Was für ein Empfang!

Concierge: Vom Gefängniswärter zum Alltags-Manager

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Das mittelalterliche Amt des concierge du palais, auch concierge-bailli du palais und seit 1461 nur noch bailli du palais (etwa: Palastverwalter, Burgvogt) ist in Frankreich seit dem Jahre 988 nachgewiesen. Es entsprach in etwa dem Amt des früheren Hausmeiers, wobei sich die Justizgewalt des „concierge“, der als Vertreter des Königs die mittlere und hohe Gerichtsbarkeit auszuüben berechtigt war und in seinem Namen vor dem Gericht auftrat, auf die Königsburg und ihre nähere Umgebung beschränkte. Er hatte ferner die absolute Schlüsselgewalt und beaufsichtigte den Torhüter (Pförtner) und die Schildwachen.

Im Laufe der Zeit ging die Bezeichnung „concierge“ vom königlichen Haus- und Hofverwalter auf die Wärter der zu einem Gefängnis umfunktionierten Conciergerie über, später auch auf die Wärter anderer Gefängnisse. Die Aufgabe dieses concierge de prison (Gefängnis-Concierge) bestand darin, die Bewachung und Versorgung der Gefangenen zu gewährleisten, die Ein- und Ausgangsregister sowie eine doppelte Buchhaltung der Ausgaben für jeden Tag zu führen, den ein Insasse im Gefängnis verbrachte.

Der Berufsstand der Conciergen kann auf eine lange Tradition zurückblicken.

© PantherMedia/Castaldostudio

Heutzutage ist alles anders und französische concierges d’immeuble („Gebäude-Concierge“) sind – vielleicht wie unsere „Hausmeister“ in privaten, gewerblichen oder öffentlichen Objekten – für die Ordnung, Sicherheit, Sauberkeit und Instandhaltung zuständig. Dafür sind handwerkliche Fähigkeiten wie auch soziale Eigenschaften nötig. Betreute Objekte können Büro- oder Wohnhäuser, Schulen, Studentenwohnheime, Betriebe, etc. sein. In Frankreich gibt es immer noch mehr als 52.000 Concierge-Stellen, der Beruf ist (heute offiziell mit „Gardien“ bzw. „Gardienne“ bezeichnet) gesetzlich geregelt, der Berufsstand in der nationalen Hausmeister-Gewerkschaft Snigic zusammengeschlossen, und die Richtlinien für Arbeits- und Lohnverhältnisse sind in einem Tarifvertrag festgelegt.

Manager des modernen Alltags

Zu Beginn des dritten Jahrhunderts des dritten Jahrtausends erfreut sich dieser traditionsreiche Service mittlerweile auch im Wiener Premium-Wohnsegment zunehmender Beliebtheit. Eine aktuelle Auswertung des prestigeträchtigen Wohn-Hotspots The Ambassy, der im Vorjahr mit dem Architekturpreis der MA19 ausgezeichnet wurde, ergab drei unterschiedliche Nutzergruppen des Concierge-Services: Jene Menschen, die eine Immobilie aufgrund des Concierge-Service erwerben, jene, die den Service „nebenbei“ nutzen, und jene, die es nach dem erstmaligen Kennenlernen gern annehmen.

The Ambassy punktet mit Premium-Service für seine Bewohner.

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In der ersten Benutzergruppe wird zwischen zwei verschiedenen Arten des Einsatzes differenziert: Einerseits gibt es die „Heavy User“ und andererseits jene, die viel reisen und deswegen selten zu Hause sind. Im letztgenannten Fall übernimmt der Concierge Leerstandsaufgaben, indem er regelmäßige Rundgänge durch die Wohnung absolviert sowie die technische Kontrolle und Postnachsendung organisiert. „Heavy User“ hingegen erwerben eine Jahrespauschale, um Wohnungsreinigung, Putzerei, Einkäufe, Gartenpflege oder den Schuhservice zu organisieren. 30 bis 40% der Bewohner nehmen bei The Ambassy einen solchen Service in diesem Ausmaß in Anspruch.

Hauptsächlich als Ansprechpartner für die Dinge des täglichen Lebens, fungiert der Concierge für die zweite Benutzergruppe – zum Beispiel für das Rufen eines Taxis oder für regelmäßige Rundgänge durch die Luxus-Wohnung.


Die dritte Benutzergruppe nimmt vor allem das Reinigungs- und das Businesscenter (zum Beispiel, um schnell Dokumente ausdrucken zu lassen) in Anspruch.

In allen drei Fällen steht der Concierge aufmerksam und diskret in der Lobby von luxuriösen Wohnungen bereit, um die kleinen Mühen des Alltags mit Sorgfalt zu übernehmen. Er empfängt Gäste und Professionisten, kontrolliert den Zugang zum Gebäude, übernimmt Post- und Paketlieferungen, bietet Kontakt zu Serviceanbietern aller Art und sorgt im Zuge regelmäßiger Kontrollrundgänge für Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung. Damit ist der Concierge nicht nur die gute Seele des Hauses, sondern auch erster Ansprechpartner bei sämtlichen Belangen.

Der Concierge ist Ansprechpartner für alle Dinge des täglichen Lebens.

© Helga Auer

Dieser Rundum-Service, der in New York und London seit jeher Tradition hat, ist auch in Wien angekommen und bei The Ambassy ein unbestrittener Bestandteil des exklusiven Wohngefühls. Das Dienstleistungs- und Serviceangebot erfreut sich größter Beliebtheit, bestätigt Eigentümervertreterin Elisabeth Rohr: „Insbesondere dann, wenn die Betriebskosten nicht über Gebühr belasten, ist ein Concierge definitiv ein überzeugendes Kaufargument, weil Käufer oft gezielt nach Wohnungen mit Rundumbetreuung suchen.“

„Die meisten Bewohner haben ein von Hollywood geprägtes Bild im Kopf und denken anfänglich nicht, dass sie diesen Service tatsächlich täglich benötigen könnten“, erzählt Katrin Veigl, Geschäftsführerin von William Premium Services, aus dem Berufsalltag. „In Wirklichkeit geht es den Bewohnern aber um Alltägliches, wie die Sonntagszeitung mit frischem Gebäck, die Lieferung von Biolebensmitteln und Getränken oder das Entsorgen des Christbaums. Natürlich ist das Thema Sicherheit für viele ebenfalls sehr wichtig.“

Summa summarum schätzen nicht nur die Bewohner den Concierge als ersten Ansprechpartner, um Dienstleistungen jeglicher Art für die Bewohner zu vermitteln, sondern auch der Concierge selbst genießt das ihm entgegengebrachte Vertrauen: „Da, im Gegensatz zu Hotels, die Kunden nicht ständig wechseln, kommt ein ganz besonderes Verhältnis zu den einzelnen Bewohnern zustande. So kennt der Concierge die jeweiligen Bedürfnisse und Vorlieben und kann mit Rat und Tat zur Seite stehen oder mit passenden Informationen und Neuigkeiten den Alltag der Kunden verschönern. Dadurch weiß er, welcher Bewohner gern über Restauranteröffnungen informiert werden möchte oder Interesse an kurzfristig erhältlichen Konzertkarten hat“, fasst Veigl zusammen.

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