Wie spiegeln sich die Herausforderungen von 2020 in der Vergütung von Vorständen und Aufsichtsräten im ATX?

Kienbaum Wien veröffentlicht Studien zu Trends in der Aufsichtsratsarbeit und zur Board Vergütung.

Lesezeit: ca. 3 min

© Kienbaum Austria

Alfred Berger, Senior Manager bei Kienbaum Austria
  • Die Gesamtvergütung des CEOs ist im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr gefallen, die Grundvergütung jedoch gestiegen
  • Unternehmen mit mehr Mitarbeitenden haben eher ein weibliches Vorstandsmitglied
  • Aufsichtsräte hatten 2020 mehr Sitzungen als 2019, aber eine geringere Vergütung

Die Gesamtvergütung (fixer plus variabler Anteil) der Vorstandsvorsitzenden im ATX ist auf das Niveau von 2016 zurückgefallen. Vergleicht man das durchschnittliche pro Kopf Einkommen eines Vorstands, so ist dieses im Jahr 2020 um ca. 9% geringer als 2019. Die Vergütung der CFO und der anderen Vorstandsmitglieder ist gestiegen, die der CEOs gesunken.

Die Grundvergütung ist ein zentrales Steuerungsinstrument in der Vergütung der Vorstände im ATX, da diese stark mit dem Unternehmensergebnis atmet. Dies – und noch mehr – ergibt die Kienbaum Studie „Board Vergütung im ATX 2021 – Geschäftsjahr 2020“ von Kienbaum Wien. In dieser wurden die aktuellen Vergütungszahlen für den Vorstand und den Aufsichtsrat der führenden börsennotierten Gesellschaften in Österreich erhoben.

Grundgehalt des CEOs

Auffallend ist die Tatsache, dass das Grundgehalt des CEOs im Jahr 2020, eines im ATX befindlichen Unternehmens, sich mehr im Einklang mit dem Unternehmenserfolg des Jahres 2019 befindet, als dies bei den variablen Vergütungskomponenten im Jahr 2020 der Fall ist. Das heißt: Eine Steigerung des Periodengewinns im Vorjahr führte zu einer Steigerung des Grundgehalts des CEOs im Folgejahr, aber nicht notwendigerweise zu einem Anstieg der variablen Vergütung. „Erfolge eines Wirtschaftsjahres werden im ATX also offensichtlich über die Grundvergütung honoriert“ so Alfred Berger, Leiter Compensation & Performance Management sowie Board Service Kienbaum Wien.

Diese Erkenntnis steht in starkem Kontrast zur Idee der variablen Vergütungen überhaupt, denn die variable Vergütung ist meist an Ziele wie Periodengewinne und Profitmargins gebunden und sollte sich mit dem Anstieg des Periodengewinnes erhöhen. Dies sollte demnach zu einer stärkeren Korrelation zwischen Periodengewinn des Vorjahres und variabler Vergütung des CEOs im Folgejahr führen, als zwischen dem Grundgehalt und dem Periodengewinn.

Variable Vergütung des CEOs im Jahr 2020 gefallen

Dies kann auf zwei mögliche Ursachen zurückgeführt werden: Erstens wurde in vielen Unternehmen das Ziel, welches für die Ausschüttung eines Bonusses erreicht werden muss, nicht erreicht, was wiederum zu einer kleineren variablen Vergütung führt. Zweitens verzichteten CEOs auch auf Bonuszahlungen, um das Unternehmen in COVID-Zeiten finanziell zu entlasten. Diese zwei Gründe erklären einen starken Rückgang bei der variablen Vergütung und somit auch bei der Gesamtvergütung der CEOs.

Unternehmen mit einer hohen Mitarbeiteranzahl haben eher ein weibliches Vorstandsmitglied, als Unternehmen im ATX, die eine geringe Anzahl an Mitarbeitenden haben.

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Mehr Mitarbeitende erhöht die Wahrscheinlichkeit eines weiblichen Vorstandsmitgliedes

75% der Unternehmen im ATX haben kein weibliches Vorstandsmitglied und von den 85 Vorständen des ATX sind lediglich 7% weiblich. Unternehmen mit einer hohen Mitarbeiteranzahl haben eher ein weibliches Vorstandsmitglied, als Unternehmen im ATX, die eine geringe Anzahl an Mitarbeitenden haben.

Die Vergütung der Aufsichtsräte ist beinahe unverändert

Die Anzahl der ordentlichen Aufsichtsratssitzungen ist 2020 um ca. 5% gestiegen, die Vergütung der Sitzungen um ungefähr 3% gesunken. „Mit einer durchschnittlichen Vergütung von € 80.000,– p.a. ist die Tätigkeit als Vorsitzender eines Aufsichtsrates eines börsennotierten Unternehmens noch immer nicht dort, wo die Funktion sein sollte. In Deutschland liegt die Vergütung dieser Funktion im MDAX bei in ca. € 150.000,– p.a.“, so Alfred Berger.

Kienbaum #WePowerment

Kienbaum Consultants International ist eine Personal- und Managementberatung, die den Menschen in den Mittelpunkt ihres Beratungsportfolios stellt. Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, Menschen in Organisationen zu bewegen und so Veränderungen zum Erfolg zu führen. Kienbaum ist in den Geschäftsfeldern Executive Search, Human Capital Services, Change- und Organisations-Beratung und Kommunikation tätig. Dabei greifen die interdisziplinären Teams auf jahrzehntelange Beratungserfahrung, fundiertes Branchen-Know-how und die anwendungsorientierten wissenschaftlichen Erkenntnisse des Kienbaum-Forschungsinstituts zurück. Kienbaum wurde vor 75 Jahren in Deutschland gegründet und wird heute als Familien- und Partnerunternehmen geführt. Das Beratungsunternehmen unterhält neben seinem Hauptsitz in Köln Standorte in 14 Ländern auf vier Kontinenten und ist seit über 50 Jahren in Österreich vertreten.

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