Wie nachhaltig denkt Österreich Bio

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20.08.2021 | 2 min

Wie nachhaltig denkt Österreich?

Eine vom Handelsverband und MindTake Research durchgeführte Studie ergab, dass 92% der Österreicher bei Nahrung auf Herkunft achten, und 44% seit Corona verstärkt auch auf Produktionsbedingungen. 4 von 10 Konsumenten verzichten bereits (weitgehend) auf Fleisch. Der Faktor "Nachhaltigkeit" spielt bei Lebensmitteln, Elektrogeräten und Mode eine wichtige Rolle im Kaufprozess.

Der Weltklimarat hat vergangene Woche erneut vor den verheerenden Auswirkungen eines ungebremsten Klimawandels gewarnt. Bereits 2030 könnte die 1,5-Grad-Grenze erreicht sein, 10 Jahre früher als erwartet. Alle Länder der Erde sind betroffen, es muss umgehend gehandelt werden. Doch wie sieht es in Österreich in puncto Nachhaltigkeit wirklich aus? Der Handelsverband und MindTake Research haben bei den heimischen Verbrauchern nachgefragt und das Konsumverhalten der Bevölkerung unter die Lupe genommen.

Sinn für Nachhaltigkeit ausgeprägter denn je

„Noch nie war das Bewusstsein für einen nachhaltigen, möglichst regionalen Konsum so ausgeprägt wie heute. Bereits 90 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher achten beim Lebensmittelkauf besonders auf den Faktor Nachhaltigkeit, bei Elektrogeräten sind es immerhin zwei Drittel und bei Mode mehr als 61 Prozent“, fasst Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will zusammen.

Herkunft für 92% entscheidend

Rund 44 Prozent der Österreicher geben an, dass die Produktionsbedingungen von Nahrungsmittel seit Ausbruch der Corona-Pandemie eine wichtigere Rolle bei ihrem Einkauf spielen als noch vor der Krise. „Insbesondere die Herkunft unserer Lebensmittel spielt für die Konsumentscheidung eine entscheidende Rolle. 92 Prozent der Bevölkerung achten besonders darauf“, so Will.

Die transparenteste Branche

Eine nachvollziehbare Herkunftskennzeichnung erleichtert den Konsumenten die bewusste Entscheidung zu Gunsten regionaler Produkte, wodurch noch mehr hochwertige österreichische Lebensmittel zur Verarbeitung gelangen. Davon profitiert auch die kleinstrukturierte österreichische Landwirtschaft. Der heimische Handel steht schon seit Jahren für gelebte Transparenz. 80 Prozent der Österreicher bewerten den Lebensmitteleinzelhandel als transparenteste Branche in puncto Herkunftskennzeichnung. Öffentliche Kantinen und die Gastronomie kommen jeweils nur auf rund 10 Prozent.

© PantherMedia/578foot

Verstärkter Griff zu Bio-Produkten

Auch der Trend zum Konsum von Produkten aus biologischer Landwirtschaft hält weiter an, fast zwei Drittel der Konsumenten greifen seit Ausbruch der Pandemie verstärkt zu Bio-Produkten im Regal. Spannend: 80 Prozent der Bevölkerung wären bereit, eine (moderate) Preiserhöhung bei Fleisch in Kauf zu nehmen, wenn dadurch bessere Produktionsbedingungen und eine artgerechte Tierhaltung sichergestellt werden. Immerhin 5 Prozent der Befragten würden dafür sogar eine Preiserhöhung von mehr als 50 Prozent akzeptieren.

Vegetarische Ernährung boomt

Was das Essverhalten in der Alpenrepublik betrifft, ist ebenfalls ein deutlicher Trend erkennbar, 4 von 10 Konsumenten verzichten bereits (weitgehend) auf Fleisch: „Vor allem die jüngere Generation reduziert ihren Fleischkonsum, vegetarische Ernährung boomt. Mittlerweile stufen sich 37 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher als flexitarisch, pescetarisch, vegetarisch oder vegan ein. Knapp zwei Drittel bevorzugen weiterhin Schnitzel und Leberkäse“, sagt Handelssprecher Rainer Will.

Luft nach oben im Modehandel

Etwas anders gestaltet sich die Lage im heimischen Bekleidungs- und Schuhhandel: Weniger als ein Drittel der Verbraucher verzichten auf den Kauf eines Kleidungsstücks, wenn dieses nicht nachhaltig produziert wurde. Zumindest ein Viertel gibt an, seit Corona verstärkt auf die Produktionsbedingungen von Textilien zu achten. 19 Prozent der Befragten sind der Meinung, nicht ausreichend über nachhaltige Mode informiert zu sein, weitere 15 Prozent stufen nachhaltige Mode generell als zu teuer ein.

www.handelsverband.at