dem MARINA TOWER, den wir gemeinsam mit IES Immobilien im 2. Bezirk entwickeln, kann man praktisch beim Wachsen zusehen, das finde ich sehr eindrucksvoll. Insgesamt wird der Wohnturm nach seiner Fertigstellung 2022 mehr als 500 freifinanzierte Eigentumswohnungen umfassen, die auf 40 Stockwerke aufgeteilt sind. Hier überzeugt vor allem die Lage direkt am Donauufer sowie das hohe Servicelevel, das den künftigen Bewohnern u.a. mit Home Cinema und Gästelounge geboten wird. Hinzu kommt das MARINA Deck, das den Zugang über den Handelskai zur Donau für die Öffentlichkeit ermöglicht.

Aktiv im Nordbahnviertel und in Liesing

Seit Oktober kann die BUWOG ihre Development-Pipeline um ein weiteres hochmodernes Wohnprojekt in bester Innenstadt-Lage erweitern: Das von UBM Development erworbene Projekt an der Bruno-Marek-Allee im Nordbahnviertel in Wien-Leopoldstadt wird bis Herbst 2022 auf drei Baukörper aufgeteilt über 181 freifinanzierte Mietwohnungen – ein Drittel davon mit gedeckelten Mieten –, Gewerbe- und Geschäftsflächen sowie 59 PKW-Stellplätze verfügen. „Wir sorgen mit diesem Ankauf getreu unseres Kerngeschäfts auch zukünftig für ein vielfältiges Wohnungsangebot mit Schwerpunkt auf modernes und nachhaltiges Urban Living“, kommentiert Andreas Holler. „Das Areal des ehemaligen Nordbahnhofs ist derzeit eines der gefragtesten Stadtentwicklungsgebiete und idealer Wohnbau-Standort.“

Das Nordbahnviertel ist das größte der aktuellen innerstädtischen Entwicklungszonen Wiens. Bis 2025 werden hier rund 20.000 Bewohner leben. Auf einer Gesamtfläche von 85 Hektar entsteht mit dem von Koeck Architekten ZT GmbH entworfenen und jetzt vom Architekten Thomas Kreiner als Generalplaner betreuten Projekt in absoluter Nähe zur City und nur wenige Gehminuten vom Verkehrsknotenpunkt Praterstern ein attraktiver, hochmoderner Stadtteil mit Wohnungen, Büro- und Gewerbeflächen sowie viel Grünraum. Das neue „Grätzl“ ist nicht nur infrastrukturell perfekt angebunden, es überzeugt auch mit fußläufig erreichbaren Naherholungsgebieten wie dem Prater, dem Augarten oder der Donauinsel.

Bereits Ende September wurde mit „ERnteLAA“ ein besonders nachhaltig und ökologisch konzipiertes Wohnprojekt fertiggestellt. Wie der Name impliziert, erlaubt das Projekt den Bewohnern, ein naturnahes und nachhaltiges Leben in der Stadt zu verwirklichen. Zu den umfassenden Maßnahmen für ERnteLAA zählen die Schaffung von vielfältigen Grünflächen, Fassadenbegrünungen und Dachgärten, die Verwendung ökologischer Baustoffe, die Fernwärme- Energieversorgung mit integrierter Wärmerückgewinnungsanlage oder das breite Angebot für umweltfreundliche Mobilität. „Unsere grünen Projekte wie ERnteLAA leisten mit der Verbesserung des Mikroklimas und der Förderung der Artenvielfalt einen wichtigen Beitrag für ein lebenswertes Wien“, bestätigt Andreas Holler auch in diesem Fall Nachhaltigkeit als „nicht mehr wegzudenkenden Teil unserer ‚glücklich wohnen‘- Philosophie“.

Das von M&S Architekten geplante und mit dem GBB-Award ausgezeichnete Vorzeigeprojekt „ERnteLAA“ umfasst 31 freifinanzierte Mietwohnungen und 160 Mietwohnungen im Rahmen der Wiener Wohnbauinitiative. Die Wohnflächen liegen bei 51 bis 116 m2 und alle Wohnungen überzeugen mit gewohnt hochwertiger BUWOG-Ausstattung. Darüber hinaus verfügen alle Wohneinheiten über Freiflächen wie Balkon, Terrasse oder Eigengarten, die allesamt mit Wasseranschluss für die unkomplizierte Bewässerung der privaten Hochbeete ausgestattet sind. Hinzu kommen großzügige Allgemeinbereiche, die mit Fokus auf Urban Gardening entwickelt wurden: Der Innenhof bietet zahlreiche Sitzgelegenheiten, umgeben von Hochbeeten, einem Kräutergarten und dichter Begrünung durch Bäume und Sträucher. Dachgärten bieten den BewohnerInnen die Möglichkeiten, sich als GärtnerIn selbst zu verwirklichen, sich mit Eigenanbau von Obst und Gemüse gesund zu ernähren und zur Müllvermeidung und dem reduzierten Konsum importierter Ware beizutragen. Neben großen Beetflächen und Hochbeeten befinden sich dort mehrere Glashäuser zur Überwinterung von Topfpflanzen und Anzucht von Jungpflanzen, wo Wetter unabhängig gesät und pikiert werden kann.

Zugleich wird ein wichtiger Beitrag für mehr Biodiversität geleistet: Durch die Anbringung von 22 Nistkästen für Gebäude gebundene Tierarten finden geschützte Arten wie Mauersegler, Mehlschwalben und Fledermäuse, aber auch der Hausrotschwanz und Meisen hier ein Zuhause. Für den Erhalt der Bienenbevölkerung wurde ein Wildbienenhotel umgesetzt. „Unser Ziel ist es, Nachhaltigkeit und Leistbarkeit zu kombinieren und eine Balance zu schaffen, die für die Umwelt ebenso wie für unsere Zielgruppen von Vorteil ist“, fasst Andreas Holler zusammen.

Das Immobilienbestandsportfolio umfasst rund 22.300 Bestandseinheiten und befindet sich in Österreich, berichtet Andreas Holler.

BUWOG im Fokus

Der führende Komplettanbieter auf dem österreichischen Wohnimmobilienmarkt blickt auf eine mittlerweile 69-jährige Erfahrung zurück. Das Immobilienbestandsportfolio umfasst rund 22.300 Bestandseinheiten und befindet sich in Österreich, die Development-Pipeline in Wien umfasst rund 6.300 Wohneinheiten.

Neben dem Asset Management der eigenen Bestandsimmobilien wird mit den Geschäftsbereichen Property Sales und Property Development die gesamte Wertschöpfungskette des Wohnungssektors abgedeckt. Die BUWOG ist eine Tochter der Vonovia SE, Europas führendem Wohnungsunternehmen mit Sitz in Bochum (Deutschland).

Andreas Holler im Fokus

Vor seinem Einstieg bei der BUWOG war Andreas Holler seit 2008 für die IMMOEAST und IMMOFINANZ in verschiedenen Führungspositionen im Investment-, Wohnimmobilien- und Developmentbereich tätig und blickt auf langjährige Führungserfahrung in börsennotierten Unternehmen zurück.

Zwischen 2008 und 2011 führte er als Geschäftsführer Entwicklungsprojekte, Immobilienportfolios und Corporate Investments in Zentral- und Osteuropa, insbesondere förderte er die Projektentwicklung in Polen, Ungarn, Rumänien und der Türkei sowohl im Wohnbau als auch im Gewerbebereich. 2011 wurde er als CEO in den Vorstand der vormals börsennotierten IMMOFINANZ-Tochter ADAMA einberufen, einen in Südosteuropa führenden Wohnimmobilienentwickler.

Andreas Holler besitzt einen Abschluss der Boston University’s School of Management in Business Administration und absolvierte das INSEAD‘s Young Manager’s Programm in Fontainebleau.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren.
Artikel lesen
Lesezeit: ca. 2 min

Ein Leitfaden durch die Krise

Die Corona-Krise schlägt in der Gründerszene ein wie ein Meteorit. Start-ups können schon per Definitionem nicht über ausreichend Rücklagen verfügen, um monatelang Gehälter, Mieten, Entwicklungskosten abzudecken. Derzeit springt der Staat ein, um auszuhelfen. Doch auch die angebotenen Mittel allein werden ein Start-Up nicht retten können.

Artikel lesen
Lesezeit: ca. 4 min

TOP LEADER für Top Leader

Österreichs TopmanagerInnen starten Initiative economy4future: Eine Gruppe von 22 TopmanagerInnen setzt einen nachhaltigen Akzent für Österreichs Wirtschaft und stellt den Generationendialog ins Zentrum.

Artikel lesen
Lesezeit: ca. 2 min

Kommunale Top-Leader treffen einander

Kaum zu glauben, aber wahr: Wir werden einander wieder häufiger begegnen, wenn die Krise überwunden ist. Die Gestaltung öffentlicher Räume ist und bleibt ein wichtiges Thema für ganz Österreich.

Artikel lesen
Lesezeit: ca. 4 min

Nachhaltig bleibt nachhaltig erfolgreich

Nachhaltige Geldanlage knackt die 30 Milliarde Euro-Marke.

Interviews
alle
Artikel lesen
Lesezeit: ca. 4 min

Netze statt Ketten

Die Pandemie hat deutlich gezeigt, wie fragil manche Lieferketten aufgestellt sind. Aus Sicht von Michael Otter, Leiter der Außenwirtschaft Austria, ein guter Grund, um auf Wertschöpfungsnetze zu setzen. Was die Exportwirtschaft insgesamt braucht, um die kommenden Monate überstehen zu können, und wo es Unterstützungsleistungen gibt, erklärt er im Interview.

Artikel lesen
Lesezeit: ca. 5 min

Heimo Scheuch

Er wollte seine Karriere bei Wienerberger schon hinschmeißen. Doch stattdessen hat Heimo Scheuch den Konzern dann vor dem Untergang gerettet.

Artikel lesen
Lesezeit: ca. 4 min

Gerald Mayer

Amag-Chef Gerald Mayer will den Wachstumskurs des Aluminiumkonzerns fortsetzen. Flugzeuge und der Fokus auf Recycling sollen dabei helfen. Als Managementtools im Einsatz: Klarheit und Bescheidenheit.

Artikel lesen
Lesezeit: ca. 6 min

Günther Apfalter

Die Beschäftigung mit den Mitarbeitern ist für den Magna-Europa-Chef ein wichtiger Teil der Leadership. Was er nicht mag: übertriebenes Diesel-Bashing, reden, ohne zu handeln,
und nächtliche E-Mails.

TOP LEADER Premium-News, kostenlos abonnieren!