Unterschätzt und kaum bekannt

In Ottakring residiert mit der AOP Orphan Pharmaceuticals AG ein enorm spannendes Unternehmen, das sich auf seltene Erkrankungen spezialisiert hat.

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Rund fünf Jahre war Rudolf Widmann als promovierter Pharmazeut und Pharmakologe bei mehreren großen Pharmakonzernen tätig, bevor er beschloss, aus den festgefahrenen Strukturen auszubrechen und neue Wege zu beschreiten. „Meine Tätigkeit für Big Pharma hat nicht ganz dem entsprochen, was ich eigentlich tun wollte. Dort war eine Patienten- und Stakeholderorientierung, wie ich sie mir vorstelle, nicht gewährleistet.“

Besonders bestärkte ihn in seiner Entscheidung ein Vorfall, bei dem ein lebensrettendes Medikament für einen Patienten nicht zugänglich gemacht werden konnte, obwohl es die einzige Option war. „Das hat niemanden interessiert. Ich war aber überzeugt davon, dass es möglich ist, mit einem kleinen, fokussierten Team eine Struktur zu schaffen, welche die Versorgung der betroffenen Patienten ermöglichen würde. Das war der Ausgangspunkt für die Firmengründung.“

Gründer Rudolf Widmann.

© AOP Orphan Pharmaceuticals AG

Deshalb gründete Widmann 1996 die AOP Orphan Pharmaceuticals AG, um speziell für Patienten mit seltenen Erkrankungen individualisierte Therapien bereitzustellen. AOP Orphan ist einer der führenden Anbieter dieser Branche und erwirtschaftet – als österreichisches Unternehmen mit transkontinentalem Business – einen Jahresumsatz von rund 100 Millionen Euro. Die Exportquote liegt bei rund 70 Prozent, die Zahl der Mitarbeiter bereits bei rund 350. Auf den Kernmärkten innerhalb der EU und im mittleren Osten ist der Orphan-Diseases-Spezialist mit Niederlassungen vor Ort. Die internationalen Märkte werden von langjährigen, engen Partnern betreut und bearbeitet. Insgesamt verfügt AOP Orphan schon rund ein Dutzend Standorte, nämlich neben Österreich u.a. auch Deutschland, Luxemburg, Polen, Tschechische Republik, Rumänien, Ungarn, Litauen, Großbritannien, Bulgarien, Schweden, Frankreich, Spanien, Israel und Vereinigte Arabische Emirate. AOP Orphan produziert vier Fünftel der Arzneimittel in Europa, ein Aspekt, der gerade seit Beginn der Covid-19 Pandemie immer relevanter wird.

In den vergangenen mehr als zwei Jahrzehnten hat AOP Orphan zahlreiche Medikamente erfolgreich am europäischen Markt eingeführt: Canemes gegen Übelkeit und Erbrechen bei Patienten unter Chemotherapie, Tetmodis zur Therapie von Chorea Huntington und Rapibloc für den Bereich der kardiovaskulären Erkrankungen. „Wir sind eine Fully Integrated Company“, erläutert Widmann. „Das heißt, dass wir alles von Phase I bis IV abdecken, also von der präklinischen Phase bis zur Markteinführung.“ Rund ein Fünftel der Mitarbeiter von AOP Orphan ist mit Forschung und Entwicklung beschäftigt, der Fokus liegt auf den Therapiebereichen Hämatologie und Onkologie, Kardiologie, Neurologie und Psychiatrie sowie Gastroenterologie. „Wir konzentrieren uns auf spezifische therapeutische Indikationen, wo wir das erforderliche Know-how haben und der  einzelne Mitarbeiter viel größere Verantwortung übernehmen muss, um ein Produkt durch den Entwicklungszyklus zu begleiten“, sagt Widmann. „Insgesamt agieren wir damit sehr viel kosteneffektiver. Große Pharmakonzerne führen ein Medikament nur dann in Europa ein, wenn sie mit einem Jahresumsatz von mindestens 200 Millionen Euro rechnen. Wir aber entwickeln die Produkte mit weit geringerem Umsatzpotenzial.“

Wir setzen den konsequenten Wachstumskurs zu einer paneuropäischen Healthcare Gruppe mit Fokus auf seltene und komplexe Erkrankungen fort“, meint CEO Andreas Steiner.

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2030: Eine Milliarde Euro Umsatz

Im September 2020 hat AOP Orphan das Wiener Pharmaunternehmen Amomed sowie das Luxemburger Health-Tech Unternehmen SciPharm übernommen. „Damit setzen wir den konsequenten Wachstumskurs zu einer paneuropäischen Healthcare Gruppe mit Fokus auf seltene und komplexe Erkrankungen fort“, meint CEO Andreas Steiner. „Die Erforschung neuer Therapiekonzepte für seltene und komplexe Erkrankungen erfordert Mut, Agilität, Ambition und oft auch Durchhaltevermögen, insbesondere wenn dabei ein integrierter Ansatz mit Arzneimitteln, Medical Devices und Patienten Services verfolgt wird. Forschung passiert im Kopf und dafür braucht es ein perfekt eingespieltes und erfahrenes Team, das konsequent eine Idee, über unvermeidbare Rückschläge, laufende Optimierungen bis zu einer Lösung verfolgt, die wir natürlich auch belegen.“

Die Gruppe plant den Umsatz bis 2030 auf eine Milliarde Euro zu erhöhen. „Bedingt durch die strategische Fokussierung und aufgrund einer innovativen Produkt-Pipeline sind wir von dieser positiven Entwicklung überzeugt“, erläutert Steiner. Derzeit hat AOP Orphan hat verschiedene Produktentwicklungen für rund ein Dutzend Indikationen in der Pipeline, darunter für septischen Schock, Chorea Huntington (eine Funktionsstörung des Gehirns, die durch motorische Störungen und Verhaltensauffälligkeiten gekennzeichnet ist) oder chronische myeloische Leukämie, eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks. Neben der Entwicklung innovativer Therapien arbeitet das internationale Team auch an Medical Devices und an Softwarelösungen, wie z.B. für Patienten mit Lungenhochdruck (PAH = pulmonale-arterielle Hypertonie). Dabei sind die Patienten sowie deren behandelnde Ärzte über eine App vernetzt, die eine punktgenaue und damit individuelle Steuerung der Arzneimitteldosis über eine Pumpe in Echtzeit ermöglicht.

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